Münchens erste Parkour-Halle im Werksviertel-Mitte

800 Quadratmeter für Bewegungskünstler

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Sportler leben ihren Bewegungsdrang in der Parkour-Halle des Münchner Vereins „Free Arts of Movement“ im Werksviertel-Mitte aus.

Parkour ist eine Trendsportart, die alle Altersstufen anspricht. Kinder und Jugendliche leben ihren Bewegungsdrang aus, ohne sich im Wettkampf mit anderen messen zu müssen. Für Erwachsene ist Parkour eine neue Art der „Functional Fitness“. Der Verein „Free Arts of Movement“, der schon länger Trainings in München anbietet, hat nun eine eigene Halle: Das Erlebniskraftwerk im Münchner Werksviertel-Mitte wurde nun für Parkour-Sportler umgebaut.

Toben, hüpfen, klettern und Spaß haben — das ist im Erlebniskraftwerk im Werksviertel-Mitte schon länger möglich. Seit Mitte September gibt es nun eine Änderung: Den Indoor-Spielplatz Kultikids im Werk 5 an der Piusstraße 26 gibt es nicht mehr. Der Münchner Verein „Free Arts of Movement“ hat die Halle übernommen und bietet somit auch den Großen genügend Raum zum Austoben. Schon zu Kultikids-Zeiten war der Parkour- und Trampolinverein stundenweise in der Halle und hatte sein Büro im Werksviertel. Nun bestimmt „Free Arts of Movement“ mit seinem Vorsitzenden Andreas Ruby das gesamte Programm in dem 800 Quadratmeter großen Erlebniskraftwerk. „Begeistert wie Kinder, kompetent wie Profis“ — so beschreibt sich das Team des Münchner Parkour- und Trampolinvereins selbst. An mehreren Standorten in München bietet der gemeinnützige Verein bereits Kurse an, ob Parkour, Trampolin oder Freestyle-Akrobatik, ob für Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, ob draußen oder drinnen. Wie es im Namen „Free Arts of Movement“ schon drin steckt, konzentriert sich der Verein auf eine „Mischung aus freien Bewegungskünsten“ an, so Anna Ruby, die dritte Vorsitzende. Fitness erlangt der Sportler durch die verschiedenen Bewegungsformen, dabei trainiert er nicht auf Muskelmasse. „Unser Motto heißt: ,Power is nothing without control‘, bei uns geht es um Koordination und um Kontrolle über den Körper“, sagt Ruby. Keinem Trainer bei „Free Arts of Movement“ geht es um einen Wettkampf, es sei die Freude an der Bewegung, an der eigenen Fitness und der Körperkontrolle, die den Sportler bei der „Functional Fitness“ anspornen soll. Nur so kann sich der Einzelne frei entfalten.

Neues Basislager für Parkour-Sportler

Der markante Eingang durch die Lokomotive ins Erlebniskraftwerk im Werksviertel ist geblieben, doch innen hat sich eine Menge verändert. Es gibt Judo-Matten für die Freestyle- Akrobaten, ein Airtrack, ein Riesen-Trampolin und natürlich Parkour-Hindernisse und Stangen auf mehreren Etagen. Zwar wird der Verein weiter in Münchner Turnhallen Kurse anbieten. Doch mit dem Erlebniskraftwerk hat „Free Arts of Movement“ endlich ein Basislager, in dem die Sportler anders als in den Turnhallen von Schulen nichts auf- und dann wieder abbauen müssen. Und genügend Platz, um Workshops für Schulen, Firmen und Vereine anbieten zu können. Ebenso können Geburtstage oder Ferienkurse im Erlebniskraftwerk stattfinden. Demnächst soll noch eine Lounge-Area entstehen. „Doch in diesen ersten Wochen in der neuen Halle haben wir uns nicht mit dem Ausschank beschäftigen wollen“, sagt Ruby. Weiter oben auf der Prioritätenliste stand unter anderem die Entwicklung eines Angebots für Kleinkinder: Ab Mittwoch, 4. Dezember, treffen sich von 10 bis 12 Uhr im Erlebniskraftwerk die „Buntfrösche“. Anna Ruby, die bei „Free Arts of Movement“ für Projekte für Kleinkinder zuständig ist, bietet dieses „Intuitive Turnen“ für Zwei- bis Dreijährige an. Die „Buntfrösche“ sollen sich bei Bewegungsspielen selbst entdecken. „Die Kinder lernen, ihren Körper mit allen Sinnen wahrzunehmen und lernen dabei ihre körpereigenen Grenzen kennen“, erklärt Ruby. „Kleine Kinder gehen völlig frei an Herausforderungen heran und probieren gerne aus“, sagt sie. Ergänzt wird das Bewegungs- von einem Kunstprogramm. So wechseln sich Aktivitäten wie Springen und Klettern mit ruhigen Angeboten wie Gestalten, Malen und Bauen ab. „Die Eltern sind währenddessen dabei“, so die Trainerin. „Das ist gut so, ich habe für sie Tipps, wie ihre Kinder ein gesundes körperliches Selbstwertgefühl entwickeln, ohne dass ihre Eltern Angst haben, wenn sie die Welt entdecken.“ Und wer weiß? Einen natürlichen Bewegungsdrang haben ja auch Eltern. Vielleicht sind es also sie, die das Kursprogramm von „Free Arts of Movement“ unter www.freeartsofmovement.com als Nächste studieren.

Verena Rudolf

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