CSU-Stadtratsfraktion spricht sich gegen Flickwerk und Einzelprojekte aus

Eine Gesamtplanung für Ramersdorf

Eine umfassende Gesamtplanung für Ramersdorf statt häppchenweiser Einzelprojekte fordert die CSU-Stadtratsfraktion. Deshalb soll die Stadtverwaltung zunächst einmal eine Übersicht über die derzeitigen Nutzungen der verschiedenen Grundstücke entlang der Aschauer- und Traunreuter Straße vorlegen.

Zudem möchten die CSU-Stadträte Hans Podiuk, Beatrix Burkhardt und Georg Kronawitter die Grundstücke nach Stadt, städtischen Gesellschaften und Stadtwerken gegliedert haben und es sollen die Dauer bzw. Befristung derzeitiger Miet- und Nutzungsverhältnisse erläutert werden.

Ramersdorfer Abend

Der Antrag ist ein Ergebnis des so genannten Ramersdorfer Abends, der vom CSU-Landtagsabgeordneten Markus Blume vor Weihnachten im Landtag veranstaltet worden war. Blume hatte dazu alle derzeit existierenden Ramersdorfer Bürgerinitiativen wie zum Beispiel „Lebenswertes Ramersdorf“, die Verkehrsinitiative Ramersdorf-Ost, „MORES“ (Mustersiedlung und Ortskern Ramersdorf für den Ensembleschutz), die Schutzgemeinschaft Ramersdorf oder die Initiative „Industriefreies Ramersdorf“ zum Gespräch eingeladen. Dabei hatten die Bürger moniert, dass sie kein Konzept für die Stadtteilentwicklung erkennen könnten. 

Fehlentwicklungen

Die CSU-Stadträte knüpfen nun an diese Beschwerde an und wollen sich Pläne und Planungsabsichten für die Grundstücke in diesem Teil von Ramersdorf, speziell für den Umgriff der Aschauer Straße erklären lassen. Derzeit erfahre die Öffentlichkeit nur schrittweise von zahlreichen neuen Planungen der Stadt oder ihrer Töchter, so die Stadträte. Vorhaben wie der Betriebshof des Baureferates an der Aschauer Straße oder die BOB-Werkstätte auf dem Stadtwerkegrundstück an der Ständlerstraße hätten vor Ort für große Verunsicherung gesorgt. „Hinzu kommt der Verdruss über die sich seit Jahren häufenden Fehlentwicklungen an der Aschauer Straße, die den ursprünglichen Zielen des Bebauungsplans, nämlich einer hoch qualitativen Gewerbeflächenentwicklung mit attraktiver Anbindung an das überörtliche Straßennetz, zuwider laufen.“ Stattdessen hätten sich in der Vergangenheit Spielhallen neben Bordelle gesellt und unbebaute Grundstücke seien lediglich Zwischennutzungen wie einem Containerlagerplatz oder dem Projekt Stattpark OLGA zugeführt worden.

Nun fordern die Burkhardt, Podiuk und Kronawitter eine Inventur. Alle Einzelprojekte in diesem Umgriff müssten dargestellt werden, um so einen umfassenden Überblick und aktuellen Stand aller städtischer Planungen zu haben. 

Konzept entwickeln

Im Sinne einer koordinierten Gesamtplanung sollen die Referate zudem ein Konzept entwickeln, da den Ausgangspunkt bilde für eine qualitätsvolle Gewerbeentwicklung, „dem Gedanken der Gewerbeabstufung zu den Wohngebieten an der Paulsdorffer- und Peter-Henlein-Straße“ Rechnung trage sowie die übergeordneten Grünbeziehungen verbessere. Es gelte eine Planungsperspektive aufzuzeigen, die weitere Negativentwicklungen abwende, einen Ausgleich mit der benachbarten Wohnbevölkerung schaffe und die urbane Aufenthaltsqualität vergrößere, so die CSU. 

Bei den Überlegungen für dieses Konzept sollen auch der örtliche Bezirksausschuss sowie die Bürger in Form eines Planungsworkshops einbezogen werden. Der Verein „Lebenswertes Ramersdorf“, der bislang gegen den Betriebshof an der Aschauer Straße gekämpft hatte, hat bereits angekündigt, dass er sich gern weiter mit der Nutzung des bislang brach liegenden Geländes und den Entwicklungen rund um die Aschauer Straße beschäftigen wolle. Carmen Ick-Dietl

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