Konzertsaal für das Werksviertel

Idee hat viele Freunde

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Nach Ansicht des Planungsreferats würden die Planungen für einen Konzertsaal im Werksviertel den Baufortschritt des Großprojekts nicht behindern.

BERG AM LAIM Die Meinungen sind positiv: In Berg am Laim kann man sich den Neubau eines Konzertsaals für Philharmoniker und Symphoniker inmitten eines derzeit neu entwickelten Werksviertels am Ostbahnhof gut vorstellen.

Im örtlichen Bezirksausschuss zeigten sich die Mitglieder aller Fraktionen höchst angetan von den Planspielen, den neuen Musikpalast am Rande einer zentralen Grünfläche unterzubringen. Wie berichtet ist das neue Quartier einer von zwei bis drei Standortfavoriten für den neu avisierten Kultur-Eckpfeiler.

Stimmen

„Die Etablierung im Werksviertel wäre für das neue Quartier eine enorme Aufwertung und ein großer Gewinn für Berg am Laim insgesamt“, machte BA-Chef Robert Kulzer (SPD) aus seiner freudigen Zustimmung keinen Hehl. Zum reinen konzertanten Erlebnis ließe sich auch die städtebauliche Struktur vor Ort weiter verbessern. Denn der Saal würde um einen Vorplatz mit reichlich Leben bereichert, ist sich Kulzer sicher. Cafés und Treffpunkte würden das Ambiente weiter verbessern. „Insgesamt ein toller Standortvorschlag“, fasste der SPD-Mann seine und die Einschätzung seiner Fraktion zusammen.

Zumal die Etablierung des Saals wohl zwingend auch eine weitere BA-Forderung erfüllt: Eine zweite Fuß- und Radwegverbindung zwischen Haidhausen und Berg am Laim unter den Gleissträngen am Ostbahnhof wäre dann wohl unverzichtbar.

Die Konzertsaal-Idee entscheidend mit auf den Weg gebracht hatte auch die örtliche CSU-Fraktion um ihren Sprecher Fabian Ewald. Der kann sich gut vorstellen, hier gleich ein ganzes Kulturzentrum zu etablieren. Im Detail schlug Ewald vor, in einen Baukomplex des Konzertsaals auch Räumlichkeiten für die Münchner Musikhochschule mit einzuplanen. „Musikalische und kulturelle Nutzungen haben vor Ort ja ohnehin bereits eine mehrjährige Tradition“, so Ewald.

Zudem soll auch das Werksviertel in einen breiten Kultur-Kontext eingebunden sein. Die neun Eigentümer wollen neben einem attraktiven Mix aus Wohnen, Gewerbe, Büros, Nahversorgung und zentralen Grünzügen auch ein Kino, Theater- und anspruchsvollen Musik-Club-Betrieb installiert wissen. Der Konzertsaal als Eye-Catcher im neuen Kulturensemble des Werksviertels käme da wohl gerade recht. Weiterer wichtiger Aspekt für den Standort-Kandidaten: Laut Kulzers Recherchen beim städtischen Planungsreferat würde ein neuer Konzertsaal keinesfalls den Baufortschritt beim Großprojekt Werksviertel insgesamt hemmen. Laut Stadt-Draufsicht könnte das betreffende Areal im Beschluss zum Bebaungsplan zunächst und bis zu einer endgültigen Realisierungsentscheidung ausgespart bleiben – während das Umfeld im Werksviertel ohne Aufschub realisiert werde. Ein Argument, dass auch bei den Berg am Laimer Grünen verfing. „Das Werksviertel ist doch auf absehbare Zeit ohnehin eine große Baustelle“, so BA-Vize Jennifer Brichzin. Da passe die Planung und Realisierung eines „wunderwunderbaren Konzertensembles“ doch bestens hinein.

Allerdings: Während in Berg am Laim bereits Jubelarien intoniert werden, muss der Stadtrat erst noch über den Standort entscheiden. Misstöne freilich gibt es derzeit keine.

Harald Hettich

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