Der Container als Alternative

In Ramersdorf-Perlach soll ein öffentlicher Raum für Jugendliche entstehen

Ein Container steht auf einem geteerten Platz in einem Park
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Sollten Bars, Clubs, Diskotheken und Konzerthallen demnächst wieder schließen müssen, möchte der Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach einen Container anbieten.
  • VonRoman Wintz
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Die Bedürfnisse von jungen Münchnern wurden lange missachtet. Nun gibt es erste Vorschläge, wo sie sich treffen und Zeit miteinander verbringen können.

Sich selbstbestimmt treffen, sich entfalten, kommunizieren und feiern – diese Rechte wurden jungen Menschen in der jüngsten Vergangenheit geraubt. Anweisungen vom Team Vorsicht wie Rückzug oder Kontakteinschränkungen waren die obersten Gebote. Die Auswirkungen sind gravierend für Jugendliche, die auf den öffentlichen Raum als Freiraum und Entwicklungsfeld besonders angewiesen sind.

Sie brauchen Raum und Zeit für ihre Persönlichkeitsentwicklung. Hierzu gehört wesentlich, in der Gemeinschaft mit Gleichaltrigen ihren Platz zu finden. Freizeiteinrichtungen, Bars, Clubs, Diskotheken und Konzerthallen wurden aufgrund der Coronamaßnahmen als erste geschlossen und niemand kann genau sagen, wie sich die Situation weiter entwickelt. Sollte es abermals zu massiven Einschränkungen kommen, möchte der Bezirks­ausschuss (BA) Ramersdorf-Perlach gewappnet sein und jungen Menschen einen Raum in Form eines mobilen Unterstandes bieten für das gemeinsame Erleben, unabhängig vom Geldbeutel.

„Insgesamt möchte die Stadt zehn mobile Unterstände aufstellen, der für Neuperlach ist im Ostpark angedacht“, sagte der BA-Vorsitzende Thomas Kauer von der CSU. Es würden zwei Varianten zur Wahl stehen, eine westlich des Theatrons, die zweite zwischen Grillplatz und Michaeligarten. „Wir waren uns einig, dass es an dem Standort zwei besser hinpasst, weil der erste Standort eher von einem älteren Publikum frequentiert wird“, so Kauer weiter.

„Da die Dunkelheit immer früher einsetzt, müsste in dieser Angelegenheit noch etwas passieren, nicht dass die Jugendlichen letztlich mit Fakeln daherkommen“‚ so der stellvertretende BA-Vorsitzende Kurt Damaschke (SPD). Sepp Sebald von den Grünen merkte noch an, dass er es als sinnvoll erachte, wenn gelegentlich ein Sozialarbeiter vorbeikäme, um die Lage zu überprüfen. „Jugendliche die sich dort treffen, sollten einen Ansprechpartner haben.“ AfD-Lokalpolitiker Bruno Fuchert sei in Sorge, dass sich dort Jugend-Gangs versammeln könnten und stehe dem Vorschlag eines Streetworkers, wie andere BA-Mitglieder, positiv gegenüber. Das Vorhaben wurde ohne Gegenstimmen beschlossen.

Bleibt abzuwarten, wie Jugendliche diesem Angebot gegenüberstehen, denn die hat bisher niemand gefragt. 

Roman Wintz

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