Es grüßen die Griechen

Kurztrip nach Athen für die Schulruine in Berg am Laim

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Auch vom persönlichen Besuch des Landtagsabgeordnetes Robert Brannekämper und CSU-BA-Fraktionssprechers Fabian Ewald lässt sich die Griechische Schule nicht erschüttern. Kein Wunder: Sie ist nach griechischem Recht gebaut und damit erdbebensicher.

Übermut tut selten gut. Das bekommen nun auch der Landtagsabgeordnete Robert Brannekämper (CSU) und CSU-Fraktionssprecher Fabian Ewald (CSU) zu spüren. Mit ihrem privaten Kurztrip nach Athen wollten sie dem Endlos-Projekt Griechische Schule an der Hachinger-Bach-Straße nach 17 Jahren erfolglosen Verhandlungen endlich ein Ende bereiten. Der Alleingang der CSU stößt dem Berg am Laimer Bezirksausschuss allerdings übel auf.

„Zwei Privatpersonen fahren mal eben nach Griechenland, um dort mit irgendeiner Oppositionspartei über ein jahrzehntelanges Problem zu verhandeln. Find‘ ich schwierig“, kommentiert BA-Vorsitzender Robert Kulzer den spontanen Abstecher zu den Hellenen. „Eine ungute Herangehensweise“ sagen auch die Grünen. Und viel gebracht haben die Auswärts-Verhandlungen aus Sicht der Kommunalpolitiker auch nicht. Der CSU-Antrag, das Projekt „Griechische Schule“ an der Hachinger-Bach-Straße unverzüglich einzustellen und der Republik Griechenland derweil ein Ersatzgrundstück außerhalb von Berg am Laim, zum Beispiel im Bereich der geplanten Siedlungsentwicklungs- maßnahme im Münchner Nordosten, anzubieten, ist für Alexander Friedrich (SPD) „zu bequem“: „Einem anderen Stadtteil das deutsch-griechische Problem aufzuhalsen, ist keine Lösung. Wir drücken uns nur vor der Verantwortung.“

Ganz die Meinung von Oberbürgermeister Dieter Reiter. Nach Angaben von Fabian Ewald seien ihm die CSU-Forderungen, die sie dem Oberbürgermeister am 1. Oktober in einem persönlichen Schreiben mitgeteilt haben, „völlig egal“. Jetzt hofften Ewald und Brannekämper auf die Unterstützung des Berg am Laimer Bezirksausschusses. Dieser möge den Oberbürgermeister und die zuständigen Referate nochmals offiziell auffordern, den Baustopp an der Hachinger-Bach-Straße und das Angebot eines städtischen Ersatzgrundstückes, weiterzuverfolgen. Das sei nicht nur im Interesse der Berg am Laimer, sondern auch in dem der Griechen. Für Pafsanias Papageorgiou, dem Generalsekretär für lebenslanges Lernen und Jugend der Republik Griechenland, müsse es laut Brannekämper nämlich nicht unbedingt die Hachinger-Bach-Straße sein. Die Griechen würden sich auch mit einem gleichwertigen gut angebundenen Baugrundstück außerhalb des Stadtbezirks zufriedengeben, das die Stadt aber nicht anbiete. Stattdessen gäbe es nur eine weitere Galgenfrist bis März 2019. „Inzwischen gibt es schon mehr Falschaussagen in München als in Athen“, empörte sich Brannekämper. Dabei wäre mit dem deutsch-griechischen Kompromiss der CSU beiden Parteien geholfen: Berg am Laim bekomme zeitnah ein eigenständiges Gymnasium, ein Haus für Kinder mit Regionalhort und eine Sporthalle. Die griechische Schule im Gegenzug könne sich in einem weniger dicht besiedelten Wohngebiet ausbreiten. Gut gemeint, trotzdem erfolglos. Denn so Kulzer: „Dieter Reiters Reaktion ist deutlich. Ein erneuter Antrag des BA wird kaum etwas ändern. Solange es keinen konkreten Vorschlag für ein Grundstück vom BA 13 gibt, macht der Antrag wenig Sinn.“ Und weiter geht die deutsch-griechische Odyssee.

Alexandra Kraus 

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