Ein neuer Schandfleck

Neues Kulturhaus auf dem Hanns-Seidel-Platz in Neuperlach — bisher nur Brachfläche

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Das Kulturhaus-Provisorium am Hanns-Seidel-Platz ist längst Geschichte, der Bau des endgültigen Kulturzentrums steht noch in den Sternen.

Am Hanns-Seidel-Platz wird emsig gewerkelt, das Neuperlacher Zentrum wächst in die Höhe. Nur die Nordparzelle liegt im Dornröschenschlaf. Dort soll einmal das Kulturzentrum entstehen. Doch wann, steht noch in den Sternen. Der Bezirksausschuss fordert deshalb eine Zwischennutzung.

Neuperlach — Sechs Jahre mit weiteren vier Jahren Option läuft der Mietvertrag für das Kulturhaus-Provisorium an der Albert-Schweitzer-Straße, das vor wenigen Wochen eröffnet wurde. Gut möglich also, dass der Stadtteil noch zehn Jahre auf sein endgültiges Kulturzentrum warten muss — mindestens. Und damit die Nordparzelle auf dem Hanns-Seidel-Platz, auf der die Kultureinrichtung einmal entstehen soll, ebenso lange brach liegt. Für die Mitglieder des Bezirksausschusses Ramersdorf-Perlach eine erschreckende Vorstellung. Auf Antrag der CSU beschloss das Gremium deshalb einstimmig, dass die Landeshauptstadt „im Zusammenwirken mit den benachbarten Grundstückseigentümern sowie dem Bezirksausschuss ein Konzept für eine Zwischennutzung erarbeitet und umsetzt“. Diese Zwischennutzung soll bereits 2020/2021 beginnen und bis zum Baubeginn eines Kulturzentrums auf der Nordparzelle dauern.

Ideen für ein solches Konzept hat der BA auch schon. Bespielbare Flächen für ein Open-Air-Kino oder eine kleine Bühne können sich die Stadtteilpolitiker vorstellen. Aber auch ein Kinderspielplatz, Urban-Gardening-Projekte, ein Geschichtspfad über Neuperlach, ein Trimm-Dich-Parcour, ein Ausstellungscontainer für Projekte der Sozialen Stadt oder die künftige Nutzung des Hanns-Seidel-Platzes sowie Pop-up-Gastronomieeinheiten schweben den BA-Mitgliedern vor. Und weitere Ideen sind jederzeit willkommen.

Mit seinem Vorstoß will der Bezirksausschuss verhindern, dass wegen der Verzögerungen bei der Planung und Realisierung des Kulturhauses auf dem Hanns-Seidel-Platz eine Brachfläche entsteht, „die schlimmstenfalls einen Schandfleck im Herzen Neuperlachs darstellen wird“. Dies möge „Mahnmal-Charakter“ haben, sei jedoch „aus örtlicher Sicht unbedingt zu vermeiden“, heißt es in dem Antrag. Noch dazu, da nach Ansicht des Stadtteilparlaments die Stadt die alleinige Schuld trägt: „Da die Verzögerungen in der Umsetzung des Kultur- und Bürgerhauses ausschließlich der Landeshauptstadt München zuzurechnen sind, ist selbige auch in der Pflicht, hier eine Übergangssituation zu moderieren“, schreibt Initiator Thomas Kauer in seinem Antrag. Die provisorische Herstellung und Nutzbarmachung der Flächen seien dabei vorrangig. Aber auch ein entsprechendes finanzielles Engagement sei „ausdrücklich erforderlich“.

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Mehr über den 16. Stadtbezirk Münchens Ramersdorf-Perlach gibt es in der Stadtteilübersicht.

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