Nachfolgenutzung des Kies- und Betonwerks Piederstorfer

1300 neue Wohnungen

Bis zu 1300 Wohneinheiten sollen bis 2020 auf dem Gelände des ehemaligen Kies- und Betonwerks Piederstorfer zwischen Neuperlach und Trudering entstehen. Im Mai soll ein entsprechender Eckdaten- und Aufstellungsbeschluss in den Stadtrat kommen. 

Rund 3000 Menschen könnten künftig nach Einschätzung des Planungsreferats auf dem 13 Hektar großen Areal zwischen Friedrich-Creuzer-Straße, Alexisweg, Karl-Marx-Bogen, Niederalmstraße und Stemplingeranger leben. Bislang hat es die Familie Piederstorfer zum Kiesabbau und zur Herstellung von Transportbeton genutzt. 

Die Kiesgrube war zwischen 1948 und dem Ende der 70er Jahre ausgebeutet und anschließend verfüllt worden. Nach ersten Untersuchungen gibt es wohl kein großes Altlasten-Problem auf dem Gelände, allerdings könnte es durch die bis zu 20 Meter tief reichende Schlemmsand-Auffüllung ein Statik-Problem bei der Bebauung geben. 

Nach Ende des Abbaus wurde mit angeliefertem Kies ein Transportbetonwerk betrieben. Die Flächen nördlich und südlich der ehemaligen Kiesgrube werden landwirtschaftlich genutzt. 

Reines Wohngebiet

Seit Jahren steht der Plan einer Umwandlung des Geländes in ein Wohnquartier im Raum. Inzwischen wurde auch bereits der Flächennutzungsplan geändert; die Flächen gelten nun als reines Wohngebiet mit Grünflächen. Jetzt machen Stadt, Eigentümer und Investoren mit dem so genannten Eckdaten-Beschluss den nächsten Schritt. „Wir sind ganz am Anfang“, erklärte Ute Michel-Grömling vom Planungsreferat auf der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses Ramersdorf-Perlach. Bislang habe es nur Testentwürfe gegeben, mit denen ausgelotet werden sollte, was bei Bebauung, Verkehr, Grünflächen etc. überhaupt möglich wäre. „Das wird nun wieder zurückgenommen“, so Michel-Grömling. Es gehe jetzt darum, in welche Richtung weitergedacht werden soll. 

Wegweiser

Trotzdem, ein paar Wegweiser gibt es schon. So soll es einen angemessenen Übergang von den bis zu 13-geschossigen Hochhäusern auf Neuperlacher Seite zu den größtenteils zweigeschossigen Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäusern auf Truderinger Seite geben. Dabei darf auch der dahinter liegende Perlacher/Truderinger Wald nicht vernachlässigt werden. Ebenso ist auf wichtige und übergeordnete Frischluftschneisen zu achten. Bestehende Fixpunkte sind außerdem das Stadtwerke-Heizkraftwerk und das Hotel am Karl-Marx-Ring.

Der Abstand, der zu beiden Bauwerken zu halten sein wird, könnte als Grün- und Frischluftschneise fungieren. „Drei Fliegen mit einer Klappe“, meinte Stadtplaner Dietmar Sandler, der als externer Projektsteuerer für das Baugebiet engagiert wurde. Die Bebauung auf dem Piederstorfer-Gelände soll ein „stadträumlich prägnantes Gebäudeensemble mit eigener Identität“ werden. Dabei soll auch das Thema „ehemalige Kiesgrube“ verarbeitet werden. Außerdem sind 1600 Quadratmeter Geschossfläche für Einzelhandel, Kindertagesstätten, Nachbarschaftstreffs und eine Einrichtung für Kinder, Jugend und Familie geplant. 

Verkehrserschließung

Ein ganz wichtiger Punkt ist die Verkehrserschließung. Hier stellt man sich eine neue Verbindung von der Friedrich-Creuzer-Straße zum Karl-Marx-Ring vor. Sie könnte nicht nur den Verkehr aus dem Neubaugebiet auffangen, sondern auch Niederalm- und Zehntfeldstraße vom Durchgangsverkehr entlasten. Zudem soll eine Buslinie durchs Quartier führen.

Wettbewerb

Noch in diesem Jahr soll ein städtebaulicher und landschaftsplanerischer Realisierungswettbewerb für das Gebiet ausgelobt werden. Zuvor aber will der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach eine Informationsveranstaltung. Am besten sogar noch vor dem ersten Stadtratsbeschluss im Mai. Auch wenn Michel-Grömling betonte, dass es sich nur um allererste „Planungsüberlegungen“ handle, alle Anmerkungen in die spätere Auslobung reinkommen würden und es im Verfahren noch genügend Öffentlichkeitsbeteiligungen geben werde. „Es ist unheimlich mühsam, was zu ändern, wenn man schon auf dem falschen Gleis steht“, erklärte Markus Blume (CSU). Und Josef Kress-del Bondio (SPD) sah durchaus Vorgaben und Vorstellungen im Eckdatenbeschluss wie beispielsweise die Höhenentwicklung, über die man mit den Bürgern diskutieren könnte. 

Da schwimmen die Perlacher auf der gleichen Welle wie ihre Nachbarn in Trudering. Auch dort wird eine „frühstmögliche“ Bürgerbeteiligung gefordert. Allerdings bedeutet dies im 15. Stadtbezirk offenbar „bis Juni“. Die Stadtverwaltung hat als Termin für die Bürgerinformation Ende Mai anvisiert. „Wir wollen die Bürgerbeteiligung nicht als Placebo-Veranstaltung“, betonte Blume. 

Carmen Ick-Dietl

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach zeigt sich spendabel
Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach zeigt sich spendabel
Spielplatzpläne sorgen in Berg am Laim für Diskussionen
Spielplatzpläne sorgen in Berg am Laim für Diskussionen
Gewinnspiel: DIE LANGE SAUNA-NACHT DER ENTSPANNUNG
Gewinnspiel: DIE LANGE SAUNA-NACHT DER ENTSPANNUNG

Kommentare