Auf dem Weg zur Lösung

Mieterverein und Gewofag am runden Tisch zum „Hausmeisterproblem“

Dr. Klaus-Michael Dengler ist Sprecher der Geschäftsführung der Wohnungsbaugesellschaft Gewofag.
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Dr. Klaus-Michael Dengler ist Sprecher der Geschäftsführung der Wohnungsbaugesellschaft Gewofag.

Wegen Berichten über schlimme Zustände für Mieter in älteren Gewofag-Immobilien stand die städtische Wohnungsbaugesellschaft kürzlich in der Kritik (HALLO berichtete). Nun gab es eine Einigung mit dem Mieterverein.

Ramersdorf –  Bei der Sitzung des Mieterbeirates hatten sich zahlreiche Mieter der Gewofag und ihrer Tochtergesellschaft, der Heimag München, mit dem neuen Hausmeister-System unzufrieden gezeigt. Die Gewofag stellte ihr System bei den Hausmeistern vor einigen Jahren um: Von mehr als 300 kleinteiligen Hausmeisterbereichen auf mittlerweile 26 Serviceeinheiten, bei denen drei bis acht Hausmeister für verschiedene Gebäude zuständig sind. Mieter bemängelten die Erreichbarkeit der Serviceeinheiten. Die Leistung der Hausmeister sei teurer und schlechter geworden.

Eine Einigung erzielt haben der DMB Mieterverein München und die Gewofag: Ein Schiedsrichter soll entscheiden, ob die städtische Wohnungsbaugesellschaft die Hausmeisterkosten richtig umlegt. „Dieser von beiden Stellen beauftragte Schiedsrichter wird die Rechtsfrage entscheiden. Er beurteilt, ob die Gewofag die Hausmeisterkosten bei den Nebenkosten juristisch korrekt auf die einzelnen Wohnblöcke der Mieter umlegt. Viele Mieter und auch wir haben Zweifel, ob die Kosten gerecht verteilt werden“, sagt Mietervereins-Geschäftsführer Volker Rastätter. „Wir begrüßen es aber, dass die Gewofag sich bereit erklärt hat, diese Frage extern klären zu lassen und unter Umständen dann auch nachzubessern.“

Der Mieterverein München geht nach Prüfung nicht davon aus, dass die Gewofag versucht, Gewinne über die neue Struktur bei den Hausmeistern zu erwirtschaften. Jedoch sieht der Verein Überprüfungsbedarf, ob die Kosten korrekt auf die Mieter umgelegt werden. Geschäftsführer Volker Rastätter: „Außerdem ist es wichtig, dass sich die Gewofag darum kümmert, dass die Mieter mit der Arbeit der Hausmeister wieder zufriedener sind.“

Das geht die städtische Wohnungsbaugesellschaft nun an: Nur wenige Tage nach Ankündigung von runden Tischen mit Mietern, die dem offenen Austausch zu den vorgebrachten Themen Hausmeisterdienstleistungen und Nebenkosten dienen, hat bereits das erste Treffen stattgefunden. Dr. Klaus-Michael Dengler, Sprecher der Geschäftsführung der Gewofag, sprach mit Mietervertretern der Siedlung an der Walpurgisstraße in Bogenhausen. Er machte deutlich, dass die Zufriedenheit der Mieter für die Gewofag besondere Priorität hat und das Unternehmen sehr schnell Verbesserungen umsetzen wird: „Zukünftig werden wir Siedlungshausmeister einsetzen, die zusätzlich zu unseren Hausmeister-Serviceteams direkt vor Ort im Einsatz sind. Als Ansprechpartner für die Mieter haben diese bei ihren Rundgängen durch die Anlagen immer ein offenes Auge und Ohr. Sie agieren als Schnittschnelle zwischen Mietern, Hausmeistern der Serviceteams, zuständigem Mieterzentrum und Gewofag-Kundenservice. Unsere Siedlungshausmeister führen Kontrollen von Treppenhausreinigung, Mülltonnenhäusern, Außenanlagen sowie Tiefgaragen durch und beauftragen Kleinstreparaturen sofort. Wir sind überzeugt, dass wir Kundenanliegen so schneller und mit noch höherer Qualität bearbeiten können. Selbstverständlich werden wir die Mehrkosten für den Einsatz der Siedlungshausmeister nicht an die Mieter weiterberechnen.“

Um die Kommunikation mit den Mietern zu verbessern, entwickle die Gewofag zudem nun ein Modell für Mietervertretungen, so Dengler.„Ich freue mich sehr, dass wir unsere angekündigten runden Tische durch die Kooperationsbereitschaft der Mietervertreter so schnell in die Wege leiten konnten. Die drei weiteren Termine werden innerhalb der nächsten beiden Wochen stattfinden. Schon das erste Gespräch am Montag hat gezeigt, wie hilfreich für das gegenseitige Verständnis so ein direkter Austausch ist. Wir sind hier auf einem sehr guten Weg.“

Mehr über Ramersdorf gibt es in der Übersicht.

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