Ensemble am Loehleplatz in Ramersdorf 

Städtebauliches Idyll unter Schutz

Die Siedlung am Loehleplatz in Ramersdorf steht nun komplett unter Ensembleschutz.
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Die Siedlung am Loehleplatz in Ramersdorf steht nun komplett unter Ensembleschutz.

Das Ensemble am Loehleplatz in Ramersdorf ist ein städtebauliches Idyll. Es war immer schon ensemblegeschützt, aber nicht in seiner vollständigen Gestalt. Das hat jetzt das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege geändert und das gesamte Gebiet einschließlich der bislang vom Abriss bedrohten Gebäude unter Schutz gestellt. 

Die Begründung: „Die Wohnanlage am Loehleplatz, zwischen 1907 und 1924 errichtet sowie 1936 bis 1938 erweitert, stellt ein bemerkenswertes Beispiel für genossenschaftliches Bauen in München dar und bildet als solches ein Ensemble.“ Der Beschluss des Landesamts für Denkmalpflege sowie die vorherige Empfehlung des Landesdenkmalrates gehen auf eine gemeinsame Initiative der Aktionsgemeinschaft „Unser Ensemble am Loehleplatz“ und der Schutzgemeinschaft Ramersdorf zurück. Nachdem Pläne bekannt geworden waren, nach denen der gemeinnützige Wohnungsverein München 1899, dessen Vorgänger das Ensemble ursprünglich zu verdanken ist, den Abriss aller nicht denkmalgeschützten Häuser planen würde, darunter sämtliche Reihenhäuser an der Führichstraße, aber auch Bauten an der Weiskopf- und Maria-Lehner-Straße, wurde mit einer an den Oberbürgermeister der Stadt München gerichteten Briefkartenaktion sowie mit Plakaten und Presseberichten auf diesen drohenden Verlust aufmerksam gemacht.

Außerdem konnten gezielt Personen aus Politik und Denkmalschutz für das historische Quartier gewonnen werden, darunter die Grünen-Fraktion des BA 16, die CSU-Fraktion im Stadtrat und Markus Rinderspacher, SPD-Landtagsabgeordneter und Landtags-Vizepräsident. Vom Denkmalschutz haben sich unter anderen Burkhard Körner, Sabine Weigand, Mathias Pfeil, Robert Brannekämper und die stellvertretende Vorsitzende des Landesdenkmalrats, Karin Dengler-Schreiber, auf die Seite der Ramersdorfer Initiativen gestellt. Durch das rasche Handeln der bayerischen Denkmalschützer wurde die auf zwei Jahre anberaumte Frist, mit der die Münchner Lokalbaukommission dem Denkmalschutz Zeit zur Entscheidung gegeben hatte, erheblich verkürzt.

Mit der Erweiterung des Ensembleschutzes ist ein wichtiger Schritt getan, um dieses laut Stadtportal München „Musterbeispiel malerischen Städtebaus, ausgerichtet auf die Ramersdorfer Kirche als Blickziel“ zu erhalten. Bis zu fünfstöckige Wohnbauten bis in den Kern der Siedlung hätten einen nicht wieder gutzumachenden Schaden für Ramersdorf, seinen geschundenen Ortskern und letztlich die Stadt München bedeutet. Auch in einer modernen Stadt muss es Inseln geben, die an das Gestern von Bauen und Wohnen erinnern. Sie zeigen das historische Gesicht der Stadt. Die gemeinsame Initiative der Aktionsgemeinschaft „Unser Ensemble am Loehleplatz“ und der Schutzgemeinschaft Ramersdorf hofft, dass es nun nicht mehr zu einem zweiten Uhrmacherhäusl-Verlust kommt.

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