Die Not mit dem lieben Geld

Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach will Missstand bei Geldautomaten beheben

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Einfach mal schnell am Automaten Geld holen – in Perlach alles andere als einfach.

Deutschland ist ein modernes Land. Möchte man meinen. Doch in Perlach ist es bereits ein Problem, einfach an Bargeld zu kommen.

Neuperlach – Was tun, wenn man gerade nicht flüssig ist? Ganz einfach: Auf zum nächsten Bankautomaten und schon ist die Kohle da. Aber nicht in Neuperlach Süd. Denn dort gibt es keinen einzigen Geldautomaten. Erst in Neuperlach Zentrum oder am Pfanzeltplatz gibt es die Möglichkeit, an einem Automaten Geld abzuholen. Für eine Stadt wie München und ihren größten Stadtbezirk ein Unding, findet die Grünen-Politikerin Beatrix Katzinger. In einem Antrag an den Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach fordert sie deshalb, diesen Missstand zu beheben: „Das Kommunalreferat und die Stadtsparkasse München sollen bitte gemeinsam prüfen, am Dietzfelbinger Platz einen Geldautomaten sowie ein dazugehöriges Serviceterminal zu installieren, ähnlich dem Provisorium der Sparkasse am Pfanzeltplatz.“ Die derzeitige Situation sei vor allem für ältere Mitbürger und Bürger mit Behinderung nicht zumutbar. Es sei auch nicht hinnehmbar, dass der größte Stadtbezirk der Landeshauptstadt München im Verhältnis mit so wenigen Geldautomaten versorgt sei.

Mit ihrer Forderung trifft Katzinger den Nerv der Bewohner. Denn bereits seit einiger Zeit läuft in Neuperlach Süd eine Unterschriftensammlung, die die Einrichtung eines Geldautomaten fordert. Allerdings hat diese einen entscheidenden Nachteil. Sie schlägt als Standort den Bahnhof Neuperlach Süd vor. Durchaus sinnvoll. Allerdings haben Stadtwerke und Bahn entsprechende Vorschläge bereits zurückgewiesen.

Probleme mit Geldautomaten gibt es zudem nicht nur in Neuperlach Süd, sondern auch an anderer Stelle im 16. Stadtbezirk. So fordert die SPD-Fraktion im Bezirksausschuss, die Stadtsparkasse solle eine „ausreichende Bargeldversorgung“ an ihren Geldautomaten sicherstellen. Denn dort komme es „regelmäßig zu Engpässen in der Bargeldversorgung“, erklärt Antragstellerin Caroline Palminha, die sich zudem über die „Kundenfreundlichkeit“ der Sparkasse empört. „An vielen der Geldautomaten im Stadtbezirk 16 ist es nur an ein bis zwei Wochentagen möglich, Bargeld zu ziehen. Ruft man bei der zuständigen Hotline an, wird einem mitgeteilt, dass es bekannt sei, dass der Automat leer ist und man könne sich gerne beim Vorstand der Stadtsparkasse beschweren, wenn man Abhilfe wünscht.“

Eine negative Erfahrung, die BA-Vorsitzender Thomas Kauer nur bestätigen konnte. „Die Politik der Stadtsparkasse ist unter aller Kanone“, erklärte der CSU-Politiker. Der Service werde immer schlechter.

Es sei aber nicht hinzunehmen, so das Gremium, dass sich ältere Menschen und Menschen mit körperlichen Einschränkungen durch den gesamten Stadtteil auf die Suche nach einem mit Bargeld ausgestatteten Geldautomaten begeben müssten. Da sich die Stadtsparkasse entschlossen habe, die meisten Filialen im Stadtbezirk zu schließen, könne „zumindest eine Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit der Geldautomaten erwartet werden“. 

fit

Mehr über Ramersdorf-Perlach gibt es in der Stadtteilübersicht.

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