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Einen befriedigenden Kompromiss gefunden

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Beim Bau der Unterkunftsanlage an der Nailastraße haben Stadt und Anwohner einen Kompromiss gefunden.
Beim Bau der Unterkunftsanlage an der Nailastraße haben Stadt und Anwohner einen Kompromiss gefunden. © ick

Das Gerichtsverfahren gegen die Baugenehmigung für die Flüchtlingsunterkunft an der Nailastraße ist am Montag eingestellt worden. Stadt und Anlieger haben sich vor Gericht auf einen Kompromiss, vor allem auf den Bau einer Lärmschutzwand, verständigt.

Knapp 25 Meter liegen zwischen den Gärten der Anlieger entlang des Berghamer Wegs in Neuperlach-Süd und der Grenze des Grundstücks an der Nailastraße, auf dem aktuell eine Unterkunft für 160 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge errichtet wird. Dazwischen gibt es einen dicht mit Bäumen und Büschen bewachsenen Grünstreifen sowie einen Fuß- und Radweg. Allenfalls im Winter wäre die Anlage hinter den unbelaubten Ästen zu erkennen. Doch den Anliegern geht es mehr darum, was sie künftig zu hören bekommen könnten. „Eine Schule oder ein Kindergarten wäre kein Problem, die wären abends und am Wochenende nicht da“, sagt einer. Doch so bangt man angesichts der künftigen Nachbarn um seine Erholung.

Um die Ruhe zu bewahren, wird nun eine vier Meter hohe Lärmschutzwand an der Grundstücksgrenze der Unterkunftsanlage errichtet werden. Weil das Baugelände jedoch um gut einen Meter tiefer liegt als der Bezugspunkt Berghamer Weg wird die Wand noch ein ganzes Stück höher ausfallen. Weitere Auflagen: Die Lärmschutzwand darf sich nicht für „Freizeitnutzungen“ eignen, sie soll speziell so gestaltet werden, dass „keine Ballwurfspiele“ möglich sind. Wand und ein eventueller Wall darunter sollen begrünt werden. Zudem verzichtet die Stadt auf einen der ursprünglich zwei geplanten Streetball-Plätze. Ausgearbeitet wurde der Kompromiss in einem Gespräch der Anlieger mit Bürgermeisterin Christine Strobl vergangene Woche.

Das Verwaltungsgericht nahm am Montag all diese Auflagen auf. Sie gelten auch für die neue Baugenehmigung, die laut Stadt in 14 Tagen vorliegen soll. Die Stadt hat den Bauantrag neu gestellt, nachdem nicht mehr erwachsene, sondern 160 unbegleitete minderjährige Flüchtling an der Nailastraße einziehen sollen. Die Nachbarn hatten allerdings bereits 2015 gegen die Pläne für den Bau der Flüchtlingsunterkunft geklagt, waren damals sogar noch in eine höhere Instanz gezogen.

Nachdem alle Punkte schriftlich fixiert waren, stellte Richterin Marion Pauli-Gerz das Verfahren in Absprache mit den insgesamt sieben Klägern aus der Nachbarschaft ein. Die Kosten brummte sie der Stadt auf. Denn sie hatte den Mangel in der Baugenehmigung ausgelöst, weil keine Immissionsrichtwerte festgelegt worden waren

Die Nachbarn äußerten sich am Ende zufrieden über das Ergebnis. Der Kompromiss trage auch zu einer gut nachbarschaftlichen Atmosphäre bei, an der man sehr interessiert sei.

Carmen Ick-Dietl

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