Kommt am Ende doch alles zusammen?

Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach fordert Infos über Rest- und Biomüll Entsorgung

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Für viele ein bequemer Weg, den Biomüll zu entsorgen: Kompostierbare Müllbeutel.

Bei Mehrfamilienhäusern in Ramersdorf-Perlach gab es Beobachtungen, dass Müll aus verschiedenen Tonnen bei der Entsorgung zusammengeworfen wurde. Deshalb stellt der BA nun eine wichtige Frage an die Abfallwirtschaft München.

Ramersdorf-Perlach – Müll trennen muss niemand, denn am Ende kommt sowieso alles zusammen und wird verbrannt – so der Mythos um die Abfallentsorgung. Der ist jedoch längst widerlegt. Müll trennen lohnt sich. Aber in Ramersdorf-Perlach stößt die doch mitunter aufwendige Trennung der einzelnen Müllsorten manchen Bürger sauer auf. Denn mehrfach soll beobachtet worden sein, wie die Müllfahrer der Abfallwirtschaft München den Inhalt der Biomülltonne in den Restmüllcontainer entleert haben. Das sorgte nachvollziehbar für viel Unmut und die Frage, wieso Privathaushalte den Müll dann überhaupt noch trennen sollten. „Ein solches Vorgehen wird mit Sicherheit nicht zur Bereitschaft zur Mülltrennung beitragen“, urteilten die beiden Antragstellerinnen Caroline Palminha und Astrid Schweitzer (SPD).

Die Trennung von Müll ist in München ohnehin etwas komplizierter umzusetzen als in vielen anderen Städten und Gemeinden Deutschlands, da Plastik nicht über eine Tonne, sondern nur über Wertstoffinseln entsorgt werden kann (HALLO berichtete). Wenn die Bürger den Eindruck bekommen, dass sich der Aufwand nicht lohnt, kommt es öfter zu einer falschen Entsorgung. Die könnte wiederum auch ein Grund für das beobachtete Verhalten der Müllwerker sein, wie auch die SPD-Fraktion vermutet.

Finden die Mitarbeiter der Abfallwirtschaft Plastik in der Biotonne, kann der Inhalt der gesamten Tonne nicht mehr weiterverarbeitet werden und landet zusammen mit dem Restmüll in den Anlagen für thermische Verwertung. Für Verwirrung sorgen bei vielen Bürgern Plastiktüten, die als „Bioplastik“ oder als „kompostierbar“ gekennzeichnete Mülltüten sind, die mittlerweile überall erhältlich sind. Denn auch die dürfen auf keinen Fall in der Biotonne entsorgt werden. Das schreibt auch die Abfallwirtschaft München auf ihrem Online Portal. Das Pro­blem: Selbst wenn die Müllbeutel biologisch abbaubar sind, zerfallen sie in der Deponie deutlich langsamer als der Müll selbst. Die Abfälle werden also zu Humus und Erde, die zum Beispiel auch für nährstoffreiche Gartenerde eingesetzt wird. Die Plastiktüten, kompostierbar oder nicht, bleiben auf den Deponien liegen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass solche Tüten in Biotonnen von Mehrfamilienhäusern liegen, ist natürlich höher als bei Einfamilienhäusern. Für viele ist es bisweilen undurchsichtig, was genau in welche Tonne entsorgt werden soll, sodass Haushalte unterschiedlich trennen.

Zunächst einmal hat der Bezirksausschuss aber nun die Frage gestellt: „Warum wird der Biomüll zusammen mit dem Restmüll entsorgt?“ Aus den Gründen dafür sollen dann Lösungsansätze folgen.

Pia Getzin


Mehr über Ramersdorf-Perlach gibt es in der Übersicht.

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