Kostenloses Angebot für Bayerns Schützenhäuser

Klima-Check fürdie Schützen

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Wolfgang Kink, 1. Landesschützenmeister des Bayerischen Sportschützenbundes (BSSB), Dr. Christian Barth, Amtsleiter des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit, und Günther Lommer, Präsident des Bayerischen Landessportverbands (BLSV v.l.n.r.) bei der Übergabe des Förderbescheids.

Ein kostenloser Klima-Check für Bayerns Schützenhäuser – dank eines Fördertopfs aus dem Bayerischen Umweltministerium ist dies jetzt möglich. Übernommen wird die neutrale Erst-Energieberatung von den Experten des Bayerischen Landessportverbands, der diesen Service für Sportvereine bereits seit Ende 2009 anbietet.

Rasant steigende Heizölpreise und Stromtarife belasten nicht nur den Privatverbraucher. Vor allem Vereine mit in die Jahre gekommenen Sportanlagen leiden unter steigendem Kostendruck. 2009 führte das Bayerische Umweltministerium daher gemeinsam mit dem Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) das Projekt „Klima-Check im Sportverein“ ein. Dabei können Sportvereine eine kompetente, neutrale und kostenfreie energetische Beratung bei Bau, Betrieb und Unterhalt ihrer Sportstätten bekommen. „Ohne die finanzielle Unterstützung des Ministeriums wäre dieser Service nicht möglich“, erklärt BLSV-Präsident Günther Lommer. 

Hohe Nachfrage

Rund 1000 Sportvereine haben sich mittlerweile dafür angemeldet und die Nachfrage ist weiter hoch. Mehr als die Hälfte wurde bereits beraten. „Durchschnittlich wird jeder zweite im Auswertungsbericht gegebene Optimierungsvorschlag umgesetzt“, freut sich Christian Barth vom Umweltministerium.

Schützen sollen profitieren

Vom Wissen und den Erfahrungen des BLSV sollen nun auch die Sportschützen profitieren, auf deren Landesverband das Projekt jetzt erweitert wurde. „Nachhaltigkeit ist das Gebot der Stunde, auch im Sport“, betont Wolfgang Kink, erster Vorstand des Bayerischen Sportschützenbundes (BSSB). Dank der Kooperation mit dem BLSV und der finanziellen Unterstützung des Umweltministeriums sei es nun erstmals möglich, in den Schützenheimen kostenneutral nach Einsparungspotential zu suchen. Die Beseitigung von Klima-Sünden finanziere sich oft bereits aus den anschließenden Einsparungen, so Kink. Zudem gebe es bei Umbauten Zuschuss-Möglichkeiten aus dem Fördertopf für den Schießstättenbau. Die neuen Förderrichtlinien für Sportbauten würden den Klima-Check sogar explizit einfordern, ergänzt Lommer.

70 bayerische Schützenvereine haben sich bereits angemeldet. Laut Kink gibt es in Bayern rund 3000 Schützenheime. Wer die für die Erst-Energieberatung erforderlichen Unterlagen schnell vorlegen kann, kann innerhalb von 14 Tagen bereits Besuch von den Klima-Checkern erhalten. Wenige Wochen nach der Vor-Ort-Besichtigung geht dem Verein dann ein ausführlicher Auswertungsbericht mit zahlreichen Tipps und Anregungen zu energetischen Optimierung seiner Sportanlage zu. Oft stehen dort ganz kleine Dinge drin wie zu viel Wasserdurchlauf bei den Duschen, zu hoher Stromverbrauch bei alten Küchengeräten, zu lange Lichtdauer in den Umkleiden, Kältebrücken in Übergangsbereichen. Aber auch die energetische Sanierung von Dächern und Wänden gehört dazu. Viele Empfehlungen seien kurzfristig und mit geringem finanziellem Aufwand zu realisieren, so die Experten des BLSV. Am Ende stehe ein doppelter Nutzen – für die Vereinskasse und für den Klimaschutz.

Sport- und Schützenvereine, die den Service in Anspruch nehmen möchten, sollten nicht lange zögern: Trotz zusätzlichen 110.000 Euro vom Umweltministerium endet das Projekt derzeit am 31.August dieses Jahres. „Wir hoffen auf Fortsetzung, vielleicht auch auf Bundesebene“, so BLSV-Präsident Günther Lommer. 

Carmen Ick-Dietl

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