Ausbau der Grafinger Grundschule und des Michaeli-Gymnasiums

Schulferien waren gestern – jetzt wird gebaut!

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Die Dreiecks-Tische im neuen Kopfbau der Grundschule an der Grafingerstraße sind ein Teil des neuen Lehrkonzeptes. Die Schüler sollen lernen, in Gruppen zu arbeiten.

Wenn möglich werden jegliche Baumaßnahmen an Schulen und Lehrinstituten immer in den Sommerferien durchgeführt. So wird der Schulalltag der Kinder und Jugendlichen nicht gestört. 

Am Donnerstag, 13. September läuft die Frist für einige der Mammut-Bauvorhaben aus, dann werden die neuen Gebäude wieder von  mehr als 160.000 Münchner Schülern gestürmt. Auch die Grafinger Grundschule und das Michaeli-Gymnasium gehören dazu.


Der Sommer neigt sich dem Ende zu und damit gehen auch die längsten Ferien im Bundesland Bayern zu Ende. Sechs Wochen konnten Schülerinnen und Schüler sich von Schul- und Lernstress erholen und die freien Sommerwochen genießen. Entspannung pur – aber nicht für jeden! Während Kinder und Jugendliche endlich ausschlafen konnten, hat das Referat für Bildung und Sport in München auf Hochtouren gearbeitet und rechtzeitig zum Schulbeginn viele Schulgebäude saniert. Auch die Um- und Ausbauten von Schulbetrieben werden hauptsächlich auf die lernfreien Wochen gelegt, um Lärm, Schmutz und Verletzungsgefahr für Schüler und Lehrer so gering wie möglich zu halten. „Die Belastung für beide Seiten wäre einfach zu groß“, erklärt Stadtschulrat Rainer Schweppe.So wird am Donnerstag, 13. September, auch der neue Kopfbau der Grafinger-Grundschule in Berg am Laim eingeweiht. Noch erinnert alles an eine Großbaustelle: die große Auffahrt zum Haupteingang ist gesperrt und auch in der Eingangshalle türmen sich noch stapelweise Bauabfälle. Das große Glasdach, das einmal viel Licht in die Aula lassen wird, ist noch mit Pappe bedeckt und auch einige Fenster sind noch nicht eingesetzt. Und doch, der terrakotta-farbene Linoleum auf dem Fußboden, die orangen Türen und sogar die frisch gefugten Fließen in den modernen Badezimmern wirken freundlich und einladend. Als würde der Neubau der Grundschule nur darauf warten, endlich die neuen, knapp 150 Kinder aufzunehmen.

Ballungsraum Maikäfersiedlung

Aber das war noch lange nicht alles! Aus der Nachverdichtung des Münchner Ostens mit den neuen Wohnbauten in der Maikäfersiedlung, entstand das Problem: Platzmangel! Nicht nur die Grafinger-Grundschule platzt schon lange aus allen Nähten. Auch der Hort, die Kindertagesstätte und der Kindergarten hatten lange nicht so viele Plätze, wie benötigt wurden. Denn Fakt ist: Mehr als 84 Prozent der Eltern in Berg am Laim wünschen sich eine Ganztagsbetreuung für ihr Kind. Die Gründe sind bekannt: Durch die steigenden Lebenserhaltungskosten in München müssen oft beide Elternteile arbeiten. Die Lösung soll nun ein neues, soziales Konzept des Baureferats sein. So wurde kurzerhand die der zweigruppige Kinderpavillion und die Kindertagesstätte aus den 1950ern abgerissen und Platz geschaffen für die Neubauten. Die sollen nun zusätzlich 20 Klassen á 25 Kindern möglich machen.

Neue Lernmethoden für die Jüngsten

Der Ausbau der Grundschule hat neben dem terrakotta-farbenen Linoleum außerdem auch fast futuristsich anmutende Klassenzimmer zu bieten. Vorbei sind die Zeiten von grünen Schiefertafeln und nach vorne ausgerichteten Zweierbänken. Die neuen Tische für Erst- bis Viertklässler sind dreieckig – und wesentlich kleiner. Eigentlich hat daran nur ein Schüler Platz, das spielt bei der neuen Lernstruktur aber keine Rolle, denn Gruppenarbeit ist die neue Methode, die durch dieses Mobiliar gefördert werden soll. Außerdem hat jeder Jahrgang eine eigene, farbige Kennzeichnung. Schüler der ersten Klasse sitzen also beispielsweise auf gelben Stühlen, hängen ihre Rucksäcke in gelbe Schränke und ihre Jacken an gelbe Garderoben. Fortschrittlich und effizient – so die Theorie. In der Praxis haben nicht die Kinder, sondern die Lehrkräfte Schwierigkeiten mit den neuen, hochmodernen Systemen. Interaktives Arbeiten am Whiteboard, statt einem Tafelbild an der grünen Schieferwand, ein laptopgesteuerter Beamer, statt Kreide. „Das Kollegium muss erst lernen, mit diesen neuen Medien umzugehen und auch die Dynamik richtig einzusetzen.“, so Christian Breu, Mitarbeiter der Fachabteilung für Grund-, Mittel- und Förderschulen. Das 26 Millionen teure Projekt soll in eineinhalb Jahren, also bis zum Frühjahr 2014 vollständig abgeschlossen sein. Dann werden rund 500 Grundschüler in der Grafinger Straße 71 in Ruhe schreiben, rechnen und basteln können.

Mehr Platz erst nächstes Jahr

Aus ähnlichen Gründen hat das Baureferat München auch das  Projekt am Michaeli-Gymnasium an der Grenze zu Trudering ins Leben gerufen. Dem notorischen Platzmangel sollte endlich ein Ende gesetzt werden und so wurden die Pläne für 19 zusätzliche Unterrichtsräume in einem Nebengebäude in die Tat umgesetzt. Der Pavillon bietet den Schülern außerdem eine Mensa, in der rund 200 Gymnasiasten gleichzeitig einen Snack zu sich nehmen oder ihre Mittagspause verbringen können. Der Haken: das Gebäude mit zusätzlichen acht Unterrichtsräumen wird erst im Sommer 2013 fertig gestellt werden und die 1239 Schüler und ihre Lehrkräfte entlastet. Bis dahin wird es in den überfüllten Klassenzimmern im Winter sicher nicht kalt werden. Zumindest die neue Turnhalle steht und wird zum neuen Schuljahr in Betrieb genommen. „Anders wäre ein Schulalltag kaum mehr möglich gewesen“, klagt die Schulleiterin Angelika Loders. Sie fiebert auch schon der Neugestaltung des Eingangsbereichs entgegen, der derzeit der einzige Aufenthaltsraum für Schüler in ihrer unterrichtsfreien Zeit ist. Auch auf das Lehrerzimmer, den EDV-Raum und das Beratungszimmer des Schulpsychologen muss das Gymnasium noch warten. Im Sommer 2013 werden rund 13, 4 Millionen Euro gut investiert sein. Der Altbau in der Hachinger-Bach-Straße 25 wird zwar nicht so modern glänzen, wie die Grafinger Grundschule, aber der zusätzliche Platz wird den Schülern ein ebenso angenehmeres Lernen ermöglichen. Veronika Gstöttl

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