Proben am offenen Fenster

KulturBunt Neuperlach startet Corona-Aktion: Musik für alle offline

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Musik für alle auch mal offline: Das wollen die Künstlerinnen und Künstler von KulturBunt in Neuperlach wieder bieten (Symbolbild).

Neuperlach – KulturBunt Neuperlach möchte ein Zeichen setzen und der notleidenden Münchner Kultur wieder auf die Bühne helfen. Die Aktion heißt Proben am offenen Fenster, Auftakt ist am 9. Mai um 17 Uhr im Kulturhaus Neuperlach an der Albert-Schweitzer-Straße 62 mit Roland Hefter – und das völlig „offline“. Selbsternanntes Ziel der Aktion ist nicht nur, die äußerst systemrelevante Münchner Kulturlandschaft aus ihrem Streaming-Exil zu (er-)lösen, sondern Künstlerinnen und Künstler dabei auch fair zu vergüten.

Als Nebeneffekt soll Proben am offenen Fenster allen anderen ein wenig Freude in den Alltag zurückzaubern: Neugierige Passantinnen und Passanten sind dazu eingeladen, bei ihren obligatorischen Spaziergängen und Hamstereinkäufen ins Schaufenster hochzublicken und mitzulauschen – natürlich mit gebotenem Hygieneabstand.

Die Aktion ist zudem Teil der Glänzenden Aktionstage der Vielen. Die Vielen sind ein Bündnis für die Sicherung der Kunstfreiheit gegen Rechts, ein Anliegen, das derzeit dringender denn je erscheint: Auch wenn es um das Thema Rechtspopulismus zuletzt still wurde – als Sprachrohr der Demokratie ist die Kunst gerade in Zeiten der Freiheitsbeschränkung gefragt.

KulturBunt Neuperlach gehörte dabei zu den Erstunterstützern der bayerischen Vielen. Der Kulturverein hatte sich vor ein paar Jahren umbenannt, um seine integrative, interkulturelle Arbeit stärker in den Vordergrund zu rücken. So bot KulturBunt schon zu Beginn der Corona-Krise an, Sozialprojekte für Hilfsbedürftige zu unterstützen und dadurch andere Gesellschaftsbereiche zu entlasten.

Für sein neuestes Projekt lädt der Verein prominente „Modelle“ in sein Schaufenster ein: Am 9. Mai ist der Liedermacher und „Künstler mit Herz“ Roland Hefter zu Gast. Ihn unterstützt Stephan Reiser am Saxophon. Bekannt wurde Hefter vor allem durch seinen Anti-AfD-Song Mia ned vor der Landtagswahl 2018. Zuletzt sorgte der politische Liedermacher mit seinem Video Es werd koa Wiesn gebn für Aufsehen – der selbsternannte „Nicht-Wiesnhit“ soll über den diesjährigen Ausfall des Volkfsfests hinwegtrösten. Im Gegensatz dazu gibt es diesmal aber etwas zu feiern: Die Aktionstage der Vielen möchten mit einem „Glänzenden Rauschen“ an das Ende des zweiten Weltkrieges und die Befreiung vom Nationalsozialismus erinnern.

Mehr über Neuerlach und den Münchner Osten gibt es in der Übersicht.

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