Fahrtweg durch Festgarnituren

Neubauwohnungen und Parkplätze mit Zugang über Perlacher Pfanzeltplatz 

Pfanzeltplatz Perlach mit St.-Michael Kirche
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Der Pfanzeltplatz beginnt an der Kirche St. Michael und erstreckt sich nach Süden bis zur Putzbrunner Straße und wird gerne für Veranstaltungen genutzt.
  • vonPia Getzin
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Die Nachverdichtung macht auch vor den historischen Stadtteilen Münchens keinen Halt. Am Perlacher Pfanzeltplatz sollen neue Wohnungen entstehen – die CSU sieht dabei einen möglichen Konflikt.

Leise plätscherndes Wasser, Bäume, ein alter Brunnen und historische Gebäude: Der Pfanzeltplatz ist das Zentrum Perlachs, der immer noch an das eingemeindete Dorf erinnert. Damit ist er prädisteniert für alles, was Tradition ist. Aber der Bauboom in München macht auch vor dem idyllischen Plätzchen nicht halt. Auch in Perlach soll es neue Wohnungen geben, etwa am Pfanzeltplatz 4, und damit mehr Anwohner wie auch Stellplätze für Autos. Damit diese wenigstens nicht die schöne Sicht versperren, sollen die Autos der zukünftigen Anwohner in einer Tiefgarage unterkommen, deren Zufahrt über den Pfanzeltplatz erreichbar ist. Es gibt also trotzdem ein Konfliktpotenzial. Das sieht auch die CSU im Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach so und fordert die Stadt dazu auf, den Pfanzeltplatz als Veranstaltungsplatz und öffentlichen Raum für Vereine festschreiben zu lassen. „Dabei soll insbesondere dem Umstand Rechnung getragen werden, dass der Pfanzeltplatz

mehrmals im Jahr ‚bespielt‘ wird und die Zufahrt zum Anwesen und der dortigen Tiefgarage für Mieter und Eigentümer der neu geschaffenen Wohnungen eingeschränkt oder gar nicht möglich sein wird“, so die Antragsteller.

Der Platz wird etwa für das Perlacher Faschingstreiben, die Maifeier der Burschen, die Perlacher Kirta, das Gedenken am Volkstrauertage sowie für den Christkindlmarkt genutzt, die in Zukunuft natürlich wieder stattfinden sollen. Bei den Veranstaltungen wird der Platz mit Halteverboten versehen und ist wegen Tischen, Bänken und Verkaufsständen nicht befahrbar, schreiben die BA-Mitglieder. Daher ergebe sich die Notwendigkeit einer rechtlichen Festschreibung des Pfanzeltplatzes als Veranstaltungsplatz. „Die künftigen Bewohner müssen darüber im Vorfeld aufgeklärt werden und eine entsprechende dingliche Absicherung der Zufahrtsbeschränkung muss im Grundbuch eingetragen werden, damit die Beschränkungen gegebenenfalls auch gegenüber eventuellen Rechtsnachfolgern Geltung haben“, heißt es in dem Antrag.

Wie das Referat für Stadtplanung und Bauordnung (RSB) in seiner Antwort an den BA mitteilt, kann das jedoch leider nicht gewährleistet werden. Bereits im Vorfeld habe die Stadt versucht, eine solche Abmachung mit dem Bauherren zu schließen. Dieser habe jedoch durch seinen Anwalt mitgeteilt, dass es dafür keine Rechtsgrundlage gebe. „Die Forderung nach einer Zufahrtsbeschränkung zum Baugrundstück oder einer Duldungspflicht für Veranstaltungen kann baurechtlich nicht erwirkt werden“, so das RSB in seinem Antwortschreiben.

Das RSB weist daraufhin, dass bereits jetzt Parkplätze über den Pfanzeltplatz erschlossen sind. Die Anzahl erhöht sich mit dem Neubau der Wohnungen daher von 31 Stellplätzen auf 47. Die Zufahrt zum Pfanzeltplatz 4 über den Pfanzeltplatz sei also keine neue Situation.

pg

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