100 Millionen für die neue Feuerwache 5

Neubau soll bis 2020 stehen

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Noch im alten Gewand: zwischen avisiertem Baubeginn 2015 und dem geplanten Bauende 2019/2020 soll die Feuerwache 5 an der Anzinger Straße neu entstehen.

Bis 2020 sollen die Arbeiten dauern, dann wird der Münchner Südosten nach zwei separaten Bauabschnitten endgültig eine neue Feuerwache 5 bekommen haben, die höchsten technischen Ansprüchen genügen dürfte.

An der Anzinger Straße 41 wird die derzeit bestehende Feuerwache abgerissen und durch einen fulminanten Neubau ersetzt werden. Doch nicht nur die Berufsfeuerwehr selbst wird auf dem Areal zwischen Berg am Laim und Ramersdorf neue, erweiterte Räumlichkeiten und eine größere Fahrzeughalle erhalten. Auf dem Gelände wird zudem ein Zentrum für den Katastrophenschutz entstehen. Eine Druckkammer ist hier fest eingeplant. Auch ein 16 Meter über dem Boden realisierter Landeplatz für Hubschrauber soll in der runderneuerten High-Tech-Einrichtung untergebracht werden. Vor allem die bei der Wache 5 stationierten Rettungstaucher sollen dann von der Anzinger Straße aus zu den unterschiedlichen Einsatzorten geflogen werden.

Kosten

Allerdings: die Neuplanungen für die Retter verursachen auch umfangreiche Kosten: auf fast 100 Millionen Euro wird derzeit der Finanzierungsrahmen taxiert. Der Baubeginn ist für 2015 avisiert. Ende Juni hat der Münchner Stadtrat die Planungen abgesegnet – ja sogar noch erweitert: So soll die neue, multifunktionale Feuerwache sogar um eine fünfte Etage aufgestockt werden, um zusätzliches Raumangebot für Dienstwohnungen der vor Ort rund 175 Mitabeiter im Ausrückdienst und für 120 weitere Mitarbeiter zu schaffen. Kurze Wege für die Floriansjünger soll der Neubau damit zwischen Dienststätte und Wohnarealen generieren – schließlich ist Zeitersparnis für die Lebens- und Brandretter elementar wichtig.

Vorzüge

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Umfang und der geplanten Umsetzung der Maßnahmen“, zeigte sich Sebastian Loher von der Pressestelle der Münchner Branddirektion auf HALLO-Anfrage angetan von dem Vorhaben, dessen Planungsdetails aus einem vorgeschalteten Architekturwettbewerb resultierten. Bereits 2009 hatte der Münchner Stadtrat den Neubau beschlossen – derzeit sind die Planarbeiten bereits weit fortgeschritten, wird nur nach an Details gefeilt.

Die einzelnen Kostenposten lassen den Betrachter freilich zunächst hochschrecken. Alleine rund 56 Millionen Euro soll das neue Hauptgebäude der Feuerwache verschlingen. „Vor allem die große und zusammenhängende Fahrzeughalle in der neuen Gebäudekonzeption wird das Ausrücken der Einsatzkräfte übersichtlicher und damit einfacher machen“, so Loher. Rund 20 größere und 20 kleinere Einsatzfahrzeuge werden dort untergebracht sein. Derzeit müssten die Fahrzeuge noch aus drei getrennten Hallen ausrücken, was eine echte Übersicht über den Ausrückevorgang nicht ermögliche.

Auch für Reparatur- und Wartungsarbeiten stehe nach dem Neubau weit mehr Platz zur Verfügung- Zudem würden Dienst- und Rückzugsbereiche modernisiert und zeitgemäßer ausgestaltet. Zudem werden Teile des vorbeugenden Brandschutzes aus den beengten Räumlichkeiten der Hauptwache in der Innenstadt in die neue Feuerwache nahe des Ostbahnhofs verlagert.

Schließlich wird auch die Arbeit der vor Ort beheimateten Atemschutzwerkstatt vereinfacht. Im Neubau wird diese Werkstätte auf einer Etage zusammengefasst und nicht mehr über drei Stockwerke verteilt sein.

Katastrophenschutz

Neben einer 7-Millionen-Euro-Investition in Dienstwohnungen zählt die auf rund 6,5 Millionen Euro prognostizierten Aufwendungen für das neue Katastrophenschutzzentrum zu den weiteren großen Kosteneinheiten. Bei den Rettern verspricht man sich auch hier handfeste Vorteile. So seien die Fahrzeuge der Sanitäts- und Betreuungseinrichtungen der Hilfsorganisationen bisher nur provisorisch in der so genannten Zeppelinhalle in Obersendling untergebracht, weiß Loher. Mit den neu verfügbaren Arealen an der Anzinger Straße soll der Katastrophenschutz in der Landeshauptstadt künftig deutlich besser aufgestellt sein. Der Katastrophenschutz wird damit künftig zwischen den Einheiten in Ramersdorf und bei der Feuerwache 4 in der Maxvorstadt (Heßstraße) aufgeteilt sein. Aufgabenstellung dieser Einheiten: Im Einsatz- und Katastrophenfall übernimmt der Katastrophenschutz die Unterbringung und Versorgung evakuierter Bürger. „Vorstellbar etwa in Fällen wie Hochwasser oder gravierenden Bombenfunden wie zuletzt in Schwabing oder Berg am Laim“, so Loher. Von den Sanitätseinheiten werden dort Patienten versorgt, wenn etwa die Regeldienste an ihre Grenzen stoßen. Bei Großereignissen wird die Katastrophenschutzeinheit zudem als Bereitschaft hinzugezogen. Neben den Löschzügen der Feuerwehr werden zudem auf dem Gelände auch 15 Einsatzfahrzeuge des Katastrophenschutzes untergebracht. Eine eigene Druckkammer soll verunglückte Taucher aus dem gesamten süddeutschen Raum versorgen.

Eye Catcher

Eye-catcher wird der zentral auf dem Gelände in 16 Metern Höhe „ontop“ einer Stahlkonstruktion geplante Hubschrauberlandeplatz sein, der die bisher umständlichen Start- und Landevorgänge auf dem nahegelegenen Sportplatz ersetzen wird. Vor allem die Taucher sollen dann noch schneller zu ihren Einsatzorten verbracht werden können.

Zufriedenheit

„Wir retten an 365 Tagen jeweils 24 Stunden – dafür muss auch die Ausstattung passen – das wird in Berg am Laim passieren“, lobt Loher den Planungsfortschritt. Durchschnittlich knapp 16 Einsätze pro Tag verrichten die Floriansjünger der Feuerwache 5 derzeit bereits. Es werden künftig wohl nicht wirklich weniger werden. „Kurze Wege zu den Einsatzschwerpunkten, ins Stadtzentrum und die Unterstützung der kleineren Wachen im Osten“, umreißt Loher die Bedeutung der Feuerwache 5. 

Harald Hettich

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