Standort Michaelibad

Geothermieanlage in Neuperlach – Ökostrom auf der Wiese

Am Standort Michaelibad könnte ein Geothermiekraftwerk besonders effizient betrieben werden, sagen die Stadtwerke München.
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Am Standort Michaelibad könnte ein Geothermiekraftwerk besonders effizient betrieben werden, sagen die Stadtwerke München.

Die Stadtwerke München (SWM) wollen ein neues Geothermiekraftwerk bauen. Dafür kommt die Liegewiese am Michaelibad in Frage (HALLO berichtete). Doch viele Neuperlacher sehen die Planungen kritisch.

Neuperlach  – Klimaneutralität bis 2035: So lautet der Plan der Landeshauptstadt München. Ein wesentlicher Beitrag dazu dürfte die Versorgung der Stadt mit Energie aus erneuerbaren Ressourcen sein. Die SWM möchten deshalb ein neues Geothermiekraftwerk bauen. Als geeigneten Standort sehen die Stadtwerke die Liegewiese am Michaelibad.

Den Standort sehen viele kritisch. So auch die CSU im Stadtrat, die dazu im Januar einen Antrag stellte. Demnach sollen die Planungen zurückgestellt werden, bis die Bezirks–ausschüsse Ramersdorf-Perlach und Berg am Laim sowie der Stadtrat diese behandelt haben. Wenn es nach der CSU geht, soll die Entscheidung über die Geothermieanlage am Michaelibad im Stadtrat fallen. Für die Errichtung der Geothermieanlage müsste die dortige Liegewiese für mindestens ein Jahr gesperrt werden.

Die SWM, denen das Grundstück gehört, antworteten nun auf die Forderungen der CSU. Der Standort im Südosten von München verspreche besonders hohe Temperaturen im Stadtgebiet, heißt es in dem Schreiben. Die Anlage könnte dort also am effizientesten betrieben werden. „Aktuell laufen konzeptionelle Untersuchungen am Standort Michaelibad, der aus Sicht der SWM die idealen Voraussetzungen aufweist: Es sind unterirdisch ausreichend gut geeignete Ziele vorhanden, die bohrtechnisch gut erschlossen werden können und die den weiteren Ausbau der Geothermie in München nicht behindern.“

Die CSU mahnte in ihrem Antrag, dass die Anwohner bei den Planungen unbedingt berücksichtig werden müssten. „Das Michaelibad versorgt die zirka 170.000 Einwohner der Stadtteile Ramersdorf-Perlach und Berg am Laim. Der Prozentsatz von Kindern und Jugendlichen ist beachtlich“, so die Stadträtinnen Anja Burkhardt, Beatrix Burkhardt und Ulrike Grimm. Die Auswirkungen auf die Nutzung des Bades und die Frage des Lärmschutzes für die Anwohner seien ungeklärt.

Die Stadwerke versichern in ihrer Antwort, dass die Akzeptanz der Bürger für die Geothermieanlage wichtig sei. „Oberstes Ziel der SWM ist dabei die Minimierung der Auswirkungen auf Nachbarn und Besucher des Michaelibades. Der Badebetrieb auch des Sommerbades sollte durch die Bauarbeiten so wenig wie möglich beeinträchtigt werden, lediglich ein Teil der Liegewiese würde für die Dauer der Bauarbeiten nicht zur Verfügung stehen.“ Ohnehin befände sich die Planung für den Standort noch in einem frühen Stadium.

Mit dem Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach (BA) hatte die SWM bereits einen Besichtigungstermin für die Bohrstelle der Geothermie-Anlage am Heizkraftwerk Süd ausgemacht. Der konnte jedoch aufgrund der derzeitigen Situation noch nicht stattfinden. Der Termin wurde in der letzten Sitzung des „alten“ Bezirksausschusses auf die Liste mit Ortsterminen (HALLO berichtete) gesetzt. Auch wollen die Stadtwerke den Mitgliedern des BA einen Besuch der bereist bestehenden Geothermieanlage in Riem ermöglichen, damit diese sich ein umfassendes Bild machen können.

pg


Mehr über Neuperlach gibt es in der Übersicht.

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