Wohnen mit süßer Historie

Pläne für Umwidmung der Unterbiberger Straße 15 in Perlach vorgestellt

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Den ehemaligen Forschungs- und Entwicklungsstandort von Kraft Foods R & D Inc. an der Unterbiberger Straße 15 in Perlach will die UBM Development Deutschland GmbH in ein Wohngebäude umwandeln.

Wo früher Lebensmittelforscher von Kraft Foods R & D Inc. an neuen Schokoladensorten tüftelten, sollen nun Menschen leben: UBM Development plant die Umwandlung des ehemaligen Forschungs- und Entwicklungsstandorts an der Unterbiberger Straße 15 in ein Wohngebäude.

Das 6800 Quadratmeter große Grundstück umfasst drei Gebäude mit mehr als 11.000 Quadratmetern Mietfläche und insgesamt 64 Pkw-Stellplätze. Bis Mitte vergangenen Jahres war das Areal Sitz der Kraft Foods R & D Inc., die dort im Bereich der Schokoladebranche tätig war. Doch mit der Schokoladenforschung ist es nun vorbei. Der neue Besitzer, die UBM Development Deutschland GmbH, die das Gelände 2018 erworben hat, plant dort in München so dringend benötigten Wohnraum. 60 bis 80 Wohnungen sollen entstehen. Die konkreten Pläne stellte jetzt das Münchner „Architekturbüro su und z“ in der Kommission für Stadtgestaltung vor.

Wie Florian Zielinski als Vertreter des Architekturbüros, das den Entwurf zusammen mit den Landschaftsarchitekten von Studio B München erarbeitet hat, erklärte, habe es zunächst Überlegungen gegeben, die alten Gebäude abzureißen und einen Neubau zu errichten. Doch dann habe sich der Bauherr UBM entschieden, den ursprünglichen 45 mal 30 Meter großen Bau aus den 70er Jahren zusammen mit den beiden Erweiterungen aus den 90er Jahren zu erhalten. 60 bis 80 Wohnungen sollen auf dem Areal, das nur wenige Fußminuten von der S-Bahn-Station Perlach entfernt ist, entstehen. Eine „folgerichtige Entscheidung“, da das Grundstück bereits von Wohngebäuden umgeben ist. Für die zuständigen Architekten keine einfache Aufgabe. Denn laut Zielinski sind die Abmessungen der Gebäude alles andere als ideal für Wohnungen. Vor allem das Tageslicht macht Probleme. Deshalb soll dem Hauptgebäude ein Teil in der Mitte entnommen werden. Dadurch entsteht ein Lichthof. Von diesem sollen Laubengänge zu den Wohnungen führen. Außerdem bietet der Hof Aufenthaltsmöglichkeiten für die Bewohner.

Zudem planen die Architekten, die bestehenden Gebäude aufzustocken. Dort sollen ebenfalls Wohnungen gebaut werden — anders als zur Unterbiberger Straße hin. Dort ist ein zweigeschossiger Neubau geplant, in dem kleinteilige Büroflächen entstehen wollen. Dort sollen sich Bewohner der Anlage einmieten können. Zudem soll der Bau den Verkehrslärm von der Unterbiberger Straße abschirmen. Außerdem soll auf dem Gelände noch eine KiTa eingerichtet werden.

Auch optisch soll sich an den Gebäuden etwas verändern. Statt des tristen Betons planen die Architekten eine einheitliche Holzvertäfelung. Der „waldartige Laubbaumbestand“ rund um das Grundstück soll erhalten bleiben und die Freiräume zwischen den Gebäuden sollen nutzbar gemacht werden.

In der Stadtgestaltungskommission stießen die Pläne auf großen Zuspruch. Er werde „uneingeschränkt begrüßt“ lautete das einstimmige Votum. Bis das Vorhaben umgesetzt wird, wirde es allerdings noch dauern. Da das Grundstück derzeit noch als Gewerbefläche gewidmet ist, steht als erstes eine Änderung des Bebauungsplans an. Rund zwei Jahre muss man alleine dafür veranschlagen. Und bis zum eigentlichen Baubeginn werden etwa drei Jahren vergehen.

pg

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