Nachwachsende Tassen und Teller

Eine Website für umweltbewusste Verbraucher ist jetzt online gegangen. Als Informationsplattform über Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen hat das Ökologische Bildungszentrum München (ÖBZ) in einem mehrjährigen Bildungsprojekt die Internetplattform www.bewussteinkaufen. info entwickelt.

Den Geschirrspüler sollten Sie nicht abschaffen, auch wenn Sie zu manchen Gelegenheiten Tassen, Teller und Besteck aus Palmblättern verwenden. Diese sind eher für Partys gedacht und können nach Gebrauch kompostiert werden. Auf Ihr Alltagsgeschirr aus Keramik oder Porzellan werden Sie also nicht verzichten können, wohl aber auf Plastikteller und Becher, die bei Kindergeburtstagen oder zu anderen Anlässen gerne benutzt werden. Punkten werden Sie beim Kinderfest ganz sicher mit essbaren Tellern aus Kartoffel- oder Getreidestärke, die, sollten sie nicht verzehrt werden, im Biomüll entsorgt werden. Auch zu den bunten Plastik-Trinkhalmen, die bei Kindern so beliebt sind, gibt es eine Öko-Alternative: Den Strohhalm, der heutzutage meist nur noch zum Basteln verwendet wird. Nicht nur im Haushalt, auch beim Hausbau, bei Textilien, Kosmetik und im Büro können Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen solche aus Erdöl ersetzen. Fein säuberlich und anschaulich ist auf der neuen Website aufgelistet, dass in fast allen Lebensbereichen umweltbewusster Einkauf möglich ist. Die Reserven fossiler Brennstoffe sind endlich, Bäume wachsen nach. Schon immer wurde Holz zum Kochen und Heizen verwendet, bei seiner Verbrennung entsteht nur so viel umweltschädliches Kohlendioxid, wie der Baum beim Wachstum zuvor aufgenommen hat. Holz und andere brennbare Pflanzenteile tragen nicht zum Treibhauseffekt bei. Pellet- und Holzschnitzelheizungen sind deshalb nach Recherche der Homepagemacher eine umweltfreundliche Alternative zu Erdöl, Erdgas und Kohle. Als weitere Möglichkeit, Energie aus nachwachsenden Rohstoffen zu gewinnen, werden Biogasanlagen zur Stromerzeugung genannt. Kritisch ist die Verwendung nachwachsender Rohstoffe für Kraftfahrzeuge. Der aus Raps gewonnene Biodiesel kann für die meisten Dieselfahrzeuge problemlos verwendet werden. Auch Bioalkohol aus Zucker- und Stärkepflanzen wird in Deutschland genutzt und dem herkömmlichen Benzin bis zu 10 Prozent zugesetzt. Kritisch allerdings muss man den Anbau der für Biokraftstoffe verwendeten Pflanzen sehen, der meist nicht ökologisch und teils mit genverändertem Saatgut erfolgt. Der Bedarf an Biodiesel und Bioalkohol ist enorm, der Flächenbedarf für die nachwachsenden Rohstoffe auch. Es müssen riesige Rohstoffmengen importiert werden. Unterm Strich ist also das Fahren mit Biotreibstoffen schädlicher für Umwelt und Klima, als das mit konventionellem Kraftstoff. Mit der neuen Verbraucherplattform möchte das ÖBZ das Nachdenken über umweltbewusstes Handeln anstoßen und Alternativen zu herkömmlichen Produkten aufzeigen. Unter der Webadresse www. bewussteinkaufen.info ist mehr über die vielfältigen Bereiche zu lesen, in denen nachwachsende Rohstoffe Verwendung finden. Gabriele Mühlthaler

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