Sportreferat setzt Frist für Standort Kagerstraße

Wo bleiben die Pläne für die Schützenhalle?

Der Polizeisportschützenverein soll endlich verbindliche Pläne und Finanzierung für sein Schützenzentrum in der Kagerstraße auf den Tisch legen. Das Sportreferat gibt dem Verein ein Jahr Zeit dafür. Kommt bis dahin kein schlüssiges Konzept,

soll das Grundstück für andere Nutzungen ausgeschrieben werden. Ganz neu ist, dass sich nun auch die Ramersdorfer Tanzsportgemeinschaft für das Areal interessiert.

Der erste Plan, der vom Polizeisportschützenverein (PSSV) im Sommer 2011 eingereicht worden war, war nicht genehmigungsfähig. Zu groß und zu nutzungsintensiv für das Grundstück, so die damalige Begründung der Stadt. Laut LBK wurde das Projekt daraufhin im August 2011 zurückgezogen. Das Problem waren nicht die Sportschützen, sondern das kommerzielle Kleinfeld-Fußballprojekt, das in die Sporthalle mit einziehen sollte.

Dieser Hauptsponsor hat sich inzwischen von dem Projekt zurückgezogen. Deshalb muss das Finanzierungs- und Nutzungskonzept neu aufgestellt werden. Doch den Referaten liegt bislang kein neues Konzept vor, ebenso wenig wie Aussagen zur Zusammenarbeit mit einem neuen Partner. 

Klar ist, dass der PSSV sein Projekt nur in Kooperation mit einem zuverlässigen, seriösen Partner realisieren kann. Vor allem muss dieser Partner solvent sein, denn der Bau der geplanten Schützenhalle muss trotz aller öffentlichen Zuschussmöglichkeiten vorfinanziert werden.

„Großes Privileg“

Um dem Verein größtmögliche Sicherheit für Gespräche mit möglichen Investoren zu geben, hat das Kommunalreferat bestätigt, dass die Stadt für das Grundstück an der Kagerstraße keine Verhandlungen mit anderen potenziellen Nutzern führt. Eine solche „Reservierung“ sei ein „großes Privileg“, verdeutlicht der Pressesprecher des Kommunalreferats, Bernd Plank. 

Zudem hat die Stadt wichtige Rahmenbedingungen definiert. So soll der Verein das Grundstück langfristig im Erbbaurecht erhalten, der Erbbauzins sich nach den Sportförderrichtlinien errechnen. Zudem erhält der PSSV das Recht zur teilweisen Untervermietung. Sollte der Untermieter ein nicht gemeinnütziger, privatwirtschaftlicher Investor sein, bemisst sich der Erbbauzins für diese Flächen nach marktüblichen Preisen. Der Sportverein darf keine exklusive Gesellschaft sein, sondern muss einen sozialverträglichen Zugang zum Sport ermöglichen. Und er muss die Kosten für den Abbruch der auf dem Grundstück noch vorhandenen Gebäude übernehmen. 

Nach dem Abzug der Schilderzeichenbetriebe im Herbst 2012 liegen nun alle Voraussetzungen vor, damit der PSSV gezielt nach einem geeigneten Partner für die Realisierung seines Projekts suchen kann. Planungs-, Kommunal- und Sportreferat werden ihn entsprechend beraten. Doch: „Verantwortlich für den Fortschritt des Projekts ist in der gegenwärtigen Phase allein der Verein.“ 

Fristsetzung

Dem Sportamt ist klar, dass der Verein dafür Zeit braucht. „Allerdings sollte angesichts der bisherigen langen Laufzeit des Projekts in einem angemessenen Zeitraum ein Ergebnis erzielt werden.“ Deshalb hat man dem Verein nun eine entsprechende Frist gesetzt. Bis zum 31. Januar 2014 muss ein verbindliches Nutzungs-, Finanzierungs- und Kooperationskonzept vorliegen. Andernfalls schreibt das Kommunalreferat das Grundstück Kagerstraße für andere Nutzungen aus. „Wir können hier nicht bis zum St.-Nimmerleins-Tag warten“, so Plank. Die Reservierung eines Grundstücks sei nicht nur eine Ausnahme, sondern immer auch zeitlich befristet.

Neuer Interessent

Inzwischen gibt es einen Interessenten, der gerne ins Projekt miteinsteigen möchte. Die Tanzsportgemeinschaft (TSG) aus Ramersdorf würde auf dem Grundstück gerne ihr Vereinsdomizil integrieren – gerne auch gemeinsam mit den Schützen. Allerdings: Auch die TSG hat offenbar keinen solventen Investor im Rücken. Zweites Problem: Wie bei den Schützen findet auch das Vereinsleben der TSG in den Abendstunden statt. Damit ist die Doppelnutzung eines Mehrzweckraumes wohl hinfällig. Ob und wie sich eine Kooperation entwickeln könnte, wollen die Vereine bei einem Treffen in dieser Woche ausloten. Auf jeden Fall hat sich die TSG beim Sportamt mal für das Areal beworben, zudem gibt es auf der nächsten Sitzung des Bezirksausschusses Ramersdorf-Perlach einen entsprechenden Unterstützungsantrag.   Carmen Ick-Dietl

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