Polizei zieht Bilanz

Kopfhörer machen zunehmend Sorgen

+
Deutlich weniger Delikte in Berg am Laim als noch im Vorjahr musste die Einsatzzentrale der Münchner Polizei registrieren.

Grundsätzlich positiv, aber auch negative Tendenzen — so fiel die Bilanz der örtlichen Polizei für den Stadtteil Berg am Laim bei der Bürgerversammlung aus.

Den vielleicht wichtigsten Wert gab es gleich zu Beginn. Die Gesamtkriminalität im Viertel ging beim Zahlenvergleich von 2014 und 2015 von 743 Delikten auf „nur“ noch 591 zurück. In allen wesentlichen Deliktsbereichen gingen demnach die Fallzahlen teilweise sogar erheblich zurück: Raub um 22 Prozent, sogar 46 Prozent weniger Sexualdelikte gab es und selbst beim Einbruch scheint anders als im Bund der Kurvenscheitel wenigstens im Eisenbahnerstadtteil mit einem Minus von zehn Prozent überschritten. Sogar eine dreiköpfige Diebesbande aus dem fernen Chile hatten die Beamten ausheben können. Den Südamerikanern werden 23 Einbrüche zur Last gelegt. Auf etwa gleichem Vorjahreslevel verblieben Fahrraddiebstähle und die jugendtypischen Straftaten.

Doch es gibt auch negative Tendenzen. Neben dem durchaus beunruhigenden Anstieg schwerer Körperverletzungen um 23 Prozent greifen vor allem Trickbetrügereien trotz eines leichten Rückgangs beim sogenannten Enkeltrick insgesamt immer mehr um sich. Um 71 Prozent (!) ist die Zahl der Delikte im vergangenen Jahr angestiegen. Vor allem als Handwerker, Behördenvertreter oder Polizisten getarnte Trickbetrüger machen den echten Beamten Sorge. Appell an die Bevölkerung: Nicht einfach und gutgläubig Wohnungstüren einfach öffnen. Durch den Türspion vielmehr sollten die Menschen auch Ausweise kontrollieren oder bei der Polizei nachfragen, ob ein Besuch von „Beamten“ vor Ort dort auch bekannt sei. „Verdächtiges melden“, lautet das Credo der Sicherheitskräfte. „Gesundes Misstrauen“ sei längst „keine Unhöflichkeit“.

Weniger Sorgen mussten sich 2015 dagegen Ladenbesitzer machen. Minus 15 Prozent lautet bei den Diebstählen dort das durchaus positive Ergebnis. Gemischt fällt bei der örtlichen PI 24 die Verkehrsbilanz aus. Zwar gab es bei den Unfallzahlen insgesamt einen leichten Rückgang um drei Prozentpunkte zu vermelden – aber immerhin einen toten Fahrradfahrer. Sorgen bereitet der Polizei auch der Anstieg von Unfällen mit Fußgängern (+21 Prozent im Vergleich zu 2014). Geradezu „erschreckend“ sei eine vielerorts bedrohliche Entwicklung: Immer häufiger beobachten die Sicherheitsexperten Unfälle von Menschen mit Kopfhörern oder Verkehrsteilnehmern, die im Strudel der Straßen immer noch auf ihre Mini-Computer einhämmern und die Umweltereignisse weitgehend verdrängen. Folge: Immer mehr „Crashs“ mit derart seltsam Entrückten seien zu verzeichnen.

Harald Hettich

Auch interessant:

Meistgelesen

Neue Obstbäume am Michaelianger in Berg am laim
Neue Obstbäume am Michaelianger in Berg am laim
Bürgerversammlung zur zweiten Stammstrecke in Berg am Laim
Bürgerversammlung zur zweiten Stammstrecke in Berg am Laim
Münchner Stadtrat beschließt: Kein Stadtstrand im Ostpark
Münchner Stadtrat beschließt: Kein Stadtstrand im Ostpark
Richtfest für künftiges Zentrallabor der München Klinik in Neuperlach
Richtfest für künftiges Zentrallabor der München Klinik in Neuperlach

Kommentare