Autos verschwinden nicht einfach

Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach fragt nach Auswirkungen von mehr Radverkehr

Oberbürgermeister Dieter Reiter eröffnete im Juni Pop-up-Radwege in der Stadt, so auch an der Rosenheimer Straße.
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Oberbürgermeister Dieter Reiter eröffnete im Juni Pop-up-Radwege in der Stadt, so auch an der Rosenheimer Straße.

Seit den Pfingsferien ist eine Spur auf der Rosenheimer Straße für den Autoverkehr gesperrt. Was das für Auswirkungen hat, will der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach (BA) prüfen lassen.

Ramersdorf-Perlach – „Eine präzise Analyse erscheint dringend notwendig“, schreiben der CSU-Fraktionsvorsitzende Simon Soukup und BA-Chef und CSU-Mitglied Thomas Kauer in ihrem Antrag im Bezirksausschuss des 16. Stadtbezirks. Denn seit den Pfingstferien hat sich auf der Rosenheimer Straße die Verkehrsführung geändert. Eine Autospur wurde zu einer Spur für den Fahrradverkehr umgewidmet. Radlern in in München mehr Platz zu geben, ist schon länger eine Devise der Landeshauptstadt. Ein großes Thema war beispielsweise der neue Radweg auf der Fraunhoferstraße im vergangen Jahr.

Im Antrag kritisieren Soukup und Kauer, dass der BA in die Änderungen nicht eingeweiht wurde. Zwar wurde die Umwidmung zur Radspur auf der Rosenheimer Straße nur zwischen Orleansstraße und Rosenheimer Platz sowie zwischen Lilienstraße und Lilienberg (gegenüber des Müller‘schen Volksbads) umgesetzt. Die neue Radspur soll ohnehin bis Oktober evaluiert werden. Die Auswirkungen der neuen Verkehrsführung kann jedoch auch den weiteren Straßenverlauf im Stadtbezirk Ramersdorf-Perlach treffen, die der BA ebenfalls geprüft wissen will. Schließlich fließt der Verkehr über die gesamte Straße, die zum größten Teil durch Ramersdorf verläuft.

Konkret will der BA eine Verkehrszählung auf der Rosenheimer Straße von der S-Bahn-Unterführung am Ostbahnhof bis zum Innsbrucker Ring/Autobahnkopf der A8 durchführen und mit älteren Zahlen vergleichen lassen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) soll außerdem Auskunft über die Pünktlichkeit der auf der Rosenheimer Straße verkehrenden Buslinien 55, 145 und 155 geben. Ebenso interessieren sich Soukup und Kauer für den Verkehr am Ostbahnhof: Gibt es Veränderungen bei der Pünktlichkeit der Buslinien, den Anschlüssen oder im Linienverlauf?

Gleichzeitig mit dem Bericht im Oktober soll das Referat für Stadtplanung und Bauordnung in Zusammenarbeit mit dem Kreisverwaltungsreferat darlegen, ob sich mehr oder weniger Autos auf der Straße stauen und wie sich der Anteil der Radfahrer auch im Bereich des 16. Stadtbezirks verändert hat. Eine weitere wichtige Frage ist, ob sich der Autoverkehr wegen des Wegfalls der Spur auf andere Straßen, etwa die Balanstraße, verteilt und diese zusätzlich belastet. Oder aber ob dort mehr Radverkehr herrscht. Das RSB soll einschätzen, ob mehr Radverkehr an der Engstelle des Radwegs an der S-Bahnunterführung zwischen Friedenstraße und Orleanstraße nicht ein höheres Sicherheitsrisiko für die Radler birgt.

Mit den Daten in der Hand will der Bezirksausschuss dann weiter überlegen, wie man den Verkehrsfluss auf den betreffenden großen Straßen, die Ramersdorf-Perlach durchziehen, optimieren kann. „Zu denken ist etwa an Verkehrsleitsysteme, weitere Möglichkeiten der Busbeschleunigung, eine Modifizierung der geplanten Brückenbaumaßnahme Rosenheimer Straße und dergleichen mehr“, so Soukup und Kauer.

pg


Mehr über Ramersdorf-Perlach gibt es in der Übersicht.

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