München Marathon geht in seine 27. Runde

Ja wo laufen sie denn?

+
Auf Spitzensport dürfen sich die Zuschauer beim diesjährigen München Marathon freuen, denn im Rahmen des Laufs werden auch die Deutschen Marathon-Meisterschaften ausgetragen.

„Ja, wo laufen sie denn?“ würde Loriot sicher fragen. Dem Manne kann geholfen werden: bald wieder in München – beim insgesamt bereits 27. München Marathon der Historie.

Denn am Sonntag, 14. Oktober, ist es wieder so weit. Dann werden wieder tausende ausgewiesener Langstreckenlauf-freaks ihre Sportschuhe schnüren. Während Sofasportler angesichts der Streckenlänge durch Münchner Terrain von traditionell 42,195 Kilometern einmal mehr nur ungläubig den Kopf schütteln dürften, sind die Läuferasse aller Altersgruppen längst voll in die Vorbereitung auf das Mega-Event an der Isar eingestiegen.

Deutsche Meisterschaft

Besonderer Reiz des Langstrecken-Klassikers heuer: auf der Marathon-Strecke werden nicht nur die Stadtmarathonsieger ermittelt – heuer ist die Langdistanz an der Isar auch Austragungsstätte der Deutschen Marathonmeisterschaften, die in den Lauf eingebettet sind. Die Teilnehmerzahlen wurden deshalb laut Gernot Weigl, dem Geschäftsführer des München Marathon, in diesem Jahr beschränkt. „Wir wollen einfach optimale Voraussetzungen für die nationalen Titelkämpfe schaffen“, betont der Organisator. Reizvoll wird es dennoch: Tausende von arrivierten Cracks der Szene bis zu hochmotivierten Freizeitathleten werden sich auf die Strecke begeben.

Alternativ-Distanzen

Wer es nicht ganz so lang mag, kein Problem. Halbmarathon, 10-Kilometer-Lauf oder die Marathonstaffel dienen als etwas weniger schweißtreibende Alternativen. Doch Eile ist geboten: „Der Halbmarathon ist wegen der reduzierten Starterfelder zu fast 95 Prozent ausgebucht“, macht Weigl Spätentschlossenen im wahrsten Wortsinne Beine (umfrangreiche Detailinformationen zu Anmeldungsmodalitäten und zum Programmablauf erhalten Interessenten unter www.muenchenmarathon.de). Hier gibt es für Asse und Freizeitläufer auch einen weiteren interessanten Link mit einem von Fachleuten ausgearbeiteten Trainingsprogramm. Der Sofasportler freilich wendet sich dabei mit Grausen.

Läuferische Einblicke

Noch stehen die Teilnehmerfelder im Marathon nicht fest, entscheiden sich erfahrungsgemäß die Stars der Szene doch relativ spät für einen Auftritt – „aber ein hochqualitatives Feld nationaler und internationaler Laufasse wird sicher an den Start gehen“, gibt sich Gernot Weigl optimistish. Darunter werden auch die beiden Vorjahressieger Richard Friedrich und Bernadette Pichlmaier erwartet. Doch deren Titelverteidigung dürfte schwer werden – die Vorjahressiegeszeiten Friedrichs (2:19.25) und Pichlmaiers (2:38) dürften im Rahmen nationaler Titelkämpfe für höhere Meriten nicht reichen. Denn während in der Vergangenheit München zwar für reizvolle Laufveranstaltungen dieser Art mit tollem Rahmenprogramm und fast familiärem Ambiente bekannt war, dürfte angesichts der Deutschen Meisterschaften mit reichlich deutscher Elite der leistungssportliche Aspekt im Vordergrund stehen. Für Spannung auf und an der Laufstrecke dürfte auch in diesem Jahr wieder gesorgt sein.

Strecke

„Ja wo laufen sie denn?“ Diese Frage kann man bei genauer Draufsicht auf das in weiten Teilen aus den Vorjahren vertraute Streckenprofil durchaus beantworten. Des Läufers Mühen beginnen am Sonntag, 14. Oktober, pünktlich um 10 Uhr, wenn an der Ackermannstraße zwischen dem Spiridon-Louis-Ring und der Schwere-Reiter-Straße der Startschuss ertönt und sich der umfangreiche Läufertross in Bewegung setzt. Nach diversen Kilometern der Marathon-Frühphase durch Schwabing bewegt sich der Läufertross in Uhrzeigerform auch gen Münchner Osten. Flankiert an einer Feiermeile mit diversen Musik- und Verpflegungsstationen für Läufer und Publikum nähert sich der Tross den Abschnitten an der Montgelas- und der Oberföhringer Straße im Stadtteil Bogenhausen bereits in einer frühen Rennphase. Wer die Elite der Läufer hier erleben will, sollte spätestens um 10.30 Uhr an der Strecke weilen.

Denn hurtig geht’s weiter: Rasch passiert das Feld nacheinander Cosima-, Vollmann- und Weltenburger Straße, biegt ein in die Riedenburger-, Hohenlindener- und Zamdorfer Straße – um anschließend über die Hultschiner Straße nach Süden in Richtung Berg am Laim einzuschwenken. Gut besuchter Publikumspunkt dort war in den vergangenen Jahren besonders der Streckenschnittpunkt Baumkirchner-/Neumarkter Straße. Der Tross biegt dort in die Gewerbe- und Medienmeile ein und verabschiedet sich über Riedgau-, Berg-am-Laim- und Friedenstraße vom Stadtteil und gen Stadtmitte. Über eine wegen zahlreicher Baustellen leicht veränderte Innenstadtroute biegen die Läufer auf das letzte, architektonisch besonders reizvolle Streckendrittel ein. Doch Zeit zum Sightseeing wird den ehrgeizigen Athleten nicht viel bleiben angesichts eines harten Konkurrenzkampfs der Profis oder zunehmend schwerer Beine und größer werdenden inneren Schweinehunds bei den Amateuren. Über Maxvorstädter und Schwabinger Gefilde geht es schließlich wieder in Richtung Oberwiesenfeld – wo an ehrwürdiger Stätte im Olympiastadion die Ziellinie wartet. Erneut ein höchst umfangreiches und angspruchsvolles Programm auf Schusters Rappen. Harald Hettich

Auch interessant:

Meistgelesen

Drei Personen bei Verkehrsunfall in Ramersdorf verletzt 
Drei Personen bei Verkehrsunfall in Ramersdorf verletzt 
Berg am Laimer Paar über ihre Rückreise nach Deutschland – Ein Heimweg wie eine Odyssee
Berg am Laimer Paar über ihre Rückreise nach Deutschland – Ein Heimweg wie eine Odyssee
Der Jugendtreff im Kinderzimmer mit dem Kreisjugendring München und Landkreis 
Der Jugendtreff im Kinderzimmer mit dem Kreisjugendring München und Landkreis 
Nähe trotz Distanz – Angebot für Heimbewohner und Angehörige während der Pandemie in Ramersdorf-Perlach
Nähe trotz Distanz – Angebot für Heimbewohner und Angehörige während der Pandemie in Ramersdorf-Perlach

Kommentare