Nacht-Regelung an der Kreuzung Unterhachinger- und Fasangartenstraße

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Bezirksausschuss Berg am Laim fordert Ausbau bei ÖPNV

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HALLO-Serie „Natur im Fokus“ — Teil 1

Bei der Polizei summt und brummt es

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Abends nach Dienstende kommt Hauptkommissar und Polizei-Imker Jürgen Brandl aufs Dach der Münchner Polizeiwache und sieht nach seinen Bienen.

 Viele Aktionen sind in den vergangenen Monaten initiiert worden, um Bienen, Schmetterlinge und Co. zu retten. Andere Projekte gibt es schon eine Weile. So wie das Bienen- Projekt der Münchner Polizei. Auf den Dächern der Inspektionen in der Altstadt, Neuperlach, Berg am Laim und anderen Revieren arbeiten fleißige Bienen.

Nein, es nicht so einfach, die aufgeregten Damen in Gewahrsam zu nehmen. Auch wenn es der Beamte der Polizeiinspektion 11 in der Münchner Altstadt gerne so hätte. Lieber weicht der junge Mann in Uniform auf der Terrasse über den Dächern Münchens da einen Schritt zurück. Doch sein Kollege, Jürgen Brandl vom Landeskriminalamt München, scheint die Lage im Griff zu haben. „Das Aggressionspotenzial war hoch, daher habe ich zügig gearbeitet“, so Brandl. Der Hauptkommissar trägt einen Hut mit Schleier, Handschuhe und eine langärmlige Jacke, als er sich dem Holzkasten auf der Dachterrasse nähert und diesen öffnet. Brandl ist Hobby-Imker und zuständig für die Münchner Polizeibienen. Seit 2015 kümmern sich Beamte der Münchner Polizei über den Dächern der Stadt um Bienen. „Wir jagen nicht nur Verbrecher, sondern tun auch mit praktischem Naturschutz etwas Gutes und setzen so ein Signal nach außen“, sagt Brandl, der für mehrere Bienenvölker zuständig ist. Ebenso imkern Polizisten zum Beispiel am Adenauerring in Neuperlach oder bei der Verkehrsabteilung an der Bad-Schachener-Straße in Berg am Laim. Im Gebäude unten fahnden die Beamten nach Verbrechern, kümmern sich um Verkehrsdelikte oder nehmen Anzeigen zu Betrugsdelikten auf. Und während die Polizisten auf Streife gehen, starten die Bienen vom Dach des Reviers aus zum Bestäuben. Seit diesem Jahr auch wieder ein Ziel für die Polizeibienen der Inspektion 11 an der Hochbrückenstraße ist da das Rathaus, das statt bienenunfreundlicher Geranien die Balkone heuer mit unter anderem Süßkartoffeln, Mehlsalbei, Löwenmäulchen und Wildsalbei bestückt hat. „Die Biene ist ein Symbol dafür, was wir mit der Natur machen und was wir für sie tun können“, sagt Hauptkommissar Brandl, der Initiator des Projekts ist. „Deutschlandweit waren wir die erste Behörde mit Bienen auf dem Dach, das hat uns einen Reputations- gewinn beschert und Honig, der wirklich lecker schmeckt!“ Die neun imkernden Polizisten aus München zeigen, wie gut das Imkern in der Stadt funktioniert. „Auf dem Land haben sie weniger Rückzugsmöglichkeiten, Monokulturen und Pestizide setzen den Bienen zu, die Flächenversiegelung kommt hinzu und der Klimawandel“, so der Münchner Imker. In der Stadt hingegen finden Brandls Kollegen in Gelb-Schwarz genug Nektar — ob im Ostpark, im Englischen Garten, bei den Friedhöfen oder in den Isarauen. „Mehr Honig als auf dem Land wird in der Stadt produziert“, weiß der Hauptkommissar, der erst nach Dienstende nach seinen Bienen-Völkern sieht. Der Arbeitsaufwand hängt von der Jahreszeit ab. „Im Frühling steige ich alle zwei Wochen hierher aufs Dach, zwischen Anfang Mai bis zur Sonnwende Mitte teilt sich das Volk, die Königin zieht mit aus, da kann es einem dann schon mal passieren, dass man gemütlich im Biergarten sitzt und dann einen Anruf vom Revier erhält, dass einem gerade die Bienen abhauen“, erzählt Brandl. Um die Ausschwärmer einzufangen, rückt die Polizei häufig mit den Kollegen der Feuerwehr ein. „Wenn die neue Königin dann da ist, reduziert sich die Schwarmstimmung, die Bienen werden wieder ruhiger“, sagt der Imker. Dann kommt die Zeit der Honigernte. „Da ist dann auch mal die ganze Familie beschäftigt — mit Gläser-Befüllen und Etikettieren“, so Brandl und fügt hinzu: „Die Arbeit des Imkers richtet sich eben danach, was die Biene verlangt.“ Ohne den Imker könnten die Biene kaum noch leben, betont ihr Freund und Helfer. Von den Nachbarn gäbe es keine Beschwerden. Gefährlich sei es ohnehin nur vor dem Flugloch des Bienenkastens. „Trotz unserer Bienen spricht auch nichts dagegen, dass die Kollegen oben auf der Dachterrasse ihre Pause verbringen“, sagt Brandl. Wichtig sei bei so einem Projekt, dass man nicht still und leise Bienenstöcke auf dem Dach eines Gebäudes aufstelle. „Wir setzen auf möglichst viel Transparenz. Also haben wir, bevor wir 2015 mit unserem Imker-Projekt starteten, vom Polizeipräsident über die Arbeitsschutzbeauftragten bis hin zu den Abteilungsleitern alle informiert und gefragt“, erzählt Brandl. Und bis auf die Imker hätten die Bienen auch noch keine Polizisten gestochen. Verena Rudolf

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