Wohnen statt Gewerbe

Nutzungsänderung an der Maximilian-Kolbe-Allee in Neuperlach geplant

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Das Anwesen Maximilian-Kolbe-Allee 8 soll aufgestockt werden — und die Gewerbebetriebe sollen raus.Foto: fit

19 Neuperlacher Gewerbetreibende bangen um ihre Existenz. Ihnen droht die Kündigung, weil das Haus an der Maximilian-Kolbe-Allee 8 aufgestockt werden soll und gleichzeitig die Gewerbeflächen in Wohnraum umgewandelt werden sollen.

„Maximilian-Kolbe-Allee 8, Aufstockung eines Gebäudes für 38 Wohneinheiten sowie Nutzungsänderung zu 19 Wohnungen“, heißt es auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses Ramersdorf-Perlach lapidar. Doch für 19 Gewerbetreibende geht es dabei um viel mehr, vielleicht sogar um ihre Existenz. Schließlich ist ein Geschäftsumzug keine einfache Angelegenheit, droht der Verlust von Stammkundschaft, müssen unter Umständen Kredite bedient werden. „Es geht hier um 19 Existenzen“, erklärte denn auch Astrid Schweitzer (SPD) im Bezirksausschuss die Situation für die Inhaber.

Und Wolfgang Thalmeir, der für die CSU einen Dringlichkeitsantrag zu dem Thema einbrachte, betonte, der BA müsse den eindeutigen „Willen zum Erhalt des Gewerbes“ zeigen. Deshalb solle das Gremium die Lokalbaukommission auffordern, bei den erforderlichen Nutzungsänderungen sehr genau hinzusehen.

Auch den Grund für die Umnutzung glaubt Thalmeir, der auch Vorsitzender des Unterausschusses für Bauvorhaben, Stadtplanung und Bürgerbeteiligung ist, zu kennen. Wegen der Aufstockung um 38 Wohnungen fordere die Landeshauptstadt die Schaffung von öffentlich geförderten Wohnraum. Und den, so der CSU-Politiker, wolle der Eigentümer wohl in den bisherigen Gewerberäumen unterbringen.

Negative Auswirkungen befürchtet Thalmeir aber auch für die Nachbarschaft. Durch die vielen Läden und Praxen sei dieser Bereich bisher gut versorgt. Dies könne sich durch die jetzt geplante Umnutzung jedoch erheblich verschlechtern. Um dies zu verhindern, will der Bezirksausschuss das Thema hautnah begleiten. So wird sich auch Thalmeirs Unterausschuss auf seiner nächsten Sitzung mit der Thematik befassen und ausloten, was das Gremium zum Erhalt des Gewerbes beitragen kann. Die Sitzung ist öffentlich und findet am Dienstag, 2. April, um 19 Uhr im Technischen Rathaus an der Friedenstraße 40 (Raum 0.409) statt.

Aber auch die betroffenen Gewerbetreibenden wollen nicht untätig bleiben. Sie planen selbst Aktionen wie etwa eine Unterschriftensammlung. 

fit

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