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Notunterkunft für ukrainische Flüchtlinge in Berg am Laim

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Von: Roman Wintz

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Ein Rohbau steht auf einem eingezäunten Grundstück
Dort, wo einst die Griechische Schule geplant war, sollen nun ukrainische Kriegsflüchtlinge unterkommen. © HLV/fit

Millionen Menschen sind auf der Flucht vor dem Krieg in der Ukraine. Tausende von ihnen sind nach München geflüchtet. 400 sollen nun in Berg am Laim untergebracht werden.

Millionen Menschen haben seit Kriegsbeginn die Ukraine verlassen. In Deutschland sind inzwischen mehr als 357.000 ukrainische Kriegsflüchtlinge registriert. Ukrainische Flüchtlinge werden auch in Berg am Laim unterkommen. Dazu wird in den kommenden Wochen eine Notunterkunft entstehen. Die Landeshauptstadt München plant, bis Ende April auf dem ehemals griechischen Schulgrundstück an der Hachinger-Bach-Straße vier Leichtbauhallen mit bis zu 400 Bettplätzen für die Akutunterbringung Vertriebener zu errichten.

Im Rahmen der Bauarbeiten für die Unterkunft könne es in der näheren Umgebung zu Beeinträchtigungen durch Lärm, Baustellenverkehr sowie verschmutzte Straßen kommen, so das städtische Baureferat in einem Informationsschreiben für die Anwohner. Selbstverständlich bemühe man sich aber, die Beeinträchtigungen möglichst gering zu halten. Bei Fragen zur Unterbringung steht das städtische Sozialreferat per E-Mail an ukraine.soz@muenchen.de zur Verfügung, Fragen zum Bauprojekt an der Hachinger-Bach-Straße beantwortet das Baureferat per E-Mail an ukraine.bau@muenchen.de.

Zentrale Anlaufstelle für Geflüchtete ist der Info-Point im Hauptbahnhof, wo es eine erste Versorgung und Beratung gibt. Wer am nächsten Tag weiterreisen will, erhält eine Übernachtungsmöglichkeit in Bahnhofsnähe. Wer zunächst in München bleiben will, wird in das Ankunftszentrum in der Messe in Riem gebracht. Für vulnerable Gruppen wie Pflegebedürftige oder chronisch Kranke gibt es spezielle Unterbringungsmöglichkeiten, ebenso für unbegleitete Minderjährige.

Mit der Inbetriebnahme des Ankunftszentrums für Geflüchtete in Riem steht den Ankommenden neben Schlafplätzen und Sanitäranlagen auch ein umfassendes Beratungs- und Unterstützungsangebot der Stadt direkt vor Ort zur Verfügung. Aktuell sind in den Messehallen rund 2000 Personen untergebracht, vorwiegend Frauen und Kinder. Sie erhalten täglich drei Mahlzeiten. In einem Shop können sie sich kostenfrei mit gespendeter Kleidung und Hygieneartikeln versorgen.

Bei Bedarf werden sie vor Ort ärztlich versorgt. Auch eine psychosoziale Beratung ist gewährleistet. Für die Kinder- und Sozialbetreuung ist ein eigener Bereich ausgewiesen. Das Stadtjugendamt bietet dort Frühe Hilfen für Schwangere und Familien mit kleinen Kindern sowie weitere Unterstützungsangebote für Kinder, Jugendliche und Familien. Der Kreisjugendring organisiert eine Spiel- und Freizeitbetreuung und auch die freien Wohlfahrtsverbände stellen Sozialpädagogen für die Betreuung der Kinder ab.

„Es ist uns wichtig, Kinder und Familien in der Messe möglichst gut zu unterstützen“, fasst Bürgermeisterin Verena Dietl die Bemühungen zusammen. Dafür hat der Stadtrat insgesamt 84 Millionen für die Erstbetreuung der Geflüchteten aus der Ukraine zur Verfügung gestellt. Damit sollen der Betrieb von Unterkünften, Verpflegung, Dolmetscher, Beratungs- und Betreuungsangebote für Familien finanziert werden. Insgesamt sind derzeit 2700 Geflüchtete in Interimsunterkünften untergebracht, 8000 konnten von den Münchner Freiwilligen in Privatunterkünfte vermittelt werden.

Diese Unterbringungen sind aber nur eine Übergangslösung. Um auch mittel- und langfristige Unterbringungsmöglichkeiten zu finden, wurde im Sozialreferat deshalb die Task Force „Ukraine“ eingerichtet. Unter der Leitung von Bürgermeisterin Verena Dietl werden dort geeignete Objekte und Flächen gesucht. Informationen zur Unterstützung Geflüchteter in München findet man unter www.muenchen.de/ukraine.

rwi

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