Höchste Anerkennung für Kinokultur

Mitgründer und Vorstand der „Münchner Filmwerkstatt“ in Berg am Laim erhält Verdienstorden

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Münchens zweiter Bürgermeister Manuel Pretzl (rechts) überreichte Martin Blankemeyer den Verdienstorden im Namen des Bundespräsidenten.

Martin Blankemeyer ist Mitgründer und Vorstand der „Münchner Filmwerkstatt“ an der Rosenheimer Straße in Berg am Laim. Ihm wurde vergangenen Mittwoch der Verdienst- orden der Bundesrepublik Deutschland verliehen — für alles, was die Filmwerkstatt bewirkt.

Es ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf hervorragende Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst. Seit der Stiftung durch Bundespräsident Theodor Heuss 1951 wurde der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland rund 258.515 Mal verliehen.

Ausgehändigt wurde der Verdienstorden an Martin Blankenmeyer im Namen des Bundespräsidenten vom zweiten Bürgermeister der Landesauptstadt München, Manuel Pretzl. „Herr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat Ihnen für ihr langjähriges und beispielloses Engagement um die Förderung von Nachwuchs-Filmschaffenden die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Hierzu meinen herzlichen Glückwunsch“, schrieb Oberbürgermeister Dieter Reiter zu der Verleihung.

In der Filmbranche funktioniert „die klassische Aufgabenteilung — der Staat leistet die Erstausbildung, Weiterbildung ist Privatsache bzw. Sache der Wirtschaft — nicht. Die meisten Firmen sind zu klein und die Dauer der Projekte zu kurz, als dass Produktionsfirmen ausbilden oder in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren würden. Deshalb haben wir vor über zehn Jahren das Weiterbildungsangebot der Filmwerkstatt auf die Beine gestellt — als Selbsthilfeeinrichung der Filmschaffenden und der Filmbranche. Natürlich schmerzt es, dass sich die öffentliche Hand hier nicht auch finanziell engagiert — aber die Wahrnehmung und Anerkennung, die dieses Engagement nun durch ein Bundesverdienstkreuz erfährt, ist eine schöne und wichtige Bestätigung. Ich danke dem Bundespräsidenten für diese Auszeichnung — und dem bayerischen Ministerpräsidenten, dass er mich vorgeschlagen hat“, so Blankemeyer.

Der Erfolg des ersten No-Budget-Workshops gab den Anstoß für die Münchner Filmwerkstatt. In Wochenendseminaren, langfristigen Lehrgängen zur Vorbereitung auf die Fortbildungsprüfungen der Industrie- und Handelskammern in Medienberufen, Werkstätten für Autoren und Dokumentarfilmer und anderen Formaten unterrichten heute nahezu jedes Wochenende ausgewiesene, oft preisgekrönte Filmpraktiker in der Münchner Filmwerkstatt.

Nach Anfangsjahren in den Bavaria-Studios und einem Intermezzo im städtischen Gewerbehof an der Donnersberger Brücke hat die Münchner Filmwerkstatt heute ihre Heimat im Werksviertel-Mitte gefunden, wo sie Studio und Seminarräume der medienpädagogischen Projekte der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien nutzt.

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