BA kritisiert Wegfall Langbürgener Straße

Bus-Beschleunigung missfällt

Zwei Buslinien sollen ab Dezember schneller durch den Verkehr im Münchner Osten fahren können. Dazu wollen die Stadtverwaltung und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) die Linien 144 und 145 beschleunigen. 

In Ramersdorf soll jedoch der Schlenker über die Langbürgener Straße entfallen, was der Bezirksausschuss entschieden ablehnt. 

Die MVG ist sich offenbar sehr sicher, dass das mit den Beschleunigungen klappt. Obwohl sich der Stadtrat erst nächste Woche damit befasst, meldete sie am Montag in einer Pressemitteilung, dass die Bus-Beschleunigung der Linien 144 und 145 in den Startlöchern sei. 

Linie 145

Der 145er pendelt zwischen Ostbahnhof über Karl-Preis-Platz, Balan- und Ständlerstraße zum Bahnhof Fasangarten. Ab Thomasiusplatz soll es künftig zweieinhalb Minuten schneller gehen. Der 144er ist auf einer langen und stauanfälligen Strecke vom Ackermannbogen quer durch Schwabing, Bogenhausen und Ramersdorf Richtung Giesinger Bahnhof unterwegs. Auf dem Endstück ab Ampfingstraße soll er künftig rund acht Minuten Reisezeit einsparen. Auf den übrigen Abschnitten sind die Busse beider Linien bereits beschleunigt unterwegs. 

Kosten: 2,9 Millionen Euro

Damit die Fahrzeuge an den Ampeln automatisch freie Fahrt erhalten, müssen insgesamt zwölf Ampeln ausgetauscht, umrüstet oder neu errichtet werden. Zudem werden sieben Haltestellen entsprechend umgebaut. Insgesamt kostet das Projekt 2,9 Millionen Euro. Dafür spart sich die MVG auf der Linie 144 künftig aber auch ein Fahrzeug, das zur Angebotsverbesserungen auf einer anderen Linie eingesetzt werden soll. Zudem werde das Bus-Angebot laut MVG durch die Beschleunigung erfahrungsgemäß schneller, zuverlässiger und komfortabler.

Schlenker entfällt

In Ramersdorf ist man allerdings gegen die Pläne für den 144er. Denn wegen der Beschleunigung soll der bisherige Schlenker der Linie durchs Wohngebiet an der Langbürgener Straße entfallen. Stattdessen soll der Bus künftig in beiden Richtungen über die Chiemgaustraße fahren. Gegenüber der Einmündung Langbürgener Straße wird am Fahrbahnrand eine neue Haltestelle angelegt, dazu eine Fußgängerfurt über die Chiemgaustraße samt Ampel eingebaut. 

Doch um die Tour über die Langbürgener- und Ständlerstraße hatte der Bezirksausschuss 16 lange gekämpft und will sie nun nicht „zu Gunsten von finanziellen Einsparungen ohne Rücksicht auf die berechtigten Interessen der Anlieger wieder preisgeben“. Die Verlegung der Haltestelle an die Chiemgaustraße sei eine unzumutbare Verschlechterung der Nahversorgung in diesem Bereich und wird daher vom Bezirksausschuss entschieden abgelehnt, lautet der einstimmige Beschluss.

Außerdem machen sich die Stadtteilpolitiker Sorgen um den Verkehrsfluss auf dem Mittleren Ring. Sie befürchten Rückstaus wegen der neuen Bushaltestelle und Fußgängerampel auf der Chiemgaustraße Richtung Giesing. Dies hätte negative Auswirkungen auf die nur wenige Meter entfernte und stark belastete Kreuzung an der Auffahrt zur Salzburger Autobahn. Eine vom BA geforderte Stellungnahme der Stadt hierzu steht bislang noch aus. Carmen Ick-Dietl


„Keine Nachteile für die Fahrgäste“

Die MVG sieht durch die Änderungen bei der Buslinie 144 keine Nachteile für die Fahrgäste. Richtig sei zwar, dass der StadtBus 144 den Schlenker durch die Langbürgener Straße in Fahrtrichtung Giesing Bf. nach seiner Beschleunigung nicht mehr fahren könne. Die Haltestelle Langbürgener Straße in Fahrtrichtung Giesing Bf. entfalle jedoch nicht, sondern werde an die Chiemgaustraße verlegt und barrierefrei ausgebaut. Zudem entstehe dort eine neue Fußgängerquerung über den Mittleren Ring, die von Anwohnern und Bezirksausschuss schon lange gefordert worden sei. „In der Summe betrachtet ergibt sich aus der geplanten Neusituierung der Haltestelle am Mittleren Ring über alle Anwohner des Quartiers hinweg keine Verlängerung der Fußwege. Die Fahrzeit von der Haltestelle Langbürgener Straße in Richtung Giesing Bf. verkürzt sich durch die neue Linienführung von acht Minuten auf voraussichtlich nur noch 4,5 Minuten. Über die ganze Linie 144 hinweg ergibt sich ein Reisezeitvorteil von insgesamt acht Minuten“, heißt es in einer Pressemittelung der Stadtwerke München. Der dadurch freiwerdende Bus werde nicht eingespart, sondern für weitere Angebotsverbesserungen eingesetzt. Im Zuge der Beschleunigung entfalle lediglich die Haltestelle Ständlerstraße der Linie 144 in Fahrtrichtung Giesing Bf.: Diese Haltestelle werde aber weiterhin von den Linien 139 und 145 angefahren



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