Stadträtin Eva Caim überrascht den BA Berg am Laim mit neuer Baumaßnahme

Wohnungsbau auf der Ackerfurche?

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Nach Informationen von CSU-Stadträtin Eva Caim ist das Acker- und Sportplatzgelände südlich der Truderinger Straße für eine Wohnbebauung vorgesehen.

Wohnungen sind in München rar, für den Bau neuer Einheiten wird derzeit so manches freie Feld besonders in den Fokus genommen. Diese Maxime könnte bald erneut schon wieder auf Berg am Laim übertragen werden, glaubt man entsprechenden Aussagen von Stadträtin Eva Caim (CSU),

die als Mandatarin auch im örtlichen Bezirksausschuss sitzt. Ihre Kollegen dort überraschte sie in der letzten Sitzung merklich.

Danach könnte die heutige Acker- und Sportplatzlandschaft südlich der Truderinger Straße, zwischen Schwanhilden- und Roßsteinstraße entlang des Rosenheimer Bahndamms gelegen, in Zukunft intensiv bebaut werden. Rund 1300 neue Wohnungen könnten dort entstehen, vermeldete die CSU-Politikerin dem verblüfften BA. Auf die Frage, woher sie davon wisse, antwortete Caim schmunzelnd: „Schließlich bin ich im Stadtrat!“ Zudem komme die spektakuläre Nachricht direkt aus dem städtischen Planungsreferat.

Beim Planungsreferat zeigt man sich allerdings auf Nachfrage überrascht. Das Gelände sei in Privateigentum, es gebe „noch nicht einmal einen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan“, so Sprecherin Katja Strohhäker.

Schulsektor

Dennoch: sollte dort Wohnungsbau entstehen, sieht sich die Stadt und mit ihr der Stadtteil echten Herausforderungen vor allem auf dem Schulsektor ausgesetzt. Besonders die Frage der Versorgung mit ausreichend Grundschulplätzen treibt dem BA seit Jahren im steten Wechsel Sorgenfalten und Zornesröte auf die Stirne. Denn während der 14. Stadtbezirk in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist und etwa rund um den Michaelianger oder in der nachverdichteten Maikäfersiedlung viele hundert neuer Wohnungen entstanden sind und etwa nahe des aktuellen Spekulationsgrundstücks auf dem Terrain der alten Baumschule an der Roßsteinstraße noch entstehen werden, bleibt die Schulplatzversorgung weiter auf altem Stand.

Schulen überfüllt

„Die Berg-am-Laim-Schule platzt als eine der beiden hiesigen Grundschulen aus allen Nähten“, wusste etwa Schul-Unterausschusssprecher Heinrich Schepsmeier (SPD) zu berichten. Auf die Grafinger-Schule weiter östlich würden durch die Planungen zur Entwicklung eines neuen Wohn- und Geschäftsviertels hinter dem Ostbahnhof in den kommenden Jahren weitere Belastungen zukommen. Auf einem seit langem vom Stadtteil selbst avisierten Grundstück an der Hachinger-Bach-Straße hat derzeit noch der Stadt Griechenland den Daumen drauf – der Bau einer zentralen Griechischen Schule wird zwar derzeit nicht eben wahrscheinlicher, doch der Stadt fehlt hier wichtige Planungsvorlaufzeit, im Falle eines Rückkaufs eigene Entwicklungen zu forcieren. „Wir müssen endlich auch wissen, wo die genauen Schulsprengel-Grenzen verlaufen“, verlangte Jennifer Brichzin (Grüne). Man müsse genau erfahren, welche Kinder eventuell auch in Nachbarvierteln zur Schule gehen müssten. Brichzin nannte die Schule an der Bazaillestraße in Haidhausen als Beispiel.

Hoffen auf Happy End

Im Bezirksausschuss freilich wurde deutlich: die Hoffnung auf ein Happy-End an der Hachinger-Bach-Straße und damit den künftigen Bau einer eigenen Grundschule für den Stadtteil haben die Mandatare längst nicht aufgegeben. Auch wenn es vonseiten des Griechischen Konsulates wie auch des städtischen Kommunalreferates bei Nachfragen in den letzten Wochen und Monaten stets hieß: „Wir stehen in Verhandlungen!“ Zum Betrieb einer zentralen Griechischen Schule oder zur Rück-Abwicklung eines bestehenden Kaufvertrages? Das steht offenbar noch in den Sternen. Harald Hettich

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