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Sorgenfalten bei den Stadtteilpolitikern

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Das Gehöft am Pfanzeltplatz 4 soll saniert und teilweise neu gebaut werden.
Das Gehöft am Pfanzeltplatz 4 soll saniert und teilweise neu gebaut werden. © wesenfeld höfer architekten

Der Pfanzeltplatz war und ist das Zentrum von Perlach. Nun soll das alte Gehöft am Pfanzeltplatz 4 saniert und in Teilen neu gebaut werden. Kritische Punkte in den Plänen: eine Tiefgaragenzufahrt direkt am Platz sowie ein neuer Kiosk.

Das alte Bauernhaus am Pfanzeltplatz 4 aus dem Jahr 1890 wird saniert, bleibt aber in seiner heutigen Form erhalten. Zum einen steht es unter Denkmalschutz, zum anderen liegt es im denkmalgeschützten Ensemblebereich. Anders die Kartoffel-, Heu- und Maschinenlager. Sie seien „derzeit ohne Funktion, ungepflegt und zusammengeschustert“ und werden zum Teil als Lager für Putzmittel und Konserven oder von einem Hörgeräte-Akustiker genutzt, wie Dirk Wesenfeld im Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach ausführte.

Revitalisierung

Der Architekt ist vom Eigentümer Maximilian Riepl-Bauer mit der Revitalisierung des Einfirsthofs beauftragt worden. „In den Hof soll wieder Leben einziehen.“ Deshalb kommt bis auf das geschützte Bauernhaus alles weg und es entstehen neue Wohn- und Gewerbeeinheiten. Die Neubauten sollen so gestaltet werden, dass am Ende wieder die alte Hofsituation zu erkennen ist. Im Anbau in der Verlängerung des alten Bauernhauses soll unten eine Arztpraxis eingebaut werden, oben ziehen Wohnungen ein. Gegenüber sind weitere Gewerbeeinheiten geplant. Unten für den bereits vorhandenen Hörgeräte-Akustiker und eventuell ein Reisebüro, oben als Büros von Juristen, Architekten und anderen Freiberuflern. Im Querriegel am Hofende hingegen soll es nur Wohnungen geben. In der Kubatur würden die Gebäude gleich bleiben, versichert Wesenfeld. Also die gleiche Höhe wie heute. Auch eine Vorgabe des Denkmalschutzes. „Nur das sehr große Vordach kommt weg.“

20 bis 25 Wohnungen

Insgesamt werden in dem Hof je nach Zuschnitt etwa 20 bis 25 neue Wohnungen geschaffen, Dazu kommen die vier Wohneinheiten im alten Bauernhaus. Gewerbe und Kunden sollen im Innenhof parken, in dem allerdings nur vier Stellplätze ausgewiesen sind.

Das größere Problem ist die Anwohner-Tiefgarage mit 30 Plätzen unter dem Hof. Die Garagen-Ein- und Ausfahrt liegt direkt am Pfanzeltplatz, gleich neben der Rotkreuz-Garage. „Wir haben hier ein riesiges Erschließungsproblem, das ist der Vorplatz einer Schule und ein Verteilungsknoten“, erklärte BA-Planungssprecher Wolfgang Thalmeir (CSU). „Ich bin sprachlos“, so Grünen-Sprecher Christian Smolka, „das ist ein Plus von 30 bis 40 Autos auf dem sowieso schon zu viel befahrenen Platz.“ Mit Liefer-, Partei- und Kundenverkehr werde das massive Auswirkungen auf den alten Dorfplatz haben. „Da profitiert jemand vom Charme des Dorfkerns, den er gleichzeitig zerstört“, fand BA-Chef Thomas Kauer (CSU). Er glaubt zudem nicht, dass die Parkplätze im Innenhof ausreichen.

Zweiter Kritikpunkt: Der Kiosk, der zwischen Bauernhaus und Kirche entstehen soll. Den habe es mal in den 1930er-Jahren gegeben und der Bauherr möchte das gerne aufleben lassen, so Architekt Wesenfeld. Sorgen wegen Anwohnerbeschwerden und Alkoholkonsum könne man sicher über Angebot und Öffnungszeiten ausräumen. Die Stadtteilpolitiker sahen das Ganze kritischer. Zudem ziehe der Kiosk weiteren Verkehr zur Ver- und Entsorgung auf den Pfanzeltplatz.

Mit Blick auf den Autoverkehr auf dem Perlacher Dorfplatz lehnt der BA-Planungsausschuss die Gewerbebauten im Hof sowie den Kiosk ab. Über die Tiefgaragenzufahrt müsse bei der Lokalbaukommission ebenso nachgedacht werden wie über eventuelle Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung insgesamt. Wolfgang Thalmeir gab allerdings auch zu bedenken, dass eine Wohnnutzung für den Platz wahrscheinlich weit verträglicher sei als beispielsweise ein Supermarkt.

Carmen Ick-Dietl

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