MVG muss allerdings noch endgültig zustimmen

Tempo 30 für Hofanger- und Berger-Kreuz-Straße

Riesenfreude bei der „Verkehrsinitiative Ramersdorf-Ost“: Ihr Wunsch nach Tempo 30 für Hofangerstraße und Berger-Kreuz-Straße soll in Erfüllung gehen. Vorausgesetzt die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) stimmt wie versprochen zu, könnte das neue Tempolimit schon im April eingeführt werden.

„Unser Engagement hat sich gelohnt, endlich werden beide Straßen sicherer“, jubelt Regine Hang-Dausch von der „Verkehrsiniative Ramersdorf-Ost“. Zweieinhalb Stunden hatten eine fünfköpfige Abordnung der Bürgerinitiative vergangene Woche bei einem „runden Tisch“ mit Vertretern von Kreisverwaltungs- und Baureferat, Polizei, Bezirksausschuss und MVG intensiv über die Verkehrsprobleme vor Ort diskutiert. „Hofanger- und Berger-Kreuz-Straße sind unübersichtlich, es wird zu schnell gefahren und es passieren zu viele Unfälle“, erläuterte Christoph Machwirth von der Verkehrsinitiative. Erst im Dezember war auf der Hofangerstraße ein Bub auf dem Schulweg von einem Auto erfasst und durch die Luft geschleudert worden – er überlebte nur mit großem Glück.

Weitere Gefahren

Die Anwohner, so Machwirth, würden durchgängig auf den Gehwegen parken, weil ihren Autos sonst die Außenspiegel abgefahren würden und selbst erwachsene Radfahrer wichen auf die Gehwege aus. Viele Kinder müssten die beiden Straßen auf dem Schulweg überqueren, zudem würden diese das ganze Wohnviertel trennen vom Ostpark, dem größten Naherholungsgebiet im Münchner Osten mit viel Grün, Schwimmbad und Eislaufstadion. 

Überzeugende Argumente

Die Anwohnergruppierung, die seit eineinhalb Jahren für eine Verkehrsberuhigung auf der Hofangerstraße und der Berger-Kreuz-Straße kämpft, glaubt, dass diese Argumente überzeugt haben. Kreisverwaltungsreferat, Polizei und Bezirksausschuss hätten sich am „runden Tisch“ klar für Tempo 30 auf beiden Straßen ausgesprochen. Allein die Münchner Verkehrsgesellschaft haderte noch mit – rein rechnerisch – längeren Busfahrzeiten durch Tempo 30. Die Anwohner belegten jedoch durch Aufzeichnungen und Busfahrer-Befragungen, dass der Bus in der Praxis hier ohnehin kaum schneller als durchschnittlich 30 Stundenkilometer fahre. Regine Hang-Dausch zeigte zudem eine Möglichkeit auf, wie an anderer Stelle, auf der Hechtseestraße, gut Zeit eingespart werden könnte. Dabei geht es um zwei vorhandene Parkplätze, wegen denen die Busbeschleunigungsspur faktisch nie genutzt werden kann. 

Am Ende dann die gute Nachricht: „Sie sollen von diesem Tisch ein gutes Gefühl mitnehmen. Sie können davon ausgehen, dass Tempo 30 kommt“, erklärte Peter Geck von der zuständigen Abteilung im Kreisverwaltungsreferat. 

MVG-Zustimmung

Voraussetzung ist allerdings, dass die MVG, die noch einmal offiziell dazu angehört werden muss, bei ihrer Zustimmung bleibt. Im KVR ist man da aber guter Dinge. Bereits bis April könnte das Tempo 30 auf den beiden Straßen umgesetzt sein, sagt KVR-Pressesprecherin Daniela Schlegel. Ob danach das KVR oder die Polizei die Einhaltung der Temporeduzierung kontrollieren, ist nach Angaben der Polizei noch unklar. Den Gehweg-Parkern ist auf jeden Fall zu raten, sich dann ordentlich in die Parkmarkierungen zu stellen. Was die Temporeduzierung sicher weiter unterstützen würde.

Fußgängerinsel

Ein weiteres Anliegen der Anwohnerinitative ist noch offen: Eine Fußgängerinsel an der Hofangerstraße als Überquerungshilfe in den Ostpark. Das KVR werde erst einmal beobachten, wie sich der Verkehr durch das neue Tempolimit verändere, so Schlegel. In den Sommermonaten werden man sich die ganze Sache dann auch noch einmal vor Ort anschauen und auch Zählungen durchführen. „Ist ein Übergang sinnvoll und wie ist er machbar“, das werde man sich genau ansehen. 

Die Verkehrsinitiative will auf jeden Fall am Thema Übergang dran bleiben. „Dafür kämpfen wir weiter“, kündigt Regina Hang-Dausch an.  Carmen Ick-Dietl

Auch interessant:

Kommentare