FFW Michaeliburg: Franz Gattinger für 40 Dienstjahre ausgezeichnet

Goldenes Ehrenzeichen für Floriansjünger

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40 Jahre lang hat Franz Gattinger sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Michaeliburg engagiert. Dafür wurde er jetzt mit dem Goldenen Ehrenzeichen ausgezeichnet.

Für 40 Dienstjahre bei der Freiwilligen Feuerwehr Michaeliburg bekam deren früherer Kommandant Franz Gattinger jetzt das Feuerwehrehrenzeichen in Gold. Münchens Altbürgermeisterin Gertraud Burkert hatte Gattinger und andere Jubilare Anfang Januar ausgezeichnet.

Damit wird auch Gattingers Wirken in führender Funktion gewürdigt – bis 2010 war der Geehrte im aktiven Feuerwehrdienst Kommandant, noch heute steht er dem örtlichen Verein der Freunde der Feuerwehr vor.

„Die Auszeichnung bedeutet natürlich eine große Ehre – aber vor allem bedeutet sie auch das Ende einer Laufbahn!“  Franz Gattinger muss schmunzeln, wenn er auf seine Gefühlslage nach so vielen Jahren aufopferungsvollen Gemeindienstes im Ehrenamt angesprochen wird. „Jetzt bin ich 62 Jahre alt – und mit 63 ist bei uns Floriansjüngern endgültig Schluss, dann ist das Kapitel Feuerwehr vorbei.“ Etwas Wehmut schwingt da schon mit bei einem, der tausende Einsätze für die Notretter absolviert hat und sein derzeit wieder fast 50 Mann starkes Teamkontingent in der Wache an der Bajuwarenstraße umsichtig lenkte. „Es gab natürlich viele Höhepunkte und einschneidende Erlebnisse in einer so langen Zeitspanne“, blickt der Geehrte zurück. „Der große Hagel 1984, die Stürme Vivien und Wiebke, der Flugzeugabsturz auf das Burger-Schnellrestaurant „Mc Donald´s“, umfangreiche Feuerschäden, Großunfälle – da war viel los“, rekapituliert der Mann  mit reichlich Erfahrung. „Wie sich die Zeiten geändert haben, lässt sich besonders auch an dem Umstand bemessen, dass wir zu meinen Anfangszeiten zu Bränden in Alt-Perlach noch auf Feuerschein gefahren sind – da lagen die Neuperlacher Hochhaussiedlungen noch nicht dazwischen – man sah genau, wo in Alt-Perlach es brannte.“ Diese Zeiten sind lange vorbei  - doch geblieben ist für Gattingers Team das große Einsatzgebiet mit weiten Teilen Berg am Laims, Perlach-Ramersdorfs und Truderings. „Da kommen schon 80 bis 100 Einsätze pro Jahr zusammen – anders  als früher werden wir heute ganz normal auch mit der Berufsfeuerwehr zusammen alarmiert“, bilanziert der Ex-Kommandant. Zwei Tage in der Woche müsse ein Einsatzfeuerwehrmann schon rechnen für seinen wichtigen Dienst. „Als Kommandant war das für mich fast schon eine Vollzeitstelle – im Ehrenamt versteht sich.“ Kein ganz  einfaches Zeitmanagement für den Familienvater mit Frau und Sohn, der über vierzig Jahre bei der Bahn seinen Hauptberuf hatte und fast die gesamte Freizeit für die Feuerwehr investierte. „Nachdem ich 2010 auch anlässlich des 90. Jubiläums unserer Wache den Kommandantenjob an meinen Nachfolger übergeben habe und bei der Bahn in Altersteilzeit ging, hat sich bei mir schon ein ungewohntes Gefühl eingestellt, plötzlich viel mehr Zeit zu haben“, lacht Gattinger. Auch die eigene Ehefrau, mit der er ebenso wie in Beruf und Ehrenamt eine jahrzehntelange Kontinuität pflegt, habe sich an diesen Umstand erst gewöhnen müssen. „Bis jetzt klappt es aber gut“, so  der per Dienstgrad als „Oberbrandmeister“ Ausgewiesene. Das liegt auch daran, dass es einem wie Gattinger nicht langweilig wird. Als  ambitionierter Bastler vor allem an Möbelstücken werkelt und wirkt er im heimischen Keller. Doch auch  Ämter sind geblieben. Den örtlichen Kapellenverein hat er entscheidend mit revitalisiert und  beim Verein der Freunde der Feuerwehr sammelt der Vorstand selbt  nach wie vor emsig Spenden ein. „Man muss ja wissen, dass das Geld auch bei der Feuerwehr knapp ist – vom Computer in der Geschäftsstelle bis zum Gruppenfahrzeug finanziert der Verein vieles mit“, so Gattinger. Die Zukunft seines Verbandes sieht er eher optimistisch. „Wir haben kein Nachwuchsproblem, toti, toi, toi!“ Es gebe genug junge Menschen, die bereits mit 12 Jahren hereinschnuppern und  ab 16 bei der Jugendfeuerwehr sowie später im normalen Einsatz ihren Mann (und ihre Frau) stehen. „Die Nachfrage ist ungebremst, das merken wir nicht nur bei unseren Festen und bei den regelmäßigen Tagen der offenen Tür – vor allem auch die Besuche von Schulen und Kindergartengruppen in der Wache haben zugenommen – bei manchem kleinem Besucher bleibt das in der Erinnerung, da kommen einige zur Ausbildung zurück. Bei Gattingers ist indes auch die familiäre Tradition im Löschwesen gewahrt: der inzwischen 30jährige Gattinger Junior ist nicht nur selbst seit dem 14. Lebensjahr bei den Floriansjüngern von Michaeliburg aktiv – der junge fungiert zudem als Brandoberinspektor bei der Berufsfeuerwehr. „Der ist im wahrsten Wortsinne mit Feuer und Flamme bei der Sache“, freut sich der Vater. Eine Beschreibung, die aber auch auf Gattinger Senior voll zutrifft. Selbst nach 40 Jahren.  Harald Hettich

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