Auch während der Corona-Krise

Im Notfall nicht zögern: Menschen mit akuter und schweren Symptomen sind Notfallpatienten 

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Bei akuten Symptomen, die etwa auf einen Herzinfarkt hinweisen, müssen Betroffene dringend behandelt werden. Auch in Zeiten der Corona-Krise (Symbolbild).

Die München Klinik ist der größte Notfallversorger der Stadt München. Der kommunale Klinikverbund betont angesichts der Corona-Krise erneut: In den Notfallzentren werden schwer und lebensbedrohlich erkrankte Menschen versorgt. 

Neuperlach/München – . „Wir beobachten aktuell eine besorgniserregende Entwicklung – einige Menschen haben Angst, sich in Krankenhäusern mit Sars-CoV-2 zu infizieren oder nicht behandelt zu werden, und zögern deshalb dringend lebensnotwendige Behandlungen hinaus. Dieses Zögern ist die eigentliche Gefahr – denn im Notfall zählt jede Minute. Als Mediziner richten wir deshalb einen dringenden Appell an die Münchner: Wenn es Ihnen plötzlich sehr schlecht geht oder Sie akute Schmerzen haben: Bitte zögern Sie nicht und wählen Sie den Notruf 112. Nur wenn wir Sie rechtzeitig sehen, können wir Ihnen gut helfen“, sagt Prof. Ellen Hoffmann, Chefärztin der Klinik für Kardiologie und internistische Intensivmedizin an der München Klinik Bogenhausen und Schwabing. 

Darauf weisen auch die kardiologischen Fachgesellschaften in einem gemeinsamen Schreiben an die Bildungs- und Forschungsministerin Anja Karliczek hin: Akute lebensbedrohliche Herzerkrankungen bedürfen einer Notfall-Versorgung im Krankenhaus in der Kardiologie, Herzchirurgie und auch Kinderkardiologie. Kein Patient sollte aus Angst vor einer Infektion mit dem Corona-Virus auf die zwingend notwendige medizinische Hilfe in einem Krankenhaus verzichten.

Wer dringend ärztliche Hilfe benötigt, sollte nicht zögern die Notrufnummer 112 zu wählen oder in die nächstgelegene Notaufnahme zu gehen. Das gilt insbesondere bei lebensbedrohlichen und schweren Erkrankungen, wie bei Verdacht auf einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Akut eintretende, schwere Bauchschmerzen können ebenfalls Hinweis auf eine schwere Erkrankung wie eine Blinddarmentzündung, eine akute Gallenblasenentzündung oder einen Darmverschluss sein und bedürfen der umgehenden medizinischen Abklärung. Auch Unfall- oder Brandverletzungen, Knochenbrüche, hoher Blutverlust, Kopfverletzungen und (Blut-) Vergiftungen sind Notfälle und müssen umgehend behandelt werden.

Patientenströme werden in den Notfallzentren getrennt

In den Notaufnahmen der München Klinik besteht für Notfallpatienten kein erhöhtes Risiko einer Sars-CoV-2-Infektion. Alle Notfallpatienten werden umgehend auf Verdachtssymptome untersucht – Menschen mit Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung erhalten umgehend einen Mund-Nasen-Schutz und werden von Notfallpatienten ohne Covid-19-Verdacht bis zum vorliegenden Testergebnis in getrennten Bereichen separiert. Auch für die weitere klinische Behandlung hat die München Klinik getrennte Behandlungspfade etabliert. An den Standorten Schwabing und Bogenhausen hat die München Klinik als zusätzliche Schutzmaßnahme Triage-Zelte vor den Notfallzentren aufgestellt, sodass Personen mit Verdacht auf eine Covid-19-Erkrankung und entsprechender Symptomatik außerhalb der Notaufnahmen untersucht und diagnostiziert werden können.

Um Wartezeiten zu vermeiden, sollten Menschen, die keine lebensbedrohliche Erkrankung haben oder eine bereits länger bestehende, nicht akut eintretende Symptomatik abklären lassen möchten, tagsüber unter der Woche ihren Hausarzt kontaktieren. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten sind die ärztlichen Bereitschaftspraxen (Standorte und nähere Informationen: www.116117.de) oder der Bereitschaftsdienst unter Telefon 116117 der richtige Ansprechpartner. Weiterhin richtet die München Klinik einen Appell an alle Menschen mit leichten, grippeähnlichen Symptomen, die befürchten an Covid-19 erkrankt zu sein: Die Notfallzentren sind keine Covid-19-Teststationen. Menschen mit Verdacht auf Covid-19 sollten aus Rücksicht auf schwer erkrankte Notfallpatienten und das Klinikpersonal nicht in die Notfallzentren kommen. Die Testung erfolgt ambulant über den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Generell sollten Menschen mit Verdacht auf Covid-19 zuhause bleiben und sich unter Telefon 116117 informieren oder den regional eingerichteten Corona-Hotlines.

Mehr über den Münchner Osten gibt es in der Übersicht.

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