Ein Stadtviertel als Lager

Empörung über Busdepot-Planungen in Neuperlach

Neben einem U-Bahnbetriebshof in Neuperlach Süd und einem Trambetriebshof in Ramersdorf soll der 16. Stadtbezirk nun noch ein Busdepot bekommen. Die Stadtwerke München und das Planungsreferat haben einen Standort als geeignet bestimmt.
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Neben einem U-Bahnbetriebshof in Neuperlach Süd und einem Trambetriebshof in Ramersdorf soll der 16. Stadtbezirk nun noch ein Busdepot bekommen. Die Stadtwerke München und das Planungsreferat haben einen Standort als geeignet bestimmt.

Ein Trambetriebshof in Ramersdorf und ein U-Bahnbetriebshof in Neuperlach Süd sind bereits in Planung. Nun soll der 16. Stadtbezirk auch noch ein Busdepot bekommen – zur Empörung des Bezirksausschusses.

Ramersdorf-Perlach – Er müsse etwas mitteilen, was den Bezirksausschuss (BA) in den nächsten Jahren intensiv beschäftigen würde. So leitete der BA-Vorsitzende Thomas Kauer seine Nachricht ein, dass der 16. Stadtbezirk Münchens neben einem Trambetriebshof und einem U-Bahnbetriebshof nun auch noch einen Abstellplatz für Busse bekommen soll.

Nach den Vorstellungen der Stadtwerke München (SWM) und des Planungsreferats soll das Busdepot zwischen dem geplanten U-Bahnbetriebshof und der derzeitigen Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete an der Arnold-Sommerfeld-Straße platziert werden. Es handele sich um eine tempöräre Lösung. „Wobei temporär in diesem Fall zehn Jahre heißt“, betonte Kauer.

Die Mitglieder des BA zeigten sich über die Pläne der Stadtwerke München (SWM) und des Planungsreferats empört. Auch deshalb, weil sie von den Plänen eher zufällig erfuhren. „Wenn ich ein Preuß‘ wär‘, würde ich sagen: Ich fühle mich verhohnepiepelt“, so die SPD-Vorsitzende Astrid Schweizer. Denn aufgefallen sind die Planungen für das Busdepot nur durch den geänderten Flächennutzungsplan für den U-Bahnbetriebshof. Noch befindet sich das Bauvorhaben in einer sehr frühen Planungsphase.

Den Standort hält der BA für völlig ungeeignet. „Man muss sich vergegenwertigen, dass die Fläche an einen Landschaftspark grenzt“, so Kauer. Die Fläche sei zu wertvoll für solch eine Nutzung. Gunda Wolf-Tinapp (Grüne) verwies auch auf das angrenzende Gelände „Im Gefilde“: Ein schöner, grüner Fleck in Neuperlach und ein Treffpunkt für die Anwohner.

Ab 2023 würden die SWM etwa 40 Busse auf dem Depot abstellen. Diese rücken dann frühmorgens aus und kehren teilweise erst nachts zurück. Das wäre auch eine Lärmbelastung für Anwohner. Zwar verweist die SWM darauf, sich mit dem BA absprechen zu wollen. Darüber konnten die BA-Mitglieder allerdings eher nur müde lächeln. Schließlich warten sie seit zwei Jahren auf eine entsprechende Informationsveranstaltung zum U-Bahnbetriebshof, dessen Planung schon deutlich weiter fortgeschritten ist.

Klar ist: Der BA will gegen die Planung des Busdepots kämpfen. Denn Ramersdorf-Perlach ist ein Stadtviertel, das seinen Bewohnern ebenso Lebensqualität bieten will wie die Bezirke in der Innenstadt. Zwar habe man Verständnis dafür, dass die SWM Flächen brauche. „Es ist, als ob man ein Pendel über München kreisen lässt und dann fällt es zufällig immer bei uns runter“, so Kauer.

pg

Mehr über Ramersdorf-Perlach gibt es in der Übersicht.

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