Kampfansage für den Umweltschutz

Luis sammelt 100 Kilogramm Müll in Neuperlach und Waldperlach

Auf den ersten Blick grün und sauber, auf den zweiten doch nicht: In Neuperlach und Waldperlach sammelt Luis Müll und zeigt, wieviel Kilogramm dabei zusammenkommen.
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Auf den ersten Blick grün und sauber, auf den zweiten doch nicht: In Neuperlach und Waldperlach sammelt Luis Müll und zeigt, wieviel Kilogramm dabei zusammenkommen.

Nur weil sich Menschen an Probleme gewöhnen, sind sie dadurch noch lange nicht gelöst. In Neuperlach und Waldperlach hat sich der 18-jährige Luis der Vermüllung von Grünanlagen angenommen. HALLO-Volontärin Pia Getzin hat ihn begleitet.

Neuperlach/ Waldperlach – Schön ist es Im Gefilde. Die Bäume sind schon in kräftigem gelb und rot gefärbt, die Rasenflächen zwischen Neuperlach und Waldperlach sind grün. Das ist zumindest das, was ich sehe, als ich den Weg zwischen Otto-Hahn-Ring und Im Gefilde mit dem Fahrrad entlang fahre. Doch diese Sicht wird sich in wenigen Minuten ändern.

Luis ist 18 Jahre alt und anstatt seine Zeit zwischen Schulabschluss und dem Beginn seines Freiwilligen Sozialen Jahres am Computer oder an der Playstation zu verbringen, ist er in Neuperlach und Waldperlach unterwegs, um Müll zu sammeln. „Das Thema lässt mich nicht los“, sagt er.

Während wir auf dem selben Weg gehen, den ich davor mit dem Fahrrad entlang gefahren bin, erklärt Luis, wie er zum Müllsammeln kam. Begonnen hat alles vor einigen Jahren, als er auf Mallorca war, und dort beschloss, am Strand aufzuräumen. Aufräumaktionen gibt es bereits zahlreiche, so wie die „Ramadamas“, die auch hier in Waldperlach veranstaltet werden. „Grundsätzlich finde ich Ramadama eine gute Idee“, so der 18-jährige, „aber es ist ja nur einmal im Jahr“. In den letzten Wochen ist er immer wieder rausgegangen, ausgerüstet mit Mülltüten, Handschuhen und einer Müllzange. Er habe innerhalb von sieben Tagen über 100 Kilogramm Müll gefunden. Und das nur in der Gegend zwischen Neuperlach und Waldperlach.

„Ich will zeigen, dass man auch als einzelner etwas ausrichten kann“, sagt Luis. Er wolle andere dazu inspirieren, im Alltag öfter hinzuschauen und Müll mitzunehmen. Er selbst sei schon mal vier bis fünf Stunden unterwegs. „Wenn man nicht darauf achtet, sieht man es gar nicht“, sagt er.

Und damit hat er durchaus recht. Denn als ich stehen bleibe und mich umschaue, sehe ich tatsächlich Müll. Vor allem Plastikverpackungen von Getränken und Lebensmitteln. Gerade hatte ich noch gesagt, dass doch gar nicht so viel Müll herumliege. Ich habe ihn nicht wahrgenommen. „Das wird man nie wieder los“, sagt Luis und lächelt. Er könne es gar nicht mehr ignorieren. „An Autobahnen ist es besonders schlimm“. Da sehen ja sogar Laien wie ich die Verschmutzung. Für ihn ist das dann schon eine Reizüberflutung.

Außer den Handschuhen, der Zange und den Tüten hat der 18-jährige auch eine Hängewaage dabei. Er wiege den Müll, um die Ausmaße besser sichtbar zu machen. So könnten sich die Leute besser vorstellen, wieviel davon auf einer relativ kleinen Fläche zusammenkommt. Gerade auch wenn man bedenkt, dass etwa Plastik ein sehr leichtes Material ist.

Die Hoffnung darauf, dass Passanten ihre Verpackungen einfach in Mülleimer werfen oder mit nach Hause nehmen, hat Luis nicht. Es gebe immer ein paar, die ihren Müll einfach am Wegesrand fallen lassen. Ein Kampf, der sich nicht gewinnen lässt? Dabei werden nicht nur Dinge wie Verpackungen weggeworfen. Neben Kühlakkus hat er auch schon Lithiumbatterien und Medikamentenspritzen gefunden. Müll also, der nicht nur für die Umwelt und die Tiere schädlich sein kann, sondern auch für Menschen.

Der 18-jährige wünscht sich, dass mehr Menschen einen Blick für den Müll bekommen. „Es reicht ja schon, wenn man mal das Bonbon-Papier aufhebt“, sagt er. Jeder könne einen Beitrag leisten. „Viele sagen ja, als einzelner würde man nichts ausmachen. Ich hatte nicht gedacht, dass ich alleine hier so viel finde“, so Luis. Sollten sich Mitstreiter finden, will er den Stadtbezirk auch mal verlassen, um zu sehen, wieviel sich an anderen Orten Münchens finden lässt. 

pg

Auf seinen Kanälen auf Facebook (@LuisGreenSpirit) und Instagram (GreenSpiritM) postet Luis aktuelle Infos und Funde.


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