Nichts Besonderes

Kein Schutz für die Heimstättensiedlung

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Keine besondere städtebauliche Eigenart und auch keine örtliche Besonderheit: Die Stadt lehnt einen speziellen Schutz für die Heimstättensiedlung ab.

Die Ramersdorfer Heimstättensiedlung hat weder eine besondere städtebauliche Eigenart noch ist sie eine örtliche Besonderheit. Deshalb lehnt die Stadt einen speziellen Schutz für das Gebiet ab.

Als die Siedlung südlich der Bad-Schachener-Straße zwischen Echardinger- und Krumbadstraße in den 1920er-Jahren entstand, da wurden dort vor allem Einfamilien- und Doppelhäuser mit holländischem Doppelwalmdach gebaut. Inzwischen wurden viele dieser damaligen Gebäude durch ein- und zweigeschossige Doppel- und Reihenhäuser sowie ein paar wenige Mehrfamilienbauten ersetzt. Die Weiterentwicklung des Gebiets ist gut ablesbar an den unterschiedlichen Dachformen. Da gibt es Walm- und Krüppelwalmdächer, Zelt-, Sattel- und Tonnendächer. Auch die Fensterformate und Dachgauben ergeben kein gleichmäßiges Bild. Dass das reine Wohngebiet trotzdem irgendwie einheitlich wirkt, liegt an den Stadtgestaltungsvorgaben. Es gibt durchgehend etwa fünf Meter tiefe Vorgartenzonen, alle Häuser haben in etwa die gleiche Geschosszahl beziehungsweise Höhe, alle in der Regel einen tiefen Garten auf der Rückseite und Bäume auf den Grundstücken. Geregelt wurde dies in der Vergangenheit über Bebauungsplan und Baulinien. Und so soll es auch in Zukunft gehandhabt werden.

Eine eigene Erhaltungssatzung wird die Heimstättensiedlung jedenfalls nicht bekommen. Dazu kann das Gebiet weder eine besondere städtebauliche Eigenart noch eine örtliche Besonderheit nachweisen, die einen solchen Schutz rechtfertigen würde. Die Stadt kann einen solch speziellen Schutz nicht einfach so aussprechen. Er muss zwingend auch einer gerichtlichen Prüfung standhalten, denn damit sind Eingriffe ins Grundrecht der Eigentumsgarantie verbunden. Daher müssen vorher sehr genau die öffentlichen Belange gegen die privaten Interessen der Grundstückeigentümer abgewägt werden. Die Stadt kam danach zu besagter Ablehnung. Sicher zur Enttäuschung der „Schutzgemeinschaft Ramersdorf“, die die Erhaltungssatzung auf der jüngsten Ramersdorfer Bürgerversammlung beantragt hatte. Allerdings gab es durchaus eine Vorwarnung. Denn vom Landesdenkmalamt hatte der Verein zuvor bereits erfahren, dass die Heimstättensiedlung keinen Ensembleschutz erhalten könne. In der ganzen Siedlung gibt es zudem weder ein Einzelbaudenkmal, noch irgendwelche Gebäude von geschichtlicher oder künstlerischer Bedeutung. Die Schutzgemeinschaft war trotzdem der Meinung, dass die Siedlung „noch weitgehend ihren ursprünglichen Charakter aus den 1920er-Jahren“ habe. Der allerdings von massiver Verdichtung und Neubautätigkeiten bedroht sei. Auch wenn es hier nicht um Baudenkmäler im klassischen Sinne gehe, seien alte Gebäude und gewachsene Strukturen doch für die Lebensqualität einer Stadt und ihrer Bewohner eminent wichtig, so das damalige Argument. 

Carmen Ick-Dietl

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