Hospizarbeit in der Corona-Krise

Sterbegleitung in Ramersdorf-Perlach unter besonderen Bedingungen

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Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten: Die Arbeit des Hospizvereins Ramersdorf-Perlach ist auch in Zeiten der Pandemie relevant.

Der Hospizverein Ramersdorf-Perlach bietet ambulante Sterbebegleitung an. In Zeiten der Corona-Krise ist ihre Arbeit jedoch noch anspruchsvoller.

Ramersdorf-Perlach – Die momentanen Einschränkungen reduzieren all unsere persönlichen Kontakte zu nahestehenden Menschen erheblich. Besonders, wenn Zugehörige schwerstkrank oder im Sterben liegen, kann dies eine große Herausforderung sein.

Um mit dieser ungewohnten Situation umgehen zu können, bietet der Hospizverein Ramersdorf-Perlach vielerlei Hilfestellungen an. Nach wie vor beraten die Mitarbeiter telefonisch Patienten und ihre Angehörigen, auch per E-Mail. Sie unterstützen zudem den Bevollmächtigten und beachten sowie setzen den bestehenden Patientenwillen durch – auch und gerade in der aktuellen Situation. Und auch derzeit sind auf Wunsch Erstbesuche und eine Fachberatung vor Ort möglich, natürlich unter Einhaltung der vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen. Auch die ehrenamtlichen Hospizbegleiter sind einsatzbereit, um zu Hause zu begleiten.

Seit 16. April besteht in den Alten- und Pflegeheimen für Hospizbegleitungen eine Ausnahmeregelung, seit 29. April gilt das Gleiche im Krankenhaus. Menschen, die sich nicht von ihren verstorbenen Zugehörigen verabschieden konnten, haben es in der aktuellen Lage besonders schwer. Um neue Wege des Abschiednehmens finden zu können, bietet der Hospizverein Ramersdorf-Perlach diesem Personenkreis unterstützende Gespräche zur Trauerbewältigung an.

Das Anliegen des Vereins ist es, der Gesellschaft zu zeigen, dass Hospiz- und Palliativarbeit weit über die pure Sterbebegleitung hinaus für alle Beteiligten, ob das die Sterbenden selbst sind oder ihre Anhörigen und das Pflegepersonal, einen großen entlastenden Beitrag leisten kann. Besonders jetzt, da das Pflegepersonal am Limit arbeitet, ist es unter Umständen nicht möglich, den Schwerstkranken und Sterbenden die benötigte Aufmerksamkeit und Zeit zu geben. Gerade hier werden die ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen als enorm bereichernd, unterstützend und hilfreich empfunden. Sie können kleine, aber wichtige Handreichungen übernehmen oder einfach durch ihr Dasein Ruhe und Sicherheit vermitteln.

Die strikten Verbote haben teilweise zu äußerst schmerzhaften Situationen und Entscheidungen geführt. Die Mitglieder des Vereins geben zu bedenken, dass langfristig nicht nur mit ökonomischen und medizinischen, sondern auch mit psychischen und sozialen Negativ-Auswirkungen zu rechnen ist. Daher begrüßen sie die zunehmende Lockerung der Kontaktbeschränkungen, die uns als Gesellschaft aufatmen und auf eine Normalisierung des Alltags hoffen lässt.

Mehr über Ramersdorf-Perlach gibt es in der Übersicht.

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