Neugestaltung des Temmler-Areals in Berg am Laim

Entsetzen bei den BA-Mitgliedern

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Hier bleibt wohl kein Stein auf dem anderen: Die Tage des Temlmer-Areals im heutigen Antlitz sind gezählt. Die Diskussionen über die Neuausrichtung des Geländes sind in vollem Gange.

Die geplanten Dimensionen für das neue Temmler-Areal erstaunten den Berg am Laimer Bezirksausschuss nicht nur, sie entsetzten ihn mehrheitlich gar. Deshalb lehnte das Gremium die Pläne ab - ohne die Neugestaltung verhindern zu können.

Unter dem Projekt-Namen „Berg-am-Laim-Straße 115 Nordwest“ firmiert ein Großbauvorhaben auf dem Areal des früheren Pharma-Herstellers Temmler östlich der Weihenstephaner- und nördlich der Berg-am-Laim-Straße. Hier sollen in den nächsten Jahren anstelle der alten Fertigungshallen neue Büroflächen, Geschäfte  und ein Hotel entstehen.

Besonders ins Auge der BA-Betrachter stach aber zunächst die avisierte Zahl an unterirdischen Stellplätzen, soll doch vor Ort eine zweigeschoßige Tiefgarage mit 1001 Stellplätzen entstehen. Für Berg am Laims BA-Vorsitzenden Robert Kulzer ist diese planerische Vorgabe nicht nachvollziehbar. Wie er im Bezirksausschuss vorrechnete, würde dies einen täglichen Mehrverkehr von rund 2000 Fahrzeugen verursachen. „Das wäre für die ohnehin überlastete Berg-am-Laim-Straße nicht zu verkraften“, warnt der Stadtteilbürgermeister.

Dabei passt die Umgestaltung des Temmler-Geländes an sich ins zeitgemäße Anforderungsprofil des BA. Denn seit einigen Jahren fordert das Gremium eine sinnvolle Umstrukturierung der bislang eher ungeordneten Areale rund um die Neumarkter Straße. Allerdings will das Stadtteilgremium hier vorrangig den dringend notwendigen Bau neuer Wohnungen realisiert sehen.

Mit deutlicher Mehrheit lehnte das Gremium das Vorhaben deshalb ab. Erst, so der Tenor im BA, müssten auch die planerischen Ansätze, Vorschläge und Einsprüche des Gremiums beim Investor und in der Stadtgestaltungs-Kommission nachhaltiges Gehör finden. Kulzer monierte im Sinne seiner Mitstreiter besonders, dass das neue Strukturkonzept  bisher nicht entwickelt sei.

Allerdings bröckelte das Einvernehmen im BA. „Wir haben hier eine klare Aufgabenstellung“, folgerte die CSU aus dem Antrag. Für den Investor bestehe vor Ort nun einmal Baurecht und dies gelte es anhand der „konkreten Pläne auch konkret zu beurteilen“, betonte etwa der Christsoziale Johann Kott.

Denn die CSU kann dem Bauvorhaben doch vieles abgewinnen. Vor allem die dort geplante Etablierung so manches Start-Up-Unternehmens ist aus Sicht der Christ- sozialen nicht nur nachvollziehbar, sondern durchaus „willkommen“. Auch die bauliche Dichte empfindet die CSU angesichts der guten Anbindung an die Hauptverkehrsachsen von Berg-am-Laim-Straße oder Mittlerem Ring als durchaus vertretbar.

Widerspruch hagelte es vonseiten der SPD. „Wir dürfen doch nicht schon jetzt alles aus der Hand geben und einknicken“, waren sich Kulzer und SPD-Fraktionssprecher Thorsten Bötzow einig. Die Grünen sprangen in Person von Brigitte Schulz diesem argumentativen Ansatz bei. Vor allem die hoch  umfänglichen Baumfällungen gelte es abzulehnen. Mehr noch: Mit knapper Mehrheit von neun zu sieben Stimmen wurden die Baupläne der Investoren erst einmal abgelehnt.

Die Investoren von Art Invest und Accumulata kündigten allerdings bereits an, nach Abschluss des Architektenwettbewerbs in den kommenden Wochen Planungsdetails explizit vorstellen zu wollen. Und auch die Stadt will hier mitziehen. Harald Hettich

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