Kopfschütteln zu Ergebnissen des Lärmaktionsplans

Keine konkreten Lösungen

Mit einem ehrgeizig formulierten Lärmaktionsplan will die Stadt München besonders lärmintensive Schnittstellen im Stadtgebiet künftig durch unterschiedlichste Lärmschutzmaßnahmen entlasten.

 Die tiefgreifenden Expertenuntersuchungen über den Einsatz von lärmmindernden Fahrbahnbelägen, den Einbau von Schallschutzfenstern am Mittleren Ring oder die Ausweisung von neuen Tempo-30-Zonen verfolgen durchaus den wünschenswerten Ansatz, Lärmimmissionen für großstadtgeplagte Anwohner zu begrenzen. 

Das fast in Buchstärke erschienene Ergebnispapier fünfjähriger Lärmursachen- und Lärmbeseitigungsforschung freilich mochte den Berg am Laimer Bezirksausschuss mit Blick auf die Ergebnisse fürs eigene Quartier keinesfalls zufrieden stellen. „Es ist ärgerlich, dass in einem Untersuchungszeitraum von fünf Jahren so wenig Konkretes für den Stadtteil erarbeitet wurde“, kritisierte Berg am Laims BA-Vorsitzender Robert Kulzer (SPD) die federführend vom städtischen Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU) zusammengetragenen Ergebnisse. 

Kein Wunder bei näherer Betrachtung: denn zwar wurde der vom Stadtteilgremium und örtlichen Anwohnern wiederholt geforderte „lärmarme Fahrbahnbelag“ (Flüsterasphalt) grundsätzlich in ein Maßnahmenpapier des Referates aufgenommen. „Voraussetzung ist jedoch“, so das RGU wörtlich, „dass die Ergebnisse der derzeitig laufenden Untersuchungen zu  den schalltechnischen Eigenschaften und zur technischen Haltbarkeit an den bereits realisierten Teststrecken entsprechend positiv verlaufen und der vorhandene Belag ohnehin erneuert werden muss“ – Zitat Ende. „Die haben fünf Jahre an diesem Test gearbeitet und immer noch keine relevanten Ergebnisse – das kann doch nicht sein“, schimpfte Kulzer. Zudem sei es ein „schlechter Witz“, den Austausch des Belags an weitere Voraussetzungen zu koppeln. So würden die Anwohner einfach nur hingehalten. „Das Resultat des umfangreichen Verfahrens ist gleich null“, kritisierte Kulzer das Papier der Stadt scharf. „Bedenklich ist auch zudem, dass nach unserer Sicht lärmtechnisch untersuchungswürdige Areale wie an der Berg-am-Laim-Straße oder der Ampfingstraße im Bericht überhaupt nicht aufscheinen“, weitete Anton Spitlbauer sen. (CSU) die BA-Kritik noch aus. In der Stellungnahme des Stadtteilgremiums verlangen Berg am Laims Mandatare deshalb klare Nachbesserungen und zeitnahe Lösungen. Bisher verbreitet das „Maßnahmen“-Papier eher viel Lärm um nichts. Harald Hettich

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