Kiesgrube Roth im Truderinger Wald

Kein Kinderspielplatz

Eigentor für die Neubiberger Montessori-Schule. Die hatte sich über Müll und Scherben in der Kiesgrube Roth beschwert, durch die mehrfach Schüler verletzt worden waren. Nun kam heraus: Betreten-verboten-Schilder warnen vor dem Aufenthalt auf dem Privatgrund.

Grob fahrlässig würden die Betreuer der Schulklassen handeln, wenn sie – wie vorgetragen – mit ihren Schützlingen immer wieder dort hingehen würden, fand Grünen-Sprecher Guido Bucholtz auf der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses Ramersdorf-Perlach. Denn das Areal der in den 80er Jahren stillgelegten Kiesgrube Roth im Truderinger Wald ist Privatgrund, auch wenn es nicht eingezäunt ist. 

Das alte Kiesgruben-Gelände ist „freie Natur“ und daher grundsätzlich offen zugänglich. Doch wer die Kiesgrube betritt, tut dies auf eigene Gefahr. Allerdings wird in einer Broschüre, die 2006 von der Familie Roth und der Stadt München gemeinsam herausgegeben wurde, explizit erklärt, dass sich die Kiesgrube für eine pädagogische Nutzung eigne. Für diesen Zweck wird eine Fläche im Südwesten angeboten, auf der Kindergärten und Schulen einen „Unterricht im Freien“ abhalten können. Ob sich die Montessori-Schüler ihre Verletzungen in diesem Bereich geholt haben, ist allerdings unklar.

Soweit zumutbar räume der Verwalter des Kiesgrubenbesitzers regelmäßig anfallenden Müll weg, berichtete die Vorsitzende des BA-Umweltausschusses Alexandra Schmidt (SPD). Ortskundige Waldperlacher, die regelmäßig die Kiesgrube besuchen würden, hätten denn auch keine ungewöhnliche Vermüllung festgestellt, wie sie von der Betreuerin der Schülergruppe geschildert worden war. Die Kinder machen sich für ihren Biologie-Unterricht immer wieder auf den Weg in die Kiesgrube, jedes Mal gab es dabei Verletzte, zuletzt musste ein Kind sogar umfangreicher behandelt werden. 

Das ist kein öffentlicher Spielplatz, betonten die Stadtteilpolitiker, ein Ausflug in eine Kiesgrube sei einfach gefährlich. „Die Schule hätte zuerst mit dem Eigentümer reden müssen“, so Bucholtz. 

Um weitere Unfälle zu vermeiden, sollen in Kürze Schilder über das Landschaftsschutzgebiet und Biotop aufklären und die Besucherströme dadurch entsprechend lenken. Zudem sollen die „Betreten-Verboten“-Hinweise erneuert werden. Für den Bezirksausschuss 16 ist das Thema damit beendet. Carmen Ick-Dietl

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