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Neue Rasenfläche beim ESV München-Ost in Berg am Laim

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Von: Roman Wintz

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Die Beine eines Fußballers bewegen sich auf einer Rasenfläche
Ganz sicher ist sich der Bezirksausschuss Berg am Laim in seiner Entscheidung noch nicht. © Federico Gambarini/dpa

Der neue Fußballplatz des ESV München-Ost soll aus Kunstrasen bestehen. Doch nach wie vor gibt es Zweifel an dieser Entscheidung.

Beim ESV München-Ost beginnt eine neue Zeitrechnung, falls der lang ersehnte Kunstrasen endlich verlegt wird. Das Vorhaben scheint auf den ersten Blick innovativ und attraktiv, Baubeginn soll im ersten Quartal 2023 sein. Doch bei genauerem Betrachten macht sich auch Unmut breit – so auch im Bezirksausschuss (BA) Berg am Laim.

Bevor die Lokalpolitiker zu Wort kamen, hat sich ein Gast folgendermaßen zum Thema geäußert: „Kunstrasenflächen sind aus Sicht der Umwelt nicht für den Gebrauch geeignet, gerade im Hinblick auf die hohe Versiegelung im Stadtgebiet München.“ Ein weiterer Punkt, der gegen einen Kunstrasen sprechen würde, sei die hohe Verletzungsgefahr. „Diese Plätze sind fatal für die Knie.“ Zuletzt führte der Gast das Argument des Arbeitsplatzverlustes an: „Gärtner werden demnach auch nicht mehr gebraucht.“

Julian Zieglmaier von den Linken sagte: „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die modernen Plätze bezüglich Verletzungsgefahr sehr ausgereift sind und deutlich weniger Schaden anrichten als vor ein paar Jahren noch.“ Zum anderen kämen Rasenflächen in natürlichem Zustand sehr schnell an ihre Grenzen. „Die Anzahl der Stunden auf einem Kunstrasenplatz, die man in der Woche darauf Fußball spielen kann, sind erheblich höher.“ Zieglmaier sehe Fußballplätze außerdem nicht als die primär geeigneten Orte, an denen Biodiversität gestärkt werden sollte.

Fabian Ewald von den Christsozialen stimmte Zieglmaier voll und ganz zu. „Ich verstehe durchaus die Bedenken, sehe allerdings auch eher die Vorteile.“ Ewald fände es ärgerlich, wenn man versucht, jetzt dem Verein noch Steine in den Weg zu legen.

Brigitte Schulz (Grüne) sei bei den Abstimmungen in den vergangenen vier bis fünf Jahren für einen neuen Platz entgangen, dass es sich dabei um einen Kunstrasen handeln würde. „Dann hab ich da aus Versehen mitgestimmt. Meiner Meinung nach kann ein natürlicher Platz ebenso gut bespielt werden wie ein Kunstrasen – von daher werde ich dagegen stimmen.“ Sie könne die Argumentation für einen Kunstrasen nicht nachvollziehen.

Abschließend ergriff der BA-Vorsitzende Alexander Friedrich (SPD) das Wort und sprach sich auch für die Verlegung eines Kunstrasens aus: „Ich würde dem Verein da auch nicht im Weg stehen wollen, wenn es ein Kunstrasen werden soll.“ Als Kompromisslösung stimmte das Gremium der Idee eines Kunstrasens grundsätzlich zu, man wolle sich aber die Option offen halten, mit dem Verein nochmal über einen natürlichen Rasen zu diskutieren.

Roman Wintz

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