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Von Gefühlsgewitter und der Suche nach sich selbst

Preisgekrönte Gedichte in dem Lyrikband „Wedafest“ erschienen

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Verena Ullman ist 1989 in Straubing geboren. Aktuell schreibt sie an ihrem ersten Roman, der unter dem Titel „Die Papageieninsel oder Hanna findet zu sich selbst“ im Diederichs Verlag erscheinen wird.

Der Lyrikband „Wedafest“ von der Münchnerin Verena Ullmann ist gerade im Allitera-Verlag erschienen. Die niederbairischen Gedichte erzählen vom Alleinsein, vom Zusammenfinden und schlussendlich vom sich selber finden. Ausgezeichnet wurden sie mit dem Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis für Literatur.

„Über dei grouß Herz gstoipert bin i woi afs Mei gfoin.“ So endet das Gedicht auf dem Klappentext des Lyrikbandes „Wedafest“ (Wetterfest) von der Münchnerin Verena Ullmann — und es zeigt von Anfang an, was man von dieser Lyrik nicht erwarten kann: Jegliche Form von Kitsch. Trotzdem — oder gerade deswegen — sind die Gedichte auf ihre Weise romantisch. Sie zeigen, wie fragil Gefühle sind, eben nicht immer wetterfest. Eher unbeständig. Schnell können sie umschwenken. Auf Freude folgt Leid, bei zu viel Feuer verbrennt man sich und von der Wolke Sieben fällt man tief. Jedes der 30 kurzen Gedichte steht für sich, zusammen ergeben sie eine Liebesgeschichte. In sieben Kapiteln trifft der Leser auf Regen und Sonnenschein. Erlebt Umschwünge und Gefühlsgewitter. Tastet sich durch Nebel und Schnee. Sucht den anderen und findet zu sich selbst zurück.

Leicht zugänglich, gut verständlich, nie zu viel, dafür mit einer entwaffnenden Ehrlichkeit, so schreibt die 30-jährige Lyrikerin Verena Ullmann. In Oberpiebing bei Straubing aufgewachsen hat Ullmann im Nieder bairischen ihre ganz eigene literarische Sprache gefunden. „Im Hochdeutschen hatte ich immer das Gefühl, als würde etwas in eine andere Sprache übersetzen und kann doch nicht wirklich sagen, was ich meine“, sagt sie dazu. Darum hat sie das, was sie sagen will, in niederbairische Gedichte verpackt, die sogar mit dem Leonhard und Ida Wolf Gedächtnispreis ausgezeichnet wurden.

„Das Erstaunliche an diesen Mundart-Gedichten ist, dass sie ohne jede Butzenscheiben-Behaglichkeit auskommen. Die Autorin selbst findet in der Mundart einen Rückzugsort, mit dem sie das Liebesgedicht verfremden kann. Aber es ist ihr deutlich mehr gelungen. Sie nutzt die Traditionen volkstümlicher Lyrik in ihrer Lakonik und Schlichtheit, belebt die kindlichen Rhythmen des Strophenliedes, um auf sehr leise und intime Weise von dem Liebeserlebnis zu erzählen, es zu befragen und alle emotionalen Farben zu zeigen. Das ist originell, in hohem Maße eigenständig und sprachlich gelungen“, lautet die Jurybegründung.

Lakonisch, trocken und vor allem doppelbödig. Das sind die Gedichte von Verena Ullmann. Schnell kippt die Bedeutung eines Wortes in eine andere und ein heiterer Moment bekommt einen faden Beigeschmack, dabei ist Verena Ullmann im wahren Leben glücklich verheiratet. Als Diskrepanz zu ihren eher melancholischen Liebesgedichten, die von einer unglücklichen Liebe erzählen, sieht sie das aber nicht. „Klar stecken da auch meine eigenen Erfahrungen drin – ich war ja nicht immer glücklich verheiratet. Andererseits ist das Thema Beziehungen, oder auch das Verliebtsein, ein allgegenwärtiges, zeitloses Thema, das zumindest phasenweise jeden im persönlichen Umfeld betrifft und bewegt. Man fühlt ja auch mit, wenn Freunde sich verlieben oder trennen“, sagt sie. Ihre Gedichte seien über mehrere Jahre entstanden. Manche Verse bewusst, aus Erinnerungen an bestimmte Situationen oder Gefühle, andere unbewusst – Wort für Wort.

„Es gibt Leute, die finden die Gedichte traurig, andere sogar lustig. Man kann beim Schreiben nicht beeinflussen, wie die Gedichte auf den jeweiligen Leser wirken“, gibt Ullmann zu. Jeder hat die Möglichkeit, seine eigene Wahrheit zu finden, sich darin zu verlieren und daran zu erfreuen. 

Lydia Wünsch

Zu Verena Ullmann

Verena Ullman ist 1989 in Straubing geboren. Derzeit lebt sie in München und arbeitet in einem Verlag. Aktuell schreibt sie an ihrem ersten Roman, der unter dem Titel „Die Papageieninsel oder Die Kunst, sich selbst zu finden“ im Herbst im Diederichs Verlag erscheinen wird. Mit ihrer Autorengruppe „Prosathek“ gibt Verena Ullmann regelmäßig Lesungen in München. Kurze Texte von Verena Ullmann kann man auch auf der Seite www.prosathek.de lesen.

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