„Kick it like Philipp“

Jeden Mittwoch heißt es auf der Bezirkssportanlage Bert-Brecht-Allee „Mädchen ran an den Ball“. Das Projekt von Lilalu richtet sich an Mädchen zwischen 7 und 17, die Fußball spielen wollen – ohne Druck und ohne Jungs. Auf Verstärkung freuen sich Spielerinnen und Trainerinnen Barbara Gernhardt (links außen) und Tochter Elena (Mitte). Mehr dazu im Innenteil. Foto: GG

„Sprechen Sie nur deutsch?“, fragt die 9-jährige Christina, denn in ihrem Fußballteam spricht jede Spielerin mindestens zwei Sprachen fließend. Die Mädchen zwischen sieben und 14 kommen aus Russland, Portugal, Italien, Frankreich, Chile, Irak oder Indien und haben eins gemeinsam: Sie lieben Fußball.

Christinas Team ist Teil des Projekts „Mädchen ran an den Ball – Kick it like Philipp“, initiiert von Lilalu in Kooperation mit der Philipp Lahm-Stiftung und angelehnt an den Erfolgsfilm „Kick it like Beckham“. Die Idee ist simpel: Mädchen mit und ohne Migrationshintergrund schaffen sich durch Fußballspielen mehr Selbstvertrauen und haben ganz nebenbei Spaß. Fußball als Mittel zum Zweck „Mädchen ran an den Ball“ gibt es in fünf Stadtteilen. Am Standort Neuperlach trainieren Barbara Gernhardt und ihre Tochter Elena seit April 2009 etwa 20 Mädchen. „Fußball als Mittel zum Zweck“ – so beschreibt Barbara Gernhardt das Training, das sie jeden Mittwochnachmittag leitet. Die studierte Geographin ist eingefleischte Fußballerin. Zuvor war sie Trainerin beim TSV Grafing, aber zeitlich ließ es sich nicht mehr mit ihrer hauptberuflichen Tätigkeit vereinbaren. Im Dezember 2008 hörte sie auf, keine zwei Monate später habe sie Lilalu über Xing kontaktiert – „Und ich habe natürlich zugesagt.“ Hier gibt es keine Punktespiele. Das Training ist zwang- und kostenlos. „Ich musste mich umstellen, aber es macht sehr viel Spaß.“ Erklärtes Ziel des Projekts ist es, durch den Mannschaftssport sowohl die Persönlichkeitsstruktur der Mädchen zu stärken als auch Teamfähigkeit, Integrationsbereitschaft, Empathie und Verantwortungsbewusstsein zu fördern. „Ihr müsst lernen, einander zuzuspielen“, ruft Barbara Gernhardt. Nach den Übungen im Tor und auf dem Feld gibt es ein Mini-Turnier. Einige der Mädchen sind sehr talentiert. Amelie zum Beispiel. Zwischenzeitlich hat sie auch bei den Jungs in einem Verein mitgespielt. Aber da kam sie nicht richtig zum Einsatz: „Die Jungs gehen immer so hart ran.“ Jetzt kommt sie wieder zu Barbara. „Die Jungs spielen nun mal anders“, erklärt Barbara Gernhardt, es werde ja nicht umsonst in Damen- und Herrenmannschaften geteilt. Die Mutter von Denise kennt die Problematik: „Bei den Jungs würde sie sich nicht trauen.“ Hier fühle sich Denise richtig wohl. „Man muss Mädels immer extra fördern“, meint auch die Trainerin. „Werbung machen“ Die Herkunft ist beim Fußballspielen kein Thema, „hier fragt niemand ,wo kommst du her?’“ Nur wenn es übers Spielen hinausgeht, merke man die Kulturunterschiede. „Die Älteren fragen auch schon: ,Dürfte die Elena einen Freund haben?’ Da weiß man dann auch nicht, was man sagen soll“, erzählt Barbara Gernhardt. „Wunsch und Ziel ist natürlich auch die Mädchen zu erreichen, die normalerweise kein Fußball spielen würden.“ Hierfür rühren alle zusammen kräftig die Werbetrommel: „Es ist wichtig, dass wir in die Zeitung kommen. Wir müssen Werbung machen in der Schule und der Mittagsbetreuung, dass noch mehr kommen“, sagt Denise. „Mädchen ran an den Ball“: Mittwochs 14.30 bis 16 Uhr, Bezirkssportanlage Bert-Brecht-Allee 17. Galina Gostrer

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