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Die „Hohe Diplomatie“ hautnah erlebt

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Jakob Schabus als Vertreter Chiles bei der MUN-Konferenz in New York.
Jakob Schabus als Vertreter Chiles bei der MUN-Konferenz in New York. © oh

Terrorismusbekämpfung ist bei den Vereinten Nationen ein immer wieder heiß diskutiertes Thema. Auch Jakob Schabus hat sich damit beschäftigt. Quasi bei der UNO. Denn der Neuperlacher hat am Projekt „National Model United Nations“ teilgenommen und die Welt der hohen Diplomatie direkt in New York kennen gelernt.

Die Model-United-Nations- Konferenzen (MUNs) sind die größten Konferenzsimulationen der Vereinten Nationen im United Nations Headquarter in New York. Bei den Planspielen schlüpfen die Teilnehmer in die Rolle von Delegierten bei den Vereinten Nationen. In simulierten Gremien wie dem Sicherheitsrat oder der Generalversammlung debattieren die Delegierten aus der ganzen Welt über politische Themen, handeln Kompromisse aus und verabschieden Resolutionen. „Jeder der Teilnehmer vertritt einen Staat, in dessen Position er oder sie sich vor der Konferenz eingearbeitet hat“, erzählt Jakob Schabus. „Dabei zählt aber nicht die persönliche Meinung. Die Aufgabe ist vielmehr, die offizielle Position des zu vertretenden Staates möglichst realistisch wiederzugeben.“ So wie es der 21-Jährige gerade gemacht hat. Denn der Neuperlacher war als Vertreter Chiles bei der jüngsten MUN in New York und hat dort einmalige Erfahrungen gemacht.

Bis zu neun Stunden am Tag wurde verhandelt — wie bei den großen Vorbildern, denen sie beim Besuch realer UNO-Sitzungen über die Schulter schauen konnten. Abends standen dann noch Team-Besprechungen an. Ein voller Tagesplan also, verbunden mit viel Arbeit. Doch Schabus hat das nicht gestört. „Mir hat es sehr gut gefallen, die ganze Sache hat viel Spaß gemacht“, erzählt er. Nächstes Jahr will er wieder bei einer MUN mitmachen, dann allerdings als Tutor, der einen neuen UNO-Vertreter in seine Aufgaben einweist.

Denn bevor man Delegierter wird, gilt es, einige Hürden zu überwinden, wie Schabus aus eigener Erfahrung weiß. Von 100 Bewerbern werden gerade einmal 20 genommen. Ein enges Auswahlverfahren, bei dem Neuperlacher sein Politik-Studium geholfen hat. Sein Interesse an Politik hat Schabus erst auf die Idee gebracht, sich für das Projekt zu bewerben: „Ich wollte mich unbedingt neben meinem Studium an der Uni engagieren. Und da hat mir eine Dozentin diesen Tipp gegeben.“ Kurzerhand bewarb sich Schabus, absolvierte Auswahlverfahren und Vorbereitungskurse und dann ging es auf zur UN.

Dort habe er tolle Erfahrungen gemacht und eine spannende Zeit erlebt, betont er. Reift da etwa ein neuer Diplomat heran? Schabus lacht und verneint. Seine Berufsvorstellungen gehen in eine andere Richtung. Journalist könnte er sich vorstellen, da hat er bereits ein Praktikum beim Münchner Merkur hinter sich. Oder an der Uni bleiben, seinen Dr. machen und dann für eine internationale Organisation arbeiten.

Bleibt bei so viel Arbeit und Engagement noch Zeit für Hobbies? Schabus antwortet mit einem klaren „Ja“. Gitarre spielen, Sport, Lesen und „unglaublich gern Reisen“, gehören zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Deshalb soll es nach dem Bachelor-Abschluss an der Uni auch erst einmal nach Kanada gehen.

fit

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