Immer wieder ein starker Wurf

Der ESV München Ost macht viel Furore

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Mächtig was los war auch beim seinerzeitigen Abschied aus der alten Halle an der Baumkirchner Straße. Derzeit ist der ESV in einer Interimshalle untergebracht. Ende nächsten Jahres soll die neue Heimat an der Neumarkter Straße fertig sein.

Kopf-Hüftschwung, Armzug, Paket- und Spaltgriff oder Schulterwurf. Das Einmaleins erfolgreichen Ringens muss man noch gar nicht am eigenen Leib erlebt haben, um es mitunter als schmerzhaft zu empfinden. Beim ESV-München Ost hat man das Regelbuch bestens verinnerlicht. In der sogenannten Randsportart Ringen vollführen die „Eisenbahner“ immer wieder den großen Wurf.

Seit 1933 wird an der Baumkirchner Straße 57 aktiv gerungen. Derzeit besteht die Zunft der „Aushebler“ aus rund 135 Mitgliedern innerhalb des Traditionsvereins. Drei Teams sind derzeit für den ESV am Start. Die erste Mannschaft hat es bis in die lichten Höhen der Bayernliga geschafft. Am kommenden Samstag können sich alle Sportbegeisterten einen persönlichen Einblick verschaffen. Beim nächsten großen Ringertag tritt das Team gegen die Wettkampfgemeinschaft Willmering/Cham an. Beginn ist um 19 Uhr in der Halle an der Baumkirchner Straße. Bereits ab 18.30 Uhr gibt die Jugendmannschaft einen Vorgeschmack im Bezirksligakampf gegen St. Wolfgang. Während die bisher in dieser Saison sieglosen Männer gegen die ebenfalls noch punktelosen Oberpfälzer ein echtes Kellerduell austragen, ist die Jugend in dieser Saison noch ohne Niederlage unterwegs. Die seit Jahren akribische Jugendarbeit im Verein ist auch die Grundlage für die ganz großen Erfolge im Verein. Dafür steht derzeit vor allem ein Name: Anthony Sanders. Der 19-Jährige ist das Aushängeschild des ESV. Besonders in diesem Jahr hat Anthony brilliert. Nach dem Deutschen Juniorentitel überzeugte er bei topbesetzten Turnieren auf Kuba (3.) und in Frankfurt/Oder sogar als Zweiter. Aufhorchen ließ der Sohn eines US-Amerikaners und einer Münchnerin zuletzt dann mit dem hervorragenden 5. Platz bei der Junioren-Europameisterschaft in Rom. Lohn der Mühen war die Teilnahme an den Junioren-Weltmeisterschaften vor Wochenfrist im slowakischen Trnawa. In einem bärenstarken Feld belegte Anthony den starken 9. Rang. 

Sanders ist zwar das derzeit hervorstechendste Juwel, aber eben nur einer aus einer Phalanx talentierter Ringer beim ESV. Der Kader der Ersten und Zweiten Mannschaft des ESV speist sich derzeit aus insgesamt 35 Ringern in den unterschiedlichsten Gewichtsklassen der olympischen Gattungen „Freistil“ und „Griechisch-Römisch“. Abteilungs-Vize Holger Atzesberger, selbst erfahrener Matten-Fuchs, ist stolz auf diese starke Truppe. „Unsere Ringer kommen alle aus der Region München. Viele davon haben bei uns in der Jugend in den Sport reingeschnuppert und sind geblieben.“

Vor allem drei Ziele treiben die Verantwortlichen beim ESV vorrangig um. „Unser Saisonziel ist der Klassenerhalt in der Bayernliga. Daneben wollen wir mehr Menschen in München für diese tolle Sportart begeistern, schließlich wollen wir unsere Jugend für die Männermannschaft aufbauen“, zählt Atzesberger.

Einen deutlichen Schub erhoffen sich die ESV-Matten-Akrobaten vom Ende 2019 geplanten Umzug in die neue Ringerhalle des ebenso neuen ESV-Zentrums an der Neumarkter Straße. „Wir sehnen den Neubau herbei“, unterstreicht der Abteilungs-Macher. Derzeit müsse man eben mit der Interimshalle vorliebnehmen. Man liege aber mit Blick auf die neue Heimat „gut im Zeitplan“. Gut im Zeitplan liegt auch der eingangs erwähnte Anthony Sanders. Bereits bei der kommenden Junioren-WM soll er eine noch bessere Rolle spielen. Großes Ziel ist eine Olympiateilnahme. Die Chancen dazu bewertet auch einer als gut, der es wissen muss. Der Olympiasieger von 1992, Maik Bullmann, hält als Bundestrainer große Stücke von Anthony. Weitere hoffnungsvolle Talente dürften angesichts der akribischen Arbeit des ESV künftig dazukommen. Ringer-Freunde sollten sich deshalb auch den 14. Oktober notieren. Beim „Munich Kids Open 2018“ des Bayerischen Ringer Verbandes, den der ESV heuer ausrichtet, geht auch eine starke Nachwuchs-Phalanx der „Eisenbahner“ an den Start (Wettkampfbeginn 9.30 Uhr, Heinrich-Heine-Gymnasium, Max-Reinhardt-Weg 27). Der nächste kleine Anthony könnte da schon dabei sein.

Harald Hettich

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