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Das Warten auf das nächste Kunst-Provisorium

Das Kulturhaus am Hanns-Seidel-Platz in Neuperlach ist Geschichte

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Jan Deichmanns Graffiti an der Westwand des ehemaligen Kulturhauses am Hanns-Seidel-Platz fällt dem Bagger zum Opfer.

Das Kulturhaus Ramersdorf-Perlach ist nur noch ein Holzhaufen. Bagger haben das Provisorium in der vergangenen Woche abgerissen – und mit ihm auch das Graffiti „Promise“ von Jan Deichmann. Wann der Stadtteil endlich sein richtiges Kulturzentrum bekommt, steht noch in den Sternen und auch das neue Ersatz-Provisorium wird nicht vor April kommenden Jahres zur Verfügung stehen.

Machtlos hebt Jan Deichmann alias CAZ 132 die Hände vor der Ruine des Kulturhauses am Hanns-Seidel-Platz. Die Bagger sind gerade dabei, sein Graffiti, das das Kulturzentrum seit der 50-Jahr-Feier des Stadtviertels zierte, zu zerstören. „Unser Stadtteil verliert heute ein 200-Quadratmeter-Kunstwerk“, kommentiert er das Geschehen, das er auch auf Video festhält.

Doch nicht nur Deichmann verliert mit dem Abriss des Kulturhauses ein Stück seiner Kunst. Auch die Vereine, die den Holzpavillon auf dem Hanns-Seidel-Platz genutzt haben, stehen seit der Schließung des Hauses Ende April auf der Straße. Und obwohl die Verantwortlichen bei der Stadt schon sehr früh von der Entwicklung wussten und der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach immer wieder auf die Notwendigkeit eines Ersatzes hinwies, lässt die neue Zwischenlösung weiter auf sich warten. „Das neue Kulturhaus-Provisorium steht wohl frühestens Ende des ersten Quartals 2019 zur Verfügung“, erklärte BA-Vorsitzender Thomas Kauer auf der jüngsten Sitzung des Gremiums. Seit der Schließung des Zentrums am Hanns-Seidel-Platz steht auch das „Stadtteilparlament“ auf der Straße, ohne Unterstützung der Stadt, und muss im, so Kauer, „Kirchenasyl“ im Pfarrzentrum von St. Stephan tagen. Und auch wenn CSU-Stadträtin Anja Burkhardt bei der Sitzung erklärte, ihren Informationen nach sei der 31. März 2019 als Eröffnungstermin für das neue Kulturzentrums-Provisorium fix, scheint der BA dem Braten noch immer nicht so recht zu trauen. Kauer zumindest hat den Saal in St. Stephan vorsichtshalber schon einmal bis zum Sommer für die Bezirks- ausschuss-Sitzungen reserviert.

Dass Kunst und Kultur im Stadtviertel immer nur in Provisorien untergebracht würden, ist für Deichmann — selbst Neuperlacher, der betont, „ich liebe alles an diesem Ort, sogar die Hochhäuser und die grauen Wände“ — ohnehin nicht nachvollziehbar. „Wir Münchner Künstler werden immer mit dem Versprechen abgespeist, Neuperlach bekomme irgendwann ein ‚richtiges‘ Gebäude — mit echten Mauern“, sagte er anlässlich der Graffitiaktion auf dem Hanns-Seidel-Platz. „Jetzt besteht dieser Container mittlerweile allerdings seit 16 Jahren, und wann wir endlich ein festes Gebäude bekommen, steht noch in den Sternen.“

Und so werden die Vereine und Initiativen froh sein, in absehbarer Zeit wenigstens wieder ein Provisorium zu erhalten. An der Albert-Schweitzer-Straße soll Kunst und Kultur eine – vorübergehende – Heimat finden. Für wie lange? Das kann von städtischer Seite derzeit nicht beantwortet werden. Sicher ist nur, für einige Jahre. Denn „aus heutiger Sicht erscheint ein Baubeginn 2020 nicht realistisch“, heißt es seitens der Verwaltung auf eine entsprechende Forderung der Perlacher Bürgerversammlung im Jahr 2017. Und das, obwohl „die Stadt selbstverständlich bestrebt ist, das Projekt weiter zügig voranzutreiben“. Bleibt nur noch eine Frage: Warum wurde die westliche, mit einem Graffiti versehene Wand des Bürgerhausprovisoriums nicht, wie von der Perlacher Bürgerversammlung gefordert, bis zur Neubebauung erhalten und möglicherweise als Reminiszenz als das 16 Jahre lang genutzte Provisorium in das neue Kulturzentrum integriert? „Da hat wieder einmal der schnöde Mammon über die Kunst gesiegt, denn das wollte niemand bezahlen“, erklärt Deichmann. Doch habe er den Verantwortlichen von KulturBunt Neuperlach angeboten, im endgültigen Kulturzentrum erneut eine Wand zu gestalten. Eine Aussage, die seiner Frau Sabine einen entsetzten Kommentar entlockt: „Was, in 98 Jahren?“ 

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