Marienwallfahrtskirche Maria Ramersdorf

Schließung für Jahre

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Zum Frauendreißiger – hier mit Kardinal Reinhard Marx – wird die Wallfahrtskirche Maria Ramersdorf auch in den kommenden Jahren geöffnet sein.

Wegen Generalsanierung wird Münchens älteste Marienwallfahrtskirche Maria Ramersdorf ab Herbst für mehrere Jahre geschlossen. Nur zum „Frauendreißiger“ soll das Gotteshaus in den nächsten Jahren geöffnet werden. Zugleich gehen die Planungen für das neue Pfarr- und Pilgerheim in Ramersdorf weiter.

Maria Ramersdorf ist die älteste Marienwallfahrtstätte der Landeshauptstadt und nach Altötting die zweiälteste Wallfahrtskirche Bayerns, zudem ist sie äußerst beliebt als Tauf- und Hochzeitskirche. Dass das Gotteshaus aus dem 15. Jahrhundert generalsaniert werden muss, ist seit langem bekannt. Jetzt gibt es einen konkreten Termin. Am 15. September wird die Kirche im alten Ramersdorfer Ortskern zugesperrt. „Für voraussichtlich drei bis vier Jahre“, erklärt Pfarrer Harald Wechselberger. 

Ausnahme Wallfahrt

Es gibt jedoch eine Ausnahme: Alljährlich zur Wallfahrtszeit vom 15. August bis zum 14. September, dem so genannten „Frauendreißiger“, wird die Kirche geöffnet sein. In den 30 Tagen bis zum Fest der „Kreuzerhöhung“ finden hier traditionell zahlreiche Gottesdienste und Marienandachten statt.

Allerdings könnte es dabei zu Einschränkungen kommen. „Irgendwann wird mal die Phase kommen, wo das Gesamtgerüst im Kirchenraum stehen wird“, so Wechselberger. Denn der Kirchen-Innenraum muss umfassend saniert werden. Auf dem Arbeitsplan stehen unter anderem die Heizung, Elektroinstallationen, die Licht- und die Lautsprecheranlage, die komplette Altarraumgestaltung, die Sicherheitseinrichtungen, die Sakristei, die Glockenschaltanlage, die Lautsprecheranlage, ein neuer Anstrich und vieles mehr. Außerdem muss der Turm neu gestrichen, die Kirchenmauer mit dem Kreuzweg saniert und der Friedhofsgarten vollständig überarbeitet werden. 

Während im Kirchenraum gearbeitet wird, sollen die Altäre in die Werkstatt. „Es wird überlegt, ob es vielleicht eine andere Lösung für den Betonsockel gibt, auf dem der Kreuzaltar von Erasmus Grasser derzeit steht“, verrät Pfarrer Wechselberger. 

Kreuzpartikel

Außerdem soll es eine bessere Präsentation des Kreuzpartikels, eine Besonderheit der Ramersdorfer Kirche, geben. Die in Gold gefasste Reliquie des Kreuzes Christi befindet sich seit 1379 in Besitz der Wallfahrtskirche. Kaiser Ludwig der Bayer hatte den Holzsplitter aus Jerusalem stets in einem Umhängekreuz getragen; sein Sohn Herzog Otto V. schenkte ihn den Ramersdorfern. Pfarrer Wechselberger könnte sich für den Kreuzpartikel einen Schrein, vielleicht mit Licht und Glas, vorstellen. Letztendlich wird wohl ein Künstlerwettbewerb für die passende Idee sorgen. Insgesamt sollen am Ende alle Schätze der berühmten Ramersdorfer Wallfahrtskirche durch entsprechende Lichtinstallationen mehr zum Tragen kommen, wünscht sich der Pfarrer. 

Die Erzdiözese München veranschlagt für die Generalsanierung Kosten in Höhe von 3,58 Millionen Euro. 3,28 werden von der Erzdiözese bezahlt, 200.000 von der Kirchenstiftung, den Rest will man über Zuschüsse finanzieren. 

Pfarr- und Pilgerheim

Parallel zur Renovierung sollen die Planungen für den Bau eines neuen Pfarr- und Pilgerheims in Ramersdorf vorangetrieben werden. Schließlich soll das derzeit auf der anderen Seite des Mittleren Ring liegende Pfarrheim endlich an die Kirche heranrücken. „Die städtebaulichen Rahmenbedingungen wie Standort und Höhe sind mit der Stadt geklärt“, erklärt Ordinariats-Pressesprecher Christoph Kappes. Nun könne man die Vorplanungen fortsetzen. Allerdings brauche es noch den endgültigen Bebauungsplan für den Ramersdorfer Ortskern durch die Stadt, bevor man hier die konkrete Baugenehmigung beantragen kann, meint Kappes. 

In der Kirchengemeinde hatte man die Hoffnung, mit der Erteilung des Baurechts fürs Pfarrheim nicht auf den städtischen Beschluss für den Ortskern warten zu müssen. Schließlich ist diese Bauvorhaben bereits Inhalt der Ortskern-Pläne. Die Stadt hatte im Herbst 2013 einen Realisierungswettbewerb zur Neuordnung des Ortskerns Ramersdorf durchgeführt. Ein wesentliches Ziel war dabei, die städtebauliche Qualität rund um die historische Wallfahrtskirche zu erhöhen. Der Siegerentwurf sieht eine Verlagerung der Rosenheimer Straße vor, durch die vor Maria Ramersdorf ein Kirchplatz neu entstehen kann. 

Pfarrer Harald Wechselberger glaubt fest, dass des noch in diesem Jahr einen entsprechenden Bauantrag für das Pfarrheim geben wird. „Meine Hoffnung ist, dass bis spätestens 2018 sowohl Kirche als auch Pfarrheim in neuen Glanz erstrahlen.“ Die geplante Kombination aus Pfarr- und Pilgerheim komme Einheimischen wie Auswärtigen zugute und bedeute eine deutliche Aufwertung des Ramersdorfer Dorfkerns, meint der Pfarrer. 

Carmen Ick-Dietl

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