BA strebt Strukturkonzept für Kernbereich der Berg-am-Laim-Straße an 

Hotels und Wohnungen fürs Zentrum

Mitten im Fokus der städteplanerischen Betrachtungen ist derzeit ein wichtiges Teilstück der Berg-am-Laim-Straße zwischen den Hausnummern 125 und 129. Besonders gleich zwei geplante Hotelbauvorhaben stechen nicht nur dem örtlichen Bezirksausschuss Berg am Laim ins Auge. 

Dazu soll ein Kaufland-Discounter in diesem Bereich angesiedelt werden. Mit einem eigenen Strukturkonzept, das wesentliche Planungsziele festzurrt, soll die Stadt nach dem Willen des Gremiums die Planungen begleiten. Indes: der BA kann sich auch die Schaffung weiterer Wohnungen in diesem Kernbereich gut vorstellen.

Wie berichtet, plant die IBIS-Kette an der Berg-am-Laim-Straße 125 einen Hotel-Neubau mit insgesamt 164 Zimmern. Auf dem ehemaligen Verwaltungs-Areal des Pharmakonzerns Klinge gleich nebenan an der Berg-am-Laim-Straße 127 bis 129 soll nach Informationen des Bezirksausschusses ebenfalls ein Hotel entstehen. Allerdings sei entgegen früherer Planspiele keine Billig-Nächtigungsstätte mit rund 700 Betten vorgesehen, gegen die sich breiter Anwohnerprotest formiert hatte. 

Wie BA-Chef Robert Kulzer (SPD) mitteilte, sei vielmehr ein Haus „gehobener Kategorie“ vorgesehen. Doppelzimmer mit Bädern, eigene Frühstücksräumlichkeiten, Tagungszimmer und eine Lobby sollen dort entstehen. Projektentwickler Markus Schweiger von der Blue Terra Global Real Estate hatte vorab den BA-Planungsunterausschuss über die Details informiert. Mit IBIS könnte der Bereich nahe des Berg am Laimer Zentrums so in den kommenden Jahren zu einem gastronomischen Riesen mutieren, ein Großangebot von hochgerechnet rund 730 Betten entstehen. 

Was im BA wiederum die CSU auf den Plan rief. Zwei Projekte dieser Größenordnung in unmittelbarer gegenseitiger Nachbarschaft müssten im Zuge des Genehmigungsverfahrens auch gemeinsam untersucht und bewertet werden, argumentierte CSU-Fraktionssprecher Sascha Multerer. Dieser Einschätzung folgte man im BA – diese Forderung an die Stadt unterstützten alle Fraktionen. Doch die CSU sieht im Zuge des geplanten Strukturwandels vor Ort gerade auf die Umgebung im Stadtteil  „erhebliche Belastungen“ und „massive Probleme“ zukommen. Vor allem die verkehrliche Erschließung und der  Mangel an Parkraumkapazitäten begründe eine ernste Sorge, so Multerer weiter. 

Auch die anderen Parteien im BA betonten, die Parkplatzproblematik müsse im Zuge der Umgebungsplanungen kritisch beäugt werden. Nicht anschließen wollten sich die übrigen Gremiumsmitglieder allerdings einer dezidierten Forderung der Christsozialen, mit dem Bau einer neuen Kreuzung an der Berg-am-Laim-Straße im Umgriff der potentiellen Hotels und des Kaufland-Betriebs dem mehr an Verkehr Herr zu werden. SPD und Grüne entgegneten, eine solche Planung sei nicht realistisch und auch nicht zielführend. „Wir werden eine solche Kreuzung nicht bekommen“, so der BA-Vorsitzende Kulzer. Diese sei auch nicht sinnstiftend. Zudem könne dadurch die beschleunigte Tramlinie 19 ausgebremst werden. Die verkehrlichen Notwendigkeiten und veränderten Strukturen dagegen will man seitens der Stadt durchaus prüfen lassen. 

Anton Spitlbauer sen. (CSU) vermittelte schelmisch auch, warum: „Vielleicht stellt die Stadt bei der Prüfung der Strukturen vor Ort ja auch fest, dass ihr eine andere Nutzung für das Gelände noch viel lieber wäre“, so der CSU-Mann. Er hob damit auf den Umstand ab, in diesem Kernbereich des Stadtteils künftig womöglich Wohnungen entstehen lassen zu können. Ein Vorschlag, den auch BA-Chef Kulzer aufgriff. Bisher schließe der auf Gewerbe ausgerichtete Bebauungsplan zwar eine Etablierung von Wohnungen auf dem Gelände aus. Doch im Zuge eines eigenen Strukturkonzepts und einer geänderten Überplanung seien künftig vor Ort auch Wohnungen denkbar. „Im Stadtrat gibt es durchaus Signale, dass eine solche Veränderung angeschoben werden könnte“, glaubt der Sozialdemokrat. Das Strukturkonzept solle eben klären, wo genau Gewerbe, wo Wohnen sinnvoll sei. 

Dazu köntnen auch grüne Achsen geplant werden. Zukunftsmusik zwar noch – aber ein Anliegen, das alle Fraktionen im BA teilten. Man dürfte sich damit ohnehin auf Stadtlinie befinden. Bekanntlich braucht München weiter händeringend Wohnraum. Jetzt ist die Stadt am Zug – ein Strukturkonzept für die lange kriselnde Kernmeile in Berg am Laim freilich macht in jedem Fall Sinn.   Harald Hettich

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