Bezirksausschuss setzt sich bei Benennung durch

Frauendreißiger Straße für Ramersdorf

Frauendreißiger Straße – so soll die neue Straße zwischen Ziegler- und Ramoltstraße künftig heißen. Zunächst hatte es nach einem ganz anderen Namen ausgesehen. 

Doch dann hatte Thomas Kauer, CSU-Fraktionssprecher im Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach, die zündende Idee, der sich selbst der Stadtrat nicht verwehren konnte. 

Wenn neue Straßen Personen ehren sollen, dann ist die Namensfindung streng geheim. Deshalb war in den vergangenen Wochen auch nur in nicht-öffentlichen Sitzungen über den Vorschlag des Kommunalreferats gesprochen worden, die neue Verbindung zwischen Ziegler- und Ramoltstraße, die später einmal bis zur Ottobrunner Straße geöffnet werden soll, nach Elisabeth Castonier zu benennen. Castonier war eine deutsche Schriftstellerin, die 1975 in München verstorben ist.

Widerstand im BA

Im Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach stieß der Namensvorschlag auf Ablehnung. Man wünschte sich einen Namen, der einen örtlichen Bezug zum 16. Stadtbezirk und hier speziell zu Ramersdorf hat. Unverständnis beim Kommunalreferat, das bei seinem Namensvorschlag bleiben wollte.

Gegenvorschlag

Dabei gab es vom Stadtteilparlament einen Gegenvorschlag. CSU-Fraktionssprecher Thomas Kauer hatte ihn ins Gespräch gebracht: Frauendreißiger Straße. Mit „Frauendreißiger“ bezeichnet man in der katholischen Kirche die Zeit zwischen den Festen Mariä Himmelfahrt am 15. August und Mariä Namen am 12. September. Besonders im bayrisch-tirolerischen Alpenraum ist der Frauendreißiger eine Periode ausgeprägter Marienverehrung. Anlässlich der mit dem Hochfest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel verbundenen Kräuterweihe finden zahlreiche Abendandachten und Wallfahrten statt. Zu den Bekanntesten zählt die Wallfahrt zur Marienkirche in Ramersdorf. In Maria Ramersdorf wird der Frauendreißiger mit täglichen Andachten begangen.

Direkter Bezug

Der Begriff habe somit einen direkten Bezug auf den 16. Stadtbezirk und speziell auf Ramersdorf, so der BA in einem Schreiben an die Stadt. Schließlich sei die Wallfahrtskirche nicht weit entfernt von der neuen Straßenverbindung. „Der Straßenname kann mit dazu beitragen, dass ein Jahrhunderte alter Brauch nicht in Vergessenheit gerät und über Generationen in Erinnerung bleibt.“ 

Weg frei

Im Kommunalausschuss des Stadtrats wurde am vergangenen Donnerstag dann der Weg für die Frauendreißiger Straße frei gemacht. Auf Antrag der CSU-Stadtratsfraktion beschloss das Gremium, von einer Benennung nach Elisabeth Castonier abzusehen. „Ich danke unseren Stadträten, allen voran Hans Podiuk und Beatrix Burkhardt, für ihren Änderungsantrag und freue mich, dass dieser auch von den anderen Fraktionen unterstützt wurde“, erklärt Thomas Kauer. 

Da die Straßenbenennung jetzt keine Ehrung mehr darstellt, entscheidet nun der Bezirksausschuss. Im BA 16 will sich die CSU-Fraktion für die rasche Benennung der Straße nach dem Frauendreißiger einsetzen. Da der Vorschlag ja bereits im Vorfeld Anklang gefunden hatte, dürfte dies tatsächlich schnell gehen. „Es ist ein Name, der für Ramersdorf steht“, so Kauer. 

Carmen Ick-Dietl

Auch interessant:

Meistgelesen

Kulturzentrum für Berg am Laim beschlossen
Kulturzentrum für Berg am Laim beschlossen
Erstmal keine Besserung in Sicht – Rückmeldung zur Situation am U-Bahnhof Michaelibad
Erstmal keine Besserung in Sicht – Rückmeldung zur Situation am U-Bahnhof Michaelibad
Probleme mit Krähen in Ramersdorf-Perlach – Bezirksausschuss diskutiert Bejagung
Probleme mit Krähen in Ramersdorf-Perlach – Bezirksausschuss diskutiert Bejagung

Kommentare